13 Experten lenken "Autonomes Fahren" in Österreich

Die Regeln für das Steuern von Autos ohne Fahrzeuglenker sollen in Österreich nun klar definiert werden. Eine 13köpfige Expertenkommission soll mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet werden und über Tests zum "Autonomen Fahren" in echter Umgebung und den dabei anfallenden Daten wachen.

13 Experten lenken "Autonomes Fahren" in Österreich

Autos steuern mit digitaler Hand: Eine Expertenkommission soll den Test-Betrieb auf Österreichs Straßen lenken.

Wien. Abergläubisch darf man nicht sein: Das Verkehrsministerium will nun einen Expertenrat aus 13 Mitgliedern zusammenstellen, der darüber entscheiden soll, ob Autos von "digitaler Hand", also nicht von einem Fahrzeuglenker im Auto, gesteuert werden darf. Es geht vorläufig jedoch nur um Tests, über die der Expertenrat entscheiden wird. Interessenten, die Tests mit "selbstfahrenden Autos" in Österreich fahren wollen, müssen hierfür einen Antrag stellen.

Der 13köpfige Rat für "Selbstfahrende Autos" ist im Verkehrsministerium angesiedelt. Die Mitglieder werden vom halbstaatlichen Austrian Institute of Technology, der Industriellenvereinigung, der TU Wien, der Universität für Bodenkultur, der Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr, dem TÜV, dem Versicherungsverband, der Arbeiterkammer, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, dem ÖAMTC, dem ARBÖ und der Verwaltung abgestellt, wie das das Verkehrsministerium mitgeteilt hat.

Die Ratsmitglieder werden quasi ehrenamtlich in den Expertenrat nominiert. Sie arbeiten laut Verkehrsministerium unentgeltlich. 20 Millionen Euro hat das Ministerium dennoch für die Förderung der Testumgebungen und Technologieentwicklungen reserviert. Die Ausschreibung für eine universitäre Stiftungsprofessur ist bis Mai dieses Jahres anberaumt. Verkehrsminister Jörg Leichtfried sieht Österreich als "eines der ersten Länder Europas, das umfangreiche Tests für automatisiertes Fahren auf den Straßen ermöglicht.

Der Datencheck

Der Tätigkeitsbereich der Experten umfasst etwa die Prüfung von sicherheitsrelevante Kriterien wie die Summe der bisher zurückgelegten Testkilometer, den Datenschutz und den damit verbundenen Umgang der gewonnen Daten. Dabei wird unter anderem entschieden, wie das Filmmaterial mit Außenbordkameras weiter verwendet oder gespeichert wird. Ebenso soll der Nachweis, dass das automatisierte System deaktiviert wird und der Lenker etwas die Führung des Fahrzeugs übernommen hat, gespeichert werden.

Der Rat hat die Vollmacht, Auflagen für geplante Straßentests zu formulieren und Empfehlungen auszusprechen. Das Gremium soll außerdem das Verkehrsministerium in Datenschutz-, Haftungs- und Ethikfragen beraten. Die erste Arbeitssitzung des 13köpfigen Expertenrats ist laut Verkehrsministerium für 20. April anberaumt. Noch ein Detail für Abergläubige: Der 13köpfige Expertenrat tagt zur Eröffnung ihres ersten Arbeitskreises an einem Donnerstag - nicht an einem Freitag.

Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich

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