5G und Fitnessbänder: Fünf Trends beim Mobile World Congress

5G und Fitnessbänder: Fünf Trends beim Mobile World Congress

Beim Mobile World Congress geht es längst um mehr als nur Themen der Mobilfunk-Branche. Die Messe zog 2013 auf ein größeres Gelände um, weil es an dem bisherigen Ort zu eng geworden war. Im vergangenen Jahr gab es einen Besucherrekord mit 93.000 Brancheninsidern und Journalisten. Der Mobile World Congress (früher bekannt unter dem Namen 3GSM) ist eine reine Fachveranstaltung. Ein Überblick.

Barcelona. Der Mobile World Congress gilt als Gipfel-Treffen der Mobilfunk-Branche. Zu der viertägigen Veranstaltung kommen Jahr für Jahr viele Konzernchefs und Top-Entscheider nach Barcelona. Diesmal sind vom 22. bis 25. Februar unter anderem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Vodafone-Chef Vittorio Colao und Ford-Lenker Mark Fields mit dabei.

Das sind die aktuellen Trends auf dem Branchentreff des Mobilfunks:

5G: Die wachsende Smartphone-Nutzung und das Internet der Dinge machen schnellere und leistungsstärkere Netze notwendig. Abhilfe soll der neue Datenfunk-Standard 5G schaffen. An seiner Ausgestaltung wird immer noch gearbeitet - aber immer mehr Mobilfunk-Anbieter lassen bereits Test-Netze laufen.

WEARABLES: Die Geräteklasse der Mini-Computer, die man am Körper trägt, wächst schnell. Der Klassiker sind Fitness-Armbänder. Aber in Barcelona dürften auch wieder viele Computer-Uhren zu sehen sein - auch solche, die ohne ein Smartphone direkt ins Netz gehen können. Neu ist, dass die Bänder und Uhren immer häufiger als Ersatz für Kreditkarte und Bargeld genutzt werden sollen.

INTERNET FÜR ENTWICKLUNGSLÄNDER: Nach Barcelona kommt zum dritten Mal Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der für sein Projekt Internet.org wirbt. Es soll günstige Online-Anschlüsse in Entwicklungsländern fördern, die Mobilfunk-Anbieter zeigten sich bisher skeptisch. Zuletzt wurde ein Gratis-Angebot von Facebook zudem in Indien untersagt, weil dabei andere Dienste benachteiligt würden. Kritiker werfen dem weltgrößten Online-Netzwerk "digitalen Kolonialismus" vor.

INTERNET DER DINGE: Von der Zahnbürste bis hin zur Straßenlaterne - alles wird vernetzt. Das digital organisierte Zuhause und "smarte" Städte bekommen viel Platz auf der Messe. Zugleich hören Diskussionen über Datenschutz und die Verteilung der Investitionen in die nötige Infrastruktur nicht auf. Mit Ford-Chef Mark Fields ist ein ranghoher Vertreter der Auto-Industrie dabei.

Einige Eckpunkte zu der boomenden Mobilfunk-Industrie

Im Jahr 2015 wurden insgesamt gut 1,4 Milliarden Smartphones verkauft. Das waren um rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Wachstum kommt vor allem aus Schwellenländern wie Indien oder Indonesien, in denen meist günstige Geräte gefragt sind. Damit wächst die Rolle chinesischer Hersteller, die solche Smartphones anbieten.

Samsung verkauft seit Jahren die meisten Smartphones, aktuell kommt rund jedes fünfte Computer-Telefon weltweit von den Südkoreanern.

Apple mit seinem iPhone folgt dahinter mit etwa 18 Prozent Marktanteil. Da der US-Konzern aber auf günstige Modelle in seinem Angebot verzichtet, landet bei ihm der Großteil der Gewinne der Branche.

Ende 2015 gab es weltweit nach Berechnungen des Netzausrüsters Ericsson rund 7,3 Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse, davon wurden 3,4 Milliarden per Smartphone genutzt. Zum Jahr 2021 dürften aber bereits 6,4 Milliarden Computer-Telefone im Markt sein

In den USA und Westeuropa werden kaum noch einfache Handys verkauft, selbst in China haben Smartphones einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent beim aktuellen Absatz. In Indien oder Afrika machen Computer-Telefone dagegen erst rund die Hälfte der Verkäufe aus.

In Westeuropa wird pro Smartphone durchschnittlich ein Datenvolumen von zwei Gigabyte monatlich übertragen. In Nordamerika sind es 3,8 Gigabyte.

Googles Android ist das dominierende Smartphone-Betriebssystem mit einem Marktanteil von gut 80 Prozent. Apples iOS füllt weitgehend den Rest aus, für andere Plattformen bleibt nur wenig Platz. So kam Microsofts Windows Phone zuletzt laut Analysten gerade einmal auf ein Prozent Marktanteil. Das hauseigene System des Smartphone-Pioniers Blackberry ist praktisch bedeutungslos geworden und könnte eingestellt werden. Das Firefox OS wurde bereits aufgegeben.

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