Google dreht mit einem Triple Play neu auf

Pixel Phone 5" 759 €
Pixel Phone XL5,5" 899 €

Google legt mit zwei Modellen nach - und setzt nicht nur auf Hardware, sondern vor allem auf neue Software.

US-Suchmaschinenriese Google hat zuletzt bei Hardware nicht viel Neues präsentiert. Vor allem bei Samrtphones hatte Google ausgelassen. Nun stellt sich Google neu auf. Die Hardware ist aber nur Beiwerk. Google will mit neuer Software über "Künstliche Intelligenz" neue Maßstäbe setzen. Und greift damit vor allem Apple und Samsung an.

Zwei neue Smartphone-Modelle in unterschiedlichen Größen (5 und 5,5 Zoll Display) und in drei Farben hat US-Internetkonzern Google präsentiert. Pixel heißt das neue Machwerk. Gefertigt wird das "Pixel" als Auftragswerk beim Hersteller HTC. Und: Es ist das erste Smartphone, bei dem Google nach dem Kauf der Handysparte von Motorola im Jahr 2012 sowohl Hardware und Software aus einer Hand auf den Markt bringt. Google hatte 2012 für die Motorola-Handysparte immerhin 12,5 Milliarden US-Dollar hingeblättert.

Zudem hat Google seine neueste Virtual Reality-Brille sowie einen vernetzten Lautsprecher namens "Home" präsentiert. Der Suchmaschinenkonzern will freilich bei Virtual Reality (VR) neue Maßstäbe setzen. Daher wird gleich auch ein Headset (Daydream View) auf den Markt gebracht sowie ein Controller, mit dem der Nutzer sich in die virtuelle Welt fallen lassen kann.

Doch mit den drei Hardware-Produkten alleine ist es nicht getan. Ebenso wenig mit den beiden neuen Smartphone-Modellen - das Pixel kostet 759 Euro, das größere Pixel XL 899 Euro. Preislich stößt Google somit in die Sphäre der Konkurrenz von Apple und Samsung vor. Via Google Store kann das Mobiltelefon bereits bestellt werden.Und Google hat unter anderem auch bei der Kamera und bei Ladezeiten (15 Minuten Ladezeit für sieben Stunden Betriebsdauer der Batterie) nachgebessert, um auf Augenhöhe mit Apple, Samsung und auch Amazon zu kommen, die ebenso ein komplettes Ecosystem nebst Hardware bieten.

Der Kick der Künstlichen Intelligenz

Google wäre nicht Google, würde das Unternehmen nicht gleich zum Smartphone passende, neue Software mitliefern. Ein neues Betriebssystem (Android 7.1 Nougat) sowie ein Digitaler Assistant sind die Herzstücke der jüngsten Schöpfung.

Das besondere Zuckerl dürfte aber der Digital Assistant sein, den auch Apple-Nutzer interessieren dürfte. Der Eine Software, die als eine Art Siri von Apple die Fragen des Nutzers beantworten soll. So kann der Nutzer nach dem drücken des Softkey-Taste oder mit Aufforderung "Okay Google" den Nachhauseweg fragen, wie der Verkehr gerade aussieht, oder wann die nächste Apotheke schließt. Die Software greift dabei auf "Googles Wissen über die Welt zurück", wie Konzernchef Sundar Pichai betont hat.

Ähnlich funktioniert der Lautsprecher "Home". Der Nutzer gibt sein Kommando ein mit "Hey Google". Und umgehend wird die Verbindung aufgebaut. Der Ansprechpartner ist die "Künstlicher Intelligenz", also Datenbanken, die auf Fragen Auskunft geben. Der Nutzer kann etwa die Einkaufsliste damit erstellen und sich vorlesen lasse oder auch Musiktitel abrufen. Ebenso kann Home" als Übersetzungshilfe genutzt werden.

Amazon hat mit "Echo" ein ähnliches System bereits in Anwendung. Ein Vorteil hat der Online-Retailer gegenüber Google: Nutzer können per Sprachbefehl Waren aus dem Sortiment bestellen, was direkt zu Umsätzen führt. Google muss sich hingegen damit begnügen, vorläufig nur via Online-Werbung indirekt Zusatzerlöse zu generieren - mangels eigenem Shop.

Mit dieser Version dürfte Google seine Konkurrenten herausfordern. "Künstliche Intelligenz" heißt das Losungswort für die Zukunft. Verschiedene Analysten rechnen bereits damit, dass Google damit die nächste Runde des Wettbewerbs der Mobilkommunikation eingeläutet hat. Google dürfte damit als Komplettanbieter auch in der zuletzt darbenden Hardware-Sparte wieder Boden gut machen.

Zum "Pixel"-Marktstart am 20. Oktober soll der Assistent neben Englisch außerdem Deutsch als einzige weitere Sprache beherrschen. Wann das Gerät in Österreich erhältlich sein wird, wurde noch nicht mitgeteilt.

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Ingo Kipker

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