Hofer Telekom startet HoT mit Kampfpreisen

Lebensmittel-Diskonter Hofer hat die Tarife für seinen Mobilfunkdienst HoT bekanntgegeben. Die drei Tarife werden den Mobilfunkmarkt in Österreich wieder aufmischen. Rapid-Wien-Präsident Michael Krammer startet mit Jahresbeginn 2015 sein Comeback im Mobilfunk. Für Hofer schnürt er bereits zum zweiten Mal Mobilfunkpakete. Drei weitere Mobilfunkdienstleister scharren in ebenso in den Startlöchern.

Hofer Telekom startet HoT mit Kampfpreisen

HoT Hofer Telekom - Der Diskonter setzt Yesss ab und funkt künftig unter der adaptierten Hofer-Marke

Wien. Der Lebensmitteldiskonter Hofer hat noch vor Weihnachten die Katze aus dem Sack gelassen und die Preise für seinen neuen Mobilfunkdienst bekanntgegeben. Eines steht fest: Hofer wird mit Diskonttarifen den Markt aufmischen. Wie bereits Anfang Dezember berichtet, startet Hofer ab 2. Jänner 2015 nach der Vertragsauflösung mit Yesss (früher Orange, heute Telekom Austria/A1) unter der eigene Marke "HoT Hofer Telekom", kurz "HoT genannt, seine Mobilfunkangebot.

Drei Tarife

Kunden können ohne Vertragsbindung für 3,9 Cent pro Minute telefonieren. Ein SMS kostet ebenso 3,9 Cent. Für Daten nimmt Hofer 0,9 Cent pro Megabyte. Das Angebot soll sich vor allem für Wenigtelefonierer und Tablet-Nutzer eignen, der nur wenig Daten konsumiert. Ein Nutzer, der pro Monat 100 Minuten telefoniert und ebenso viele SMS verschickt sowie 1 Gigabyte Daten (1000 Megabyte) verbraucht zahlt nach dem Basis-Tarif somit 14 Euro pro Monat. 1,99 Euro kommen noch einmalig für das Starterpaket hinzu. Für alle drei Tarife gilt, dass Hofer im Gegensatz zur Konkurrenz keine zusätzlichen Servicekostenpauschalen, Freischaltungsgebühren oder ähnliche verdeckte Zusatzgebühren abkassiert. Das Mobilfunkangebot ist auch im Ausland, freilich zu erhöhten Tarifen gegenüber dem Inland, nutzbar.

Für Smartphone-Nutzer, die weit mehr telefonieren und E-Mail und Internet nutzen, hat Hofer einen Pauschaltarif für 9,90 Euro pro Monat - für 1000 Minuten Telefonieren oder SMS sowie 3 Gigabyte Datenvolumen). Das Datendownlaad wird mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde angegeben. Über die Hofer-Geschäfte sowie Internet kann das Angebot gebucht werden. Nachladen kann der Kunde entweder via Ladebon, den er im Geschäft erwirbt oder via Internet.

Nutzer von Tablet-PC oder mobilen PC mit Datenstick können auch eine reinen Datentarif erwerben: Das Daten-Paket mit 3 Gigabyte Daten (3000 MB) kostet 6,90 Euro pro Monat. Für das Datendownload verspricht Hofer eine Geschwindigkeit von bis zu 21 Mbit pro Sekunde. Wo das Service genutzt werden kann, kann der Nutzer über die Internetseite von HoT abrufen.

Drei Tarife für drei Nutzergruppen - Hofer greift erstmals mit eigener Marke in den Mobilfunk in Österreich ein.

Neue und alte Nummer

HoT wird für seine Kunden mit 0677 auch eine neue Vorwahl anbieten. Wer auf seine bisherige Rufnummer nicht verzichten will, kann diese auch zum Dienst von Hofer mitnehmen- im Fachsprech auch Portierung der Rufnummer genannt.

Die Schranke

Um die Kosten selbst im Griff zu haben, kann der Kunde via Internet eine Kostenschranke selbst bestimmen. Ist dieses selbst gesetzte Limit zu 80 Prozent erreicht, bekommt der Kunde via SMS eine Warnmeldung. Ist das Limit zu 100 Prozent ausgeschöpft, werden seitens HoT die kostenpflichtigen Services gesperrt - nicht verbrauchte Einheiten der Pakete sind aber weiterhin nutzbar.

Bei einem Mehrverbrauch anstatt der angegebenen Datenmenge wird laut Hofer den Nutzern von Smartphones und Tablet-PC für den Rest des Monats der Basistarif in Rechnung gestellt - also 3,9 Cent pro Minute für Telefonate und pro SMS sowie 0,9 Cent pro Megabyte an mehr verbrauchten Daten. Nach 30 Tagen kann der Kunde sein Guthaben wieder nachladen - per Ladebon, erhältlich gegen cash im Geschäft oder via Internet.

Comeback von Krammer

Dienstleister ist Tele.ring- und Orange Austria-Chef Michael Krammer, der mit HoT sein nächstes persönliches Kapitel im Mobilfunk in Österreich eröffnet. Für die österreichische Aldi-Tochter Hofer wird er Haus- und Hoflieferant. Er koümmert cih mit seinem Unternehmen Ventocom um die Technik, der Entwicklung der Tarife sowie um die Abrechnung des Hofer-Dienstes. Die Vermarktung obliegt allein Hofer.

Seine Angriffslust hatte Krammer bereits via Internet deponiert. Über die "HoT"-Internetseite hat Krammer bereits Anfang des Monats angekündigt, in einen Preiskampf mit den bestehenden Anbietern einzusteigen. Nutzer konnten sich bereits für den Newsletter vormerken lassen. Hofers Neustart unter der Eigenmarke wird seither schon im Radio beworben.

Michael Krammer nimmt das Handy-Business wieder in die Hand.

Krammer, seit November 2013 Präsident des Fußball-Klubs SK Rapid Wien, geht dabei eine altbewährte Liaison ein, die bereits in früheren Tagen Profite versprochen hat. Und kickt so nebenbei den Marktführer Telekom Austria mit Yesss aus dem Ring. Krammer selbst war einst mit der Orange Austria und der damaligen Tochter Yesss mit Hofer Bunde.

Der Vertrag mit Yesss hatte Hofer nach seinem Ausscheiden bei Orange Austria und der darauf folgenden Übernahme von Hutchison Drei Austria (Drei) im Dezember 2013 gekündigt, wie der "DerStandard" damals berichtet hatte. Yesss wurde nach der Übernahme von Orange Austria durch Drei an die Telekom Austria weiterverkauft. Yesss ist erst diese Woche wieder bei der Konkurrenz von Hofer untergekommen. Über Billa werden künftig Yesss-Handywertkarten verkauft.

Neue Player

Krammer hat bereits im Oktober 2013 mit Ventocom einen Telekom-Dienstleister gegründet. Mit an Bord sind Manager aus Orange- bzw. Tele,ring-Zeiten. Ventocom ist auch Eigentümer von HOT Telekom und Service GmbH, die für Hofer "HoT" vermarktet. Über das Mobilfunknetz von T-Mobile wird Ventocom als Virtueller Netzbetreiber (MVNO) die Dienste für Hofer anbieten.

Doppelpass mit Rapid

Mit Ventocom will Krammer Mobilfunkdienste für Dritte unter deren Marke anbieten. Krammer hat dem Autor im Vorjahr erklärt, dass er Handydienste durchaus auch für Marke "Rapid Wien" des renommierten Fußballklubs anbieten würde. Eine Entscheidung steht noch aus.

Mit 1. Dezember 2014 hat der Kabel-TV- und Internetanbieter UPC seinen Markteintritt ins Handygeschäft bekanntgegeben. Noch drei weitere Anbieter gelten als fix. Internet- und Festnetzanbieter Tele2 will noch im ersten Halbjahr 2015 starten. Mit dem Wiener Telekomanbieter Mass Response und MTEL Austrija - Eigentümer Telekomunikacije Republike Srpske aus Banja Luka - wollen noch zwei Anbieter im Jahr 2015 durchstarten. MTEL hat bereits am Graben in der Wiener Innenstadt ein Büro gemietet.

Neben Netzbetreibern mit eigener Infrastruktur - Telekom Austria, T-Mobile und Drei - wird der österreichische Markt somit binnen weniger Monate um mindestens fünf neue MVNO-Mobilfunkdienste größer. Bleibt abzuwarten, ob der Preiskampf neu entfacht wird. Die kräftigen Preissteigerungen im abgelaufenen Jahr beschäftigen ja derzeit noch die Ermittler der Wettbewerbsbehörde.

Benjamin Grether, Steering Lab Horváth Managementberatung

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