Game Over für PlayStation-Töchter in Österreich und der Schweiz

Game Over für PlayStation-Töchter in Österreich und der Schweiz

Sony bearbeitet die Märkte in Österreich und der Schweiz künftig virtuell und von Deutschland aus.

Beim Elektronikkonzern Sony wird kräftig umgerührt. Der Konzern verpasst sich ein Sparprogramm. Die PlayStation-Niederlassungen in Wien und Zürich werden mit der Konsolidierung des Standorts quasi aufgelöst. Die PS-Sparte ist für Sony die Gewinnmaschine Nummer 1.

Kehraus bei Sony in Österreich und der Schweiz: Die Niederlassungen für PlayStation (PS) werden quasi geschlossen. Wien bzw. Österreich als Gaming-Standort bekommen mit dem Rückzug des Weltmarktführers nach Deutschland somit einen weiteren kräftigen Dämpfer.

Der Spielekonsolenhersteller Sony PlayStation macht in Österreich und der Schweiz quasi die Luken dicht, die Büros in Wien und Zürich sollen noch ein Jahr offen bleiben. Die Betreuung der Geschäftskunden sowie die Pressearbeit wird künftig nur noch von Deutschland aus abgewickelt. Bis Sommer werden die beiden PlayStation-Niederlassungen quasi geschlossen. Zuletzt war PS in Mini-Besetzung von maximal einer Handvoll Mitarbeiter und auf Zuruf arbeitenden Agenturen in Österreich und der Schweiz vertreten.

PlayStation-Sprecher Guido Alt aus der Zentrale in Frankfurt meint zur Quasi-Schließung der Wiener Niederlassung: "Wir konsolidieren immer wieder Standorte." Um im gleichen Atemzug zu sagen: "Das Büro wird nicht geschlossen." Die jeweiligen Geschäftsträger der beiden Länder werden im Zuge der Konsolidierung abgebaut und verlassen das Unternehmen. Ob in den verwaisten Büros in Wien und Zürich der bisherigen Länderrepräsentanten Nachfolger einziehen werden, dazu meinte PS-Sprecher Alt kurz und knapp: "Weiß ich nicht, kann ich nicht sagen." Die Ansprechpartner sitzen künftig jedenfalls ausschließlich in Frankfurt.

Ökonomisch gäbe es für PlayStation keinen Handlungsbedarf die beiden Niederlassungen zu schließen, zeigen die Zahlen seit Jahren steil nach oben. Sowohl in der Schweiz als auch in Österreich performen die PlayStation-Geschäftsträger mit Top-Ergebnissen. PS4 boomt, ebenso der Verkauf der Spiele und Internetabos. Der Konsolenweltmarktführer stellt sich derzeit auch mit der Internetplattform PlayStation Now neu auf. Das Ziel sei, das "Netflix für Gamer" zu werden. Die Essenz des Konsolenbusiness ist die Vernetzung und das Spiel via Internet, wo der Weltmarktführer noch viel Umsatzpotenzial und somit Profite heben will.

Meistverkaufte Spielkonsolen weltweit (bis September 2018). Für eine vergrößerte Darstellung auf die Abbildung klicken.

Meistverkaufte Spielkonsolen weltweit (bis September 2018). Für eine vergrößerte Darstellung auf die Abbildung klicken.

Sony baut mit der PlayStation seit 1994 Konsolen für Gamer. Seither hat das Unternehmen weltweit rund 513 Millionen Konsolen verkauft (siehe Grafik) . Microsoft stieg im Jahr 2001 in den Markt ein und hat vor allem im US-Markt der PS die Stirn gezeigt. Von der Xbox One und der Xbox 360 wurden bis September 2018 gemeinsam in Summe rund 125 Millionen Stück verkauft. In Österreich hat PlayStation in den vergangenen Jahren Microsofts X-Box auf Distanz halten können, anders als etwa in dem großen Heimmarkt in den USA. Der dritte große Anbieter im Bunde, Nintendo, konnte vor allem mit den tragbaren Game-Boy-Modellen, aber auch der Wii punkten. In Summe hat Nintendo bereits über 673 Millionen Geräte inklusive der neuesten Konsole Switch (NX) verkauft.

Österreichweit sind derzeit 500.000 der neuesten internetfähigen PS4-Konsolen auf dem Markt. Das heißt: in jedem achten Haushalt in Österreich steht eine PlayStation neueren Datums. Nintendo rangiert laut GfK-Daten mit 150.000 Geräten auf Rang 2 gleichauf mit Microsofts Xbox. Letztere hatten nach einer kräftigen Restrukturierung die Vertretung in Wien gestutzt. Den österreichischen Markt für die Xbox bearbeitet Microsoft mit einer Mitarbeiterin von Amsterdam aus, die gleichzeitig für die Benelux-Staaten verantwortlich zeichnet.

Die Neujustierung der Gewinnmaschine

Umsatz und Gewinn der Konsolen-Sparte schießen geradezu in die Höhe. Die PS wird immer mehr zur Gewinnmaschine von Sony. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 (Ende März 2019) ist der Gewinn um fast 21 Prozent auf 1812 Mrd. Yen (knapp 14,49 Mrd Euro) gestiegen. Um 57 Prozent auf rund 247 Mrd. Yen (1,98 Mrd.) ist der Gewinn angewachsen. Umsatzzahlen zu den Ländern gibt PlayStation nicht bekannt.

Das PS-Konsolengeschäft samt Games sowie die Mobilfunksparte, der Elektronikbereich (wie TV-, Hifi, Computer) sowie Musik werden seit Jahren in jeweils eigenen, voneinander getrennten Gesellschaften geführt. PlayStation ist derzeit der Top-Performer des japanischen Konzerns. Die Mobilfunksparte ist hingegen das Sorgenkind des Konzerns.

Die Quasi-Schließungen der Niederlassung in Österreich und der Schweiz passieren im Rahmen einer weltweiten Restrukturierung im Vorfeld des Produktlaunch der neuen Konsole PS5 und dem Relaunch von PS Now. Auch auf Chefebene werden derzeit auch die Posten neu verteilt. Jim Ryan wird ab 1. April neuer CEO und President. Der bisherige PS-Chef und CEO, John Kodera, wird wieder der oberster Technikchef werden. Er hat die Leitung bei der Neuaufstellung der Online-Gaming-Platform PS Now übernommen und ist neuer Chef der Network Area.

Bei der Branchenshow der Gamer, der jährlich in Los Angeles stattfindenden E3Expo, wird PlayStation heuer erstmals nicht dabei sein. Rund um den Branchentreff, der vom 11. Bis 13 Juni 2019 stattfindet, soll PlayStation eine eigene Show auf die Beine stellen, um dort der Produkteinführung der PlayStation 5 einen exklusivere Note zu geben. "Alles Spekulationen und Gerücht", meint PS-Sprecher Alt zu Terminen der Produkteinführung sowie Preise der PS5, die heuer über die Bühne gehen soll.

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