GoQuoty auf der Fährte von Anwälten, Notaren und Steuerberatern

GoQuoty auf der Fährte von Anwälten, Notaren und Steuerberatern

Fünf Gründer und die Webdesignerin für GoQuoty (v.li.n.re.): Dan Høgdall (CFO), Anders Pedersen (CMO), Denise Roznovsky (Design), Florian Fazekas (CEO), Andreas Jevtic (Jurist), Nicolas Haunold (CTO).

Fünf Jungunternehmer wollen ein Old Economy-Business aufmischen: Anwälte, Notare, Steuerberater, Buchhalter und Consultants sollen mit ihren Kunden via Internet zusammen gebracht werden. Das Prinzip scheint dem von Airbnb und Uber nachempfunden zu sein. Über eine dänisch-österreichische Koproduktion.

Wien. Drei Österreicher, zwei Dänen – eine Idee, unterschiedliche Fähigkeiten. Und ein Ziel. Ein Start-up ist geboren. Klingt banal, soll es auch sein. Und zwar für Anwender als auch für die Anbieter von Dienstleistungen, die jeder Mensch in der einen oder anderen Form für sich in Anspruch nimmt. „Sie suchen einen Steuerberater, Notar oder Anwalt und wissen weder wo noch wie, noch haben sie einen Überblick über die zu erwartenden Kosten, das nimmt unser Plattform ab“, sagt Nicolas Haunold, Cheftechniker (CTO) des im April 2015 gegründeten Start-ups.

GoQuoty will Anwälte, Steuerberater, Notare, Buchhalter und Unternehmensberater via Internet quasi als Makler mit Ratsuchenden zusammenbringen. Die Anfrage ist für den Ratsuchenden zunächst gratis: Drei kostenlose Angebote bekommt man retourniert. „Durch die standardisierte Angebotserstellung erhält der Kunde einen Überblick. Und vor allem weiß er dann, was finanziell auf ihn zukommt“, sagt Haunold. KMU, Start-ups oder Einzelpersonen könnten so eine für sie „maßgeschneiderte Beratung auswählen und Kosten vorab kalkulieren“.

Vorbild Airbnb

Für die fünf Berufsgruppen hat die Plattform den Vorteil, dass sie ohne große Marketingausgaben neue Klienten erreichen können, die sie so nicht erreicht hätten, meint Haunold. GoQuoty kassiert erst bei Abschluss eines Vertrags eine Vermittlungsgebühr, die maximal 1,5 Prozent ausmacht und sich am Auftragsvolumen orientiert.

„Für alle, die einen Anwalt, Steuerberater, Buchhalter, Notar oder Consultant suchen bieten wir rasche Vermittlung über unsere Plattform“, beschreibt Haunold das Businesskonzept.

Entwickelt wurde die Idee im Februar 2015 von den beiden Dänen Dan Høgdall – von Haus aus Mediziner und nun CFO - und Anders Pedersen, der an der Business School in Kopenhagen studiert hat. Andreas Jevtic ist der Jurist (Chief Lawyer) im Team. Die beiden Wiener Florian Fazekas (CEO) und Nicolas Haunold (CTO) sind für Technik, Koordination und operatives Geschäft verantwortlich. Als „Mastermind“ und Chefentwickler ist CTO Haunold für die DNA von Bits & Bytes zuständig. Denise Roznovksy sorgt als Webdesignerin für das richtige Aussehen des Portals.

Über Studien in Wien und Kopenhagen hat sich die Truppe kennen gelernt. Und seit Ende 2015 ist das Programm in den drei Sprachen Dänisch, Deutsch und Englisch verfügbar. GoQuoty wird seit September 2015 in einer geschlossenen Benutzergruppe verwendet. Seit Dezember 2015 wird die Betaversion vermarktet. "Seither wurden rund 50 Anfragen von gut 30 Unternehmen beantwortet", sagt Haunold. "

Finanzierung aus eigener Tasche

Finanziert wird das Start-up mit den Geldern der sechs Gründer. Das Unternehmen selbst ist eine Art Mini-GmbH nach dänischem Recht. Ein Investor ist noch nicht eingestiegen. Aber auf Seiten von GoQuoty nimmt man es damit bisher noch nicht so wichtig, wenngleich dies dem jungen Unternehmen beim Wachstum Erleichterung bringen könnte.

Ähnlichkeiten des Business-Konzepts mit dem des Hotelvermittlers Airbnb oder des Fahrdienstvermittlers Uber kommen nicht von ungefähr. CTO Haunold, im Hauptberuf noch Student der Informatik an der Universität Wien, hat über die Sommermonate 2014 und 2015 jeweils vier Monate bei Airbnb in San Francisco an der Produktentwicklung in der "iPhone-Abteilung" mitgearbeitet: "Da ging es um die Entwicklung eine neuen Zahlungssystems und den Ausbau der Netzinfrastruktur."

Zuvor hatte er in einem sechs Stunden dauernden Interview via Skype Frage und Antwort stehen müssen. "Das war sehr anstrengend", sagt Haunold.

Der Ingenieur und Tüftler

Mit der Programmierung und Produktentwicklung tut er sich eigenen Angaben zufolge leichter. Der 20-jährige Wiener programmiert bereits seit dem 11. Lebensjahr. Mit App-Entwicklungen hat er bereits vor dem Produktlauch des ersten iPhone im Jahr 2007 losgelegt.

Das Knowhow dafür hat er sich selbst beigebracht. Vom Informatikstudium an der Universität Wien habe er "eher wenig gelernt". Den Abschluss will er im kommenden Jahr dennoch machen. "Ich war noch nie der Akademiker. Ich habe eine bessere Zeit, wenn ich Produkte entwickle", sagt Haunold. Und das sei auch schon in der Schule so gewesen: "Ich gebe ja zu, dass auch die Schule mir nicht so viel gegeben hat." Tüfteln und entwickeln, einfach tun sei sein Credo: „Ich will etwas vorwärts bringen."

Die Muße für die Fortführung der Idee wird Haunold mit seinen GoQuoty-Partner benötigen. Nun steht die nächste Phase für die Produktentwicklung bevor. "Bei der App sind wir noch etwas säumig", räumt Haunold ein. Die soll in den nächsten Wochen genauso entwickelt werden wie die Marktbearbeitung: "Für uns ist jetzt einmal wichtig, die Plattform richtig in Anlauf zu bringen, um aus dem Benutzerverhalten zu lernen und davon die richtigen Entscheidungen abzuleiten." Und die große Idee fort zu entwickeln. Haunold räumt ein, dass Airbnb freilich schon ein Vorbild ist.

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