Fake-Shops: So erkennen Sie Betrüger im Netz

Fake-Shops: So erkennen Sie Betrüger im Netz

Für ein Produkt bezahlt, aber die Ware wurde nie geschickt? Online-Betrüger frühzeitig entlarven, ist das Um und Auf.

Cyberkriminelle tarnen ihre Fake-Internetseiten meistens sehr gut, vor allem wenn sie bekannte Online-Shops imitieren. Wer weiß wie kann seriöse Websites aber von Fake-Shops unterscheiden. Tipps, wie Sie Betrug vorbeugen und wo Opfer von Internet-Betrügern Hilfe erhalten.

Die Liste der Shops, die im Internet Waren anbieten, aber trotz Zahlung das Produkt nicht liefern, ist lange. watchlist-internet.at hat für diese Betrügerseiten sogar eine eigene Webseite eingerichtet. Die Fake-Shops dienen einzig und allein dem Betrug und liefern keine Ware, sind meist professionell aufgesetzt und schwer von seriösen Online-Shops zu unterscheiden. Möglich ist es aber dennoch. Wie Sie Fake-Websites erkennen, einem Betrug vorbeugen und seriöse Anbieter identifizieren können. Und wo Sie im Fall des Falles Hilfe erhalten.


I. So erkennen Sie Fake-Websites:

1. Ungewöhnliche Internet-Ardesse (URL)

Weist eine bekannte Webadresse Ungereimtheiten auf, sollten Sie skeptisch werden. Wenn die Webseite beispielsweise hinter dem .at Noch ein .com aufweist oder die Web-Adresse nicht zum Inhalt der Seite passt. Beispielsweise für Fake-Domains:

  • Die Internet-Adresse (Domain) endet eigentlich auf ".at" für Österreich oder “.de” für Deutschland, Sie enthält jedoch weitere Domainendungen, beispielsweise “.de.com”.
  • Die TLD (Top Level Domain) ist komplett anders als bei dem bestehenden Webshop.
  • Die Web-Adresse des Shops passt nicht zum Inhalt.
  • Eventuell handelt es sich um Lookalike-Domains. Bei solchen Domains wird der Markenname geringfügig abgeändert; so wird beispielsweise ein “O” durch eine Null ersetzt. Das kann man leicht übersehen.

2. Zu billig um wahr zu sein

Zwar müssen Fake-Shops nicht extrem billig sein, jedoch sind die Preise für die angebotenen Waren häufig eigentlich zu gut um wahr zu sein.

3. Eingeschränkte Bezahlmöglichkeiten

Die Cyberkriminelle gestalten ihre Fake-Shops häufig so, dass vordergründig viele Bezahlmöglichkeiten angeboten werden. Beim letzten Schritt der Bestellung bleibt dann aber doch nur eine Option übrig und das ist meistens die Vorauszahlung. Oder es kommt laut Erfahrung von watchlist-internet.at bei Auswahl der Zahlmöglichkeiten zu einer Fehlermeldung, weshalb dann doch der Betrag vorab bezahlt werden muss. "Stellen Sie derartiges fest, überweisen Sie das Geld auf keinen Fall, ansonsten ist es verloren.„Begegnet Ihnen so etwas, brechen Sie den Kauf am besten sofort ab, denn es ist unwahrscheinlich, dass Sie Ihren Einkauf je erhalten werden“, warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin des Internet-Sicherheitsspezialisten PSW.

4. Mangelhafte oder fehlende Kontaktangaben

Ein schlechtes Zeichen ist es auch, wenn das Impressum fehlt oder unvollständig ist und auch die Angaben, wie das Unternehmen erreichbar ist, mangelhaft ist. „Die Unternehmensidentität sollte deutlich sichtbar sein“, so Tulinska. In das Impressum gehören neben der Postadresse auch ein Vertretungsberechtigter sowie eine E-Mail-Adresse und die Handelsregisternummer. Die Echtheit dieser Nummer können Sie für ein österreichisches Unternehmen unter firmenbuch.at oder für Deutschland unter handelsregister.de prüfen.

5. Fehlende oder erfundene AGB

Fehlen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), so raten Verbraucherschützer, auf dieser Seite gar nicht erst zu bestellen. Dasselbe gilt, wenn die AGB frei erfunden sind. Manchmal stößt man auch auf zusammenkopierte AGB oder solche, die mit einem Übersetzungsprogramm in schlechtes, fehlerhaftes Deutsch übersetzt wurden.

6. Bewertungen nur innerhalb der Shops

Bewertungen im Web sind eine gute Sache, jedoch sollte man sich nicht täuschen lassen. „Bleiben Sie skeptisch, wenn die Kundenbewertungen nur innerhalb des Shops existieren, diese ausschließlich positiv sind oder sich die Bewerter mit Lobeshymnen überschlagen. Geben Sie lieber den Namen des Shops in eine Suchmaschine Ihres Vertrauens ein und suchen Sie nach Erfahrungen anderer Nutzer“, rät Tulinksa.

7. Gefakete oder frei erfundene Gütesiegel

Güteiegel sind im Laufe der Jahre entstanden, um seriöse Online-Shops als solche auszuzeichnen und erkennbar zu machen. Die Shops werden, um ein Siegel zu erhalten, auf verschiedene Parameter geprüft, die sich von Siegel zu Siegel unterscheiden können. Anstatt blind auf diese Siegel zu vertrauen, lohnt es sich hier, genauer hinzuschauen. Klicken Sie auf das jeweilige Siegel. Ist dieses echt, werden Sie zu einem Zertifikat des Siegel-Anbieters weitergeleitet. Handelt es sich um einen Fake, ist in aller Regel kein Link hinterlegt.

Fake-Shops setzen auf frei erfundene Siegel oder zeigen auch echte Gütesiegel, die diesen aber nie verliehen wurden. IT-Expertin rät: „ Machen Sie die Probe aufs Exempel, indem Sie das jeweilige Siegel anklicken. Werden Sie zum Zertifikat des Siegel-Anbieters weitergeleitet, ist das Siegel echt.“ Handelt es sich um einen Fake, ist in aller Regel kein Link hinterlegt.

8. Zertifizierungsstelle durchforsten

Sollte kein Klick auf ein Gütezeichen möglich sein oder eine Verlinkung ins Leere führen, empfiehlt watchlist-internet auf den Websites der Zertifikatsstellen, www.guetezeichen.at/zertifizierte-websites, nach den zertifizierten Shops suchen. unter in den Sie auch dort keinen Hinweis auf die Echtheit eines Gütezeichens, so ist Vorsicht geboten.

9. Domain-Check (Whois)

Finden Sie heraus, wer hinter einer Website steht: Mit einer Whois-Abfrage werden - je nach Rechtsperson - Informationen über den Inhaber einer Domain, den technischen Ansprechpartner (Tech-C) und technische Daten (Nameserver, DNSSec-Informationen) geliefert. Eine solche Abfrage können Sie zum Beispiel über die offiziellen österreichischen Domain-Vergabestelle nic.at durchführen.


II. So beugen Sie Betrug vor

  • SSL-Zertifikat überprüfen. Gerade bei Online-Shops und beim Online-Banking ist Vorsicht geboten: Ist die Webseite nicht verschlüsselt, werden anzugebende Passwörter, persönliche Daten oder auch die Zahlungsdaten unverschlüsselt übermittelt. Bei seriösen Webseiten wird dies nicht passieren.
  • Sichere Webseiten sind mit https verschlüsselt. Erscheint Ihnen die Website sicher, ist sie also mittels HTTPS verschlüsselt, prüfen Sie bitte dennoch das Zertifikat genau! Kostenfreie SSL-Zertifikate sind in aller Regel nur domainvalidiert. Eine echte Identitätsprüfung findet nicht statt. Diese SSL-Zertifikate werden gerne von Fake-Shops genutzt.
    Die wenigsten Fake-Shops hingegen machen sich die Mühe, ein sogenanntes Extended Validation SSL-Zertifikat (EV-Zertifikat) anzufordern. Denn ein solches Zertifikat erfordert eine genaue Prüfung der Identität des Zertifikatbesitzers durch die Zertifizierungsstelle.
  • Rechts auf das Zeichen mit dem Schloss klicken. Das SSL-Zertifikat einer Website prüfen Sie, indem Sie in der Adresszeile des Browsers auf der rechten Seite der Eingabezeile auf das Schloss oder das Feld vor “https” klicken. Dann wird Ihnen angezeigt, wer Zertifikats- und Domaininhaber ist und welche Zertifizierungsstelle die Identität geprüft hat.
  • .at Domain ist noch kein Zeichen für guten Schutz Viele User halten Top-Level-Domains wie “.at” oder „de“ für ein untrügliches Zeichen von Sicherheit. Doch der Schein trügt: Beim Registrieren einer Domain wird nicht zwangsläufig die Identität desjenigen, der sich registriert, geprüft. So können auch Cyberkriminelle leicht eine .at oder .de-Domain erhalten
  • Auch Betrüger werben auf Facebook & Co: Werbung auf Facebook, Instagram, Google oder anderen Websites sind kein Hinweis für Vertrauenswürdigkeit warnt watchlist-internet.at. Auch betrügerische Online-Shops werben häufig um Kundschaft.

III. So erkennen Sie seriöse Anbieter:

  • Genaue Adresse ist angegeben. Achten Sie, ob der Anbieter eine Adresse hat (Firmenname, Anschrift, Mailadresse, Telefonnummer, Firmenbuchnummer). "Das ist vor allem für Reklamationen wichtig", so die Arbeiterkammer.
  • Leistungen sind genau beschrieben. Das Angebot sollte genau beschrieben sein und alle zusätzlichen Kosten angeführt sein, wie etwa für den Versand, und welche sichere Zahlungsformen angeboten werden (keine Vorauszahlung).
  • AGB sind leicht zu finden. Die „Allgemeine Geschäftsbedingungen“ müssen sie leicht zu finden, online abrufbar und zum Ausdrucken sein.
  • Bestell-Bestätigungen. Bestellungen müssen vom Anbieter nochmals per E-Mail bestätigt werden.
  • Hinweis auf Rücktrittsrecht. Auf der Website muss auf das 14-tägige kostenlose Rücktrittsrecht vom Onlinevertrag hingewiesen sein. Es gibt jedoch Ausnahmen vom Rücktrittsrecht. Im Zweifelsfall rät die AK, sich an deren Konsumentenschützer zu wenden.Datenschutzrichtlinien und Gütesiegel "Euro-Label". Der Anbieter veröffentlicht seine Grundsätze zum Datenschutz. Im Idealfall wurde der Onlineshop geprüft und hat das E-Commerce-Gütezeichen "Euro-Label".

IV. Wo Opfer von Cyber-Kriminellen Hilfe erhalten:

  • Watchlist Internet. Wer Rat benötigt oder bereits Opfer eines Internet-Betrugs geworden ist, kann sich direkt an wachtlist-internet.at/beratung-hilfe wenden.
  • Internet Ombudsmann. So kann man auf ombudsmann.at direkt online die Beschwerde eingeben. Dieser steht für rechtliche Fragen beim Online-Shopping und anderen digitalen Fragen kostenlos zur Verfügung . ombudsmann.at
  • Arbeiterkammer. Die Arbeiterkammer bietet in solchen Fällen ebenfalls Unterstützung an.
  • Bundeskriminalamt. Bei Verdacht auf Internet-Betrug können sich Betroffene per Mail auch an das Bundeskriminalamt - Meldestelle Against Cybercrime wenden.

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