Handel im Onlinewandel

Die Coronapandemie hat dem E-Commerce einen kräftigen Schub versetzt. In Österreich wuchs er um 30 Prozent. Heimische Händler profitieren noch zu wenig.

Handel im Onlinewandel

E-Commerce boomte in der Coronapandemie

Die Lockdowns führten nicht nur zum Homeoffice, sondern auch zum Homeshopping. Das stellte viele Händler vor große Herausforderungen, um nicht das ganze Geschäft an die großen Online-Handelsgiganten wie Amazon zu verlieren. Der Onlineshopping-Pionier liegt übrigens im globalen Ranking nur mehr auf Platz zwei zwischen den beiden chinesischen Plattformen Alibaba und JD.com. In Europa ist Amazon mit 44 Milliarden Euro Umsatz aber klar die Nummer eins und wird von vielen europäische Händlern auch als Plattform für deren eigenen Produkte genutzt. Im Jahr 2020 kletterte der Umsatz der 13 größten Onlineplattformen der Welt laut dem Bericht der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) auf 2,9 Billionen Dollar.

In Österreich wuchs der E-Commerce im Vorjahr laut der "eCommerce Studie Österreich 2020" um rund 30 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Das sind rund zwölf Prozent der gesamten Einzelhandelsausgaben der österreichischen Privathaushalte. "Die rund 13.000 heimischen Webshops profitieren von diesem wachsenden Markt allerdings nur begrenzt, da mehr als jeder Zweite im Ausland bestellt und so den Kaufkraftabfluss verschärft", erläutert Rainer Will, Chef des Handelsverbandes. Den größten Umsatz brachten laut Studienautor Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria Bekleidung (1,95 Mrd. Euro), Elektrogeräte (1,2 Mrd.) und Bücher (0,6 Mrd.).

Handel im Wandel

Knapp 14 Prozent Euro des Onlineumsatzes laufen bereits über das Smartphone, rund ein Drittel der Österreicher nutzen das Handy zum Shopping. Bei den unter 29-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. Die Pandemiezeit hat die Österreicher laut einer Umfrage von McKinsey ins Internet gebracht. So nutzten knapp 1,5 Millionen Österreicher während Corona das erste Mal die Welt des Onlineshoppings oder digitale Angebote wie E-Learning, E-Government oder E-Entertainment.

Während laut Handelsverband die privaten Ausgaben wegen der Pandemie auf 192,5 Milliarden Euro zurückgingen -inflationsbereinigt lag das Minus bei schmerzlichen 8,2 Prozent - und der stationäre Handel einen enormen Schaden erleiden musste, hat der Onlinehandel wie kaum eine andere Branche davon profitiert. So steigerte etwa Amazon 2020 seinen Umsatz weltweit auf 386 Milliarden US-Dollar und den Gewinn um 83 Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar.

Welche Lösung?

Für viele heimische Händler, vor allem kleinere, drängt sich deshalb die Frage auf, wie man im Onlinehandel erfolgreich Fuß fassen kann: über einen eigenen Shop, via Marktplatz oder über eine Plattform wie Amazon? Ein eigener Shop bietet die größten Gestaltungsmöglichkeiten, erfordert aber viel Arbeitsaufwand. Marktplätze sind wiederum über standardisierte Schnittstellen leicht zu nutzen. Und mit Plattformen wie Amazon erreicht man eine breite Zielgruppe und kann von Werbemaßnahmen profitieren. Es genügt aber nicht, einen hübschen Shop ins Netz zu stellen. Wichtig für die ideale Customer Journey ist auch die Verpackung, der Versand und der Kundenservice. Ebenso die systematische Erfassung des Kundenfeedbacks, da hier ein enormes Potenzial für Verbesserungsansätze oft brachliegt.

Um diese zahlreichen Herausforderungen zu meistern, sind Informationen wichtig, welche etwa Behörden und die Wirtschaftskammer -samt Förderungen - anbieten. Einen guten Überblick über den Förderdschungel liefert beispielsweise das Unternehmensserviceportal (usp.gv.at), das auch Links zu den Services externer Partner vermittelt. Auch viele Anbieter von E-Commerce- Lösungen oder Expertenvereinigungen wie beispielsweise ADV (Austrian Digital Value) stellen umfangreiche Infos und Tools bereit.


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