Hausverwaltung per App: So beschleunigt Corona die Digitalisierung

Die Kommunikation mit der Hausverwaltung per App wird immer öfter Realität. Welche Möglichkeiten Service-Apps für Hausbewohner und Immoverwalter bieten und wie Nutzer laut einer Umfrage solchen Innovationen gegenüberstehen.

Hausverwaltung per App: So beschleunigt Corona die Digitalisierung

Seit Corona nimmt die Digitalisierung in vielen Branchen Fahrt auf, auch am Immobiliensektor. „Viele Hausverwaltungen fragen derzeit bei uns an, um digitale Lösungen gemeinsam mit uns zu entwickeln“, erzählt Maria Zesch, Leiterin für Digitalisierung bei Magenta Telekom. Das Internet der Dinge hält öfter als vor der Pandemie Einzug in Büros, öffentliche Gebäude, wie Schulen oder Universitäten als auch in privaten Heimen. „Zuletzt durch das verstärkte Nutzung von Home Office. „Die Pandemie beschleunigt bereits vorhandene Trends“, resümiert Zesch.

Was das digitale Interaktion von Bewohnern und Hausverwaltung im Konkreten für die Immobilienbranche bedeutet, haben Magenta Telekom, ARE Austrian Real Estate, JP Immobilien und puck immobilien app services in einer Studie mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Triple M erhoben.

Rekordzahlen bei Telekom-Datennutzung
In der Coronakrise hat laut der repräsentativen Umfrage jeder Zweite der Befragten angegeben das Home Office zu nutzen. Ein knappes Drittel arbeitet komplett mobil. Das zeigt sich auch an den Nutzungsdaten bei Magenta Telekom. Das hat laut Magtenta zu einer Rekordnutzung von Datenservices geführt. Die Zuwächse gegenüber den Wochen vor dem Lockdown im Oktober 20 Prozent. „Der Internet-Zugang im gesamten Gebäude wird immer wichtiger und sollte bei der der Immobilienentwicklung berücksichtigt werden, also auch in der Garage, am Gang und im Home Office etwa auch auf der Terrasse“, argumentiert Zesch.

Digitales Energiemanagement, um Ressourcen zu sparen
Zwei Gründe treibt die Digitalisierung voran: „Die Steigerung der Effizienz, sowohl was das Energiemanagement als auch den Ressourceneinsatz betrifft“ , so Hans-Peter Weiss, Boss von ARE Austrian Real Estate und damit Herr über 1,7 Millionen Quadratmeter Gebäudefläche.
So setzt Immobilien-Riese ARE in Zukunft verstärkt auf digitales Energiemanagement. „Wir entwickeln digitale Lösungen, die wir nun breit ausrollen. Diese sollen das Gebäudemanagement sowohl effizienter als nachhaltiger machen“, betont Weiss.
Knapp 60 Prozent der befragten Hausbewohner interessieren sind laut Studie für neue, smarte Services. Zwei Drittel der Befragten können sich auch die Kommunikation mit der Hausverwaltung via App vorstellen.

Postboxen und Grätselnews bei Bewohnern beliebt
Bei JP Immobilien sind derzeit rund zehn Prozent ihrer verwalteten Immobilien mit ersten digitalen Anwendungen ausgestattet. „Wir entwickeln Lösungen für die sich die Leute interessieren“, so Jelitzka. Die aktuellen Verkaufsschlager für die Vermieter sind sogenannte Postboxen und Grätselnews. „Unsere Postbox wird als Zustellmöglichkeit genutzt. In der digitalen Box werden auch gerne Schlüssel hinterlegt und auch so indirket auch als Zeitmessgerät für die Putzfrau verwendet“, erläutert Immoboss Jelitzka.
Mit Hilfe der Grätselnews kann etwa der Bäcker ums Eck eine Verkaufsaktion für die unmittelbare Nachbarschaft in den digitalen Nachrichten versenden, Bewohner können Lauftreffs vereinbaren oder so Leihomas organisieren. Für die Mieter ist das Service bei JP Immobilien gratis, die Hausverwaltung zahlt 60 bis 70 Cent pro Wohnungseinheit. Bei 20 Einheiten sind das im Monat 14 Euro, rechnet Jelitzka vor. Die Hausverwaltungen haben bisher vielfach positiv auf solche Angebote reagiert. „50 Prozent der Kunden sind bereit dafür zu zahlen, wenn sie einen Mehrwert dafür erhalten“, so der JP-Chef. Die Daten bleiben bei jedem Hausverwalter, Eigentümer oder Mieter eines Objekts.


Digitalisiert werden können auch Zutrittsmöglichkeiten für bestimmte Räume. So können Bewohner Gemeinschaftsräume für eine bestimmte Zeit buchen. Diese werden für diese Zeit digital geöffnet, die Kosten dafür werden ebenfalls digital abgebucht. Sämtliche Features sind per App steuerbar. Möglich sind auch digitale Sicherheitspakete. Per Videoüberwachung können Zutrittsmöglichkeiten zu Gebäuden gesteuert werden.

Lichtstärkensensor meldet wenn Glühbirne ausfällt, C02-Sensoren melden Rauch
JP Immobilien bietet Services wie digitale Schadensmeldung. „Wenn eine Glühbirne in einem Gang ausfällt, melden Lichtstärkesensoren automatisch, wenn einzelne Stellen nicht ausreichend beleuchtet sind“, erläutert Jelitzka. Zeitaufwendige Kontrollen durch Mitarbeiter sind damit hinfällig. C02-Sensoren wiederum können bei Bränden warnen. Fehlalarm, wie sie derzeit häufig sind, fallen damit weg. Es gibt Sensoren, die die Feuchtigkeit feststellen können, bevor ein größerer Schaden entsteht. „Durch solche digitalen Frühwarnsysteme lässt sich auch die Gebäudeversicherung reduzieren“, argumentiert Jelitzka.

„Die Digitalisierung ist für alle Beteiligten ein Vorteil. Die Hausverwaltung spart Geld, die Mieter erhalten so ein besseres Service“, urteilt Daniel Jelitzka, Geschäftsführer der JP Immobiliengruppe.

EU-Rechnungshof kritisiert langsamen 5G-Ausbau

Österreich und eine Reihe weiterer EU-Staaten sind beim Ausbau der …

Benjamin Grether, Steering Lab Horváth Managementberatung

Künstliche Intelligenz: Warum wir faire Algorithmen brauchen

Immer mehr und immer tiefgreifendere Entscheidungen werden heute von …

Digitalisierungs-Initiative "Mach heute Morgen möglich"

Unter der Schirmherrschaft von Microsoft ist die Digitalinitiative "Mach …

Revolution im Labor

Der Digitalisierungs-Pionier IMMOunited hat sich österreichweit auf …