Facebook greift Ebay & Co mit "Marketplace" an

Facebook greift Ebay & Co mit "Marketplace" an

Facebook startet mit "Marketplace" eine Gebrauchtwarenbörse und setzt damit zum Frontalangriff gegen Online-Flohmärkte an. Start ist in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland. Andere Länder sollen folgen.

Facebook setzt an zum nächsten großen Schlag: Das Online-Netzwerk will nun auch Flohmarkt und Tauschbörse sein. Mit der neuen "Marketplace" Funktion sollen die Facebook-Nutzer künftig ihre Möbel, Kleidung, Haushaltsgeräte und andere Gegenstände verkaufen können.

Das am Montag gestartete Feature "Marketplace" wird vor allem Anbietern wie eBay oder CraigsList verstärkt Konkurrenz machen. Aber auch lokale Online-Flohmärkte, wie etwa das in Österreich populäre willhaben.at, werden mit Facebook eine schlagkräftige Konkurrenz bekommen, ist doch jeder Facebook-Kunde ab Einführung des Features "Marketplace" von einem Moment zum anderen ein potenzieller Käufer oder Verkäufer.

"Markteplace" wird zunächst nur den Nutzern in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland zur Verfügung gestellt, andere Länder sollen in den kommenden Monaten folgen, heißt es in einer Nachricht von Facebook.

Produktmanagerin Mary Ku hob in einem Statement hervor, dass das Netzwerk schon seit Jahren von Nutzern für den Verkauf und Kauf von Dingen genutzt werde. Diese Art von Aktivitäten habe in Facebook-Gruppen begonnen und "substanziell zugenommen". Die Facebook-Gruppen zum Kauf und Verkauf würden jeden Monat von mehr als 450 Millionen Nutzern besucht.

Ein Angebot in vier Schritten

"Marketplace" soll den Nutzern nun den Handel erleichtern. Für Facebook ist es einmal mehr die Chance noch mehr Daten seiner Nutzer zu sammeln. Dabei bringt er mittels Geolocations-Funktion nicht nur Anbieter und Nachfrager zusammen. Facebook profitiert freilich von den gesammelten Daten, mit denen noch gezielter Werbung ans die Nutzer ausgespielt werden kann. Über den Flohmarkt-Knopf kann Facebook somit weitere Werbeumsätze mit den Firmenkunden lukrieren.

Verkäufer können auf Marketplace in nur vier Schritten Angebote platzieren: Erstens das Produkt fotografieren und auf Marketplace hochladen, zweitens Produktname vergeben, drittens den Preis eintragen und und vor allem den Ort angeben, wo der Verkäufer sein Produkt verkaufen will und viertens posten. Die angebotenen Objekte werden bevorzugt den Nutzern angezeigt, die sich im Umkreis des Verkäufers aufhalten oder dort wohnen.

Umgekehrt können potenzielle Käufer über das Facebook-Feature auch gezielt nach bestimmten Objekten oder Objektkategorien suchen, die gerade von anderen Nutzern in der nächsten Umgebung angeboten werden.

XXXLutz Marketingleiter Thomas Saliger (li.) und Premedia-CEO Wolfgang Erlebach.

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