DSGVO - Nur ein Viertel der Unternehmen erfüllen Vorgaben

DSGVO - Nur ein Viertel der Unternehmen erfüllen Vorgaben

Noch viel zu tun: die Umsetzung der DSGVO ist für die Mehrheit der Unternehmen in Österreich eine offene Baustelle.

Gut acht Monate nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) haben erst 25 Prozent der Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben voll erfüllt. Noch immer sind zwei Drittel laut einer Online-Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte noch auf dem Weg DSGVO-fit zu werden.

Die Österreichische Post und ihre Geschäfte mit Daten stehen in Kritik. Die heimische Datenschutzbehörde hat ein Prüfverfahren eingeleitet, ob die Geschäfte der Post den Bestimmungen der DSGVO entsprechen (--> siehe Artikel "Die Post weiß von allen was"). Dabei ist die Post aber bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) säumig ist, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt.

Demnach haben erst 25 Prozent der Befragten einer Online-Umfrage angegeben, die DSGVO-Vorgaben voll umgesetzt zu haben. Zwei Drittel sehen sich auf "gutem Weg" und befinden sich eigenen Angaben zufolge "auf der Zielgerade". 12 Prozent haben sich noch immer nicht mit der Umsetzung der DSGVO befasst. Seit 25. Mai 2018 ist die DSGVO in Kraft gesetzt. Vor allem für Kleinunternehmen sei die Umsetzung eine große Herausforderung, insbesondere aufgrund der mangelnden Ressourcen.

"Zwar hat nur ein Viertel der Unternehmen die Verordnung bereits vollständig umgesetzt, fast zwei Drittel befinden sich aber auf einem guten Weg", erklärt Andreas Niederbacher von Deloitte Österreich.

Die Umsetzung waren aber auch für Großunternehmen und mittelgroße Unternehmen bis dato eine Herausforderung. (siehe Grafik, unten) . "In erster Linie sind es rechtliche Unklarheiten bei der EU-DSGVO, die bei vielen zu Verunsicherung führen", betont Niederbacher. Aber auch Löschfristen seinen von den Befragten als eine "besondere Herausforderung" genannt worden.

Die Top-Herausforderungen bei der Umsetzung der DSGVO

An der Online-Befragung haben im Dezember 212 Unternehmensvertreter in leitender Position teilgenommen. Rund die Hälfte der Befragten waren in Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten tätig.

Verhaltene Nachfrage nach Datensammlung

Recht überschaubar ist die Zahl der Anfragen der Kunden an die Unternehmen zur Datenspeicherung. Vor der Einführung der DSGVO gab es kaum Anfragen. Rund 58 Prozent der Unternehmen gaben bei der ersten Online-Umfrage vor einem Jahr an, bis dahin keine Anfragen zu Auskunft und Löschung erhalten zu haben. Daran habe sich laut Deloitte auch nach Inkrafttreten der Verordnung kaum etwas verändert. Seit dem 25. Mai 2018 haben 35 Prozent der Unternehmen noch immer keine Anfrage erhalten. Fast die Hälfte der Befragten (42 Prozent) gab an bis zu 10 Anfragen erhalten zu haben (s.Grafiik unten) .

55 Prozent der Befragten gaben an eine Software-Tool für die Umsetzung der DSGVO einzusetzen. 39 Prozent gaben an, keine Software dafür einzusetzen.

Die Mehrzahl der Unternehmen hat eine Beratung in Anspruch genommen. 60 Prozent hätten sich im Zuge der Umsetzung Rat von Experten geholt. Laut Deloitte ging es dabei insbesondere um rechtliche Unterstützung, um Unklarheiten auszuräumen oder sich juristisch abzusichern".

Digital

USA setzen Huawei auf die schwarze Liste - die Folgen

Start-ups

Hip. Vif. Tel Aviv!

Kommentar
Christian Huck

Management Commentary

Wenn klassische Kennzahlen zu kurz greifen