Digitale Gesundheit: Zwei neue Boltzmann-Institute vor dem Start

Digitale Gesundheit: Zwei neue Boltzmann-Institute vor dem Start

In Salzburg sollen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Lebensstil-Änderungen unterstützt, in Wien die Patientensicherheit verbessert werden.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) eröffnet zwei neue Institute in Wien und Salzburg, die sich dem Thema der digitalen Gesundheit widmen. Dabei sollen digitale Technologien und Daten genutzt werden, um einerseits die Nachhaltigkeit von Lebensstil-Änderungen, andererseits die Patientensicherheit zu verbessern.

Der Kardiologe und Sportmediziner Josef Niebauer, Chef des Instituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin am Uniklinikum Salzburg, leitet das neue Institut in Salzburg, für das derzeit die Mitarbeiter rekrutiert werden.

Digitaler Anschubser

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen könne man gut vermitteln, was sie tun sollten, etwa abnehmen oder mehr Bewegung machen. "Doch sobald sie das Krankenhaus oder die Reha verlassen, folgen sie häufig nicht mehr den Empfehlungen - so wie man Neujahrsvorsätze rasch wieder vergisst", erklärte Niebauer.

Das neue Institut verfolgt die Idee, mithilfe der digitalen Möglichkeiten das Gesundheitsverhalten nachhaltig zu unterstützen. So könnte man etwa durch Datensammeln herausfinden, was an einem Tag passiert sei, an dem ein Patient nach der Arbeit trotz seines Vorsatzes nicht ins Fitnesscenter gehe und ihn etwa mit einer Nachricht motivieren. "Dabei geht es nicht um Big Brother, sondern darum, das zu erreichen, was der Patient erreichen will", sagte Niebauer, der am Institut u.a. mit der Uni Salzburg, dem Austrian Institute of Technology (AIT), der FH Salzburg und Salzburg Research kooperiert.

Digitale Patientensicherheit

Das Ludwig Boltzmann Institute for Digital Health and Patient Safety wird vom Anästhesisten Harald Willschke von der Wiener Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie geleitet. Ziel sei es, die Patientensicherheit mit neuen digitalen Technologien zu verbessern.

Als Beispiel nannte er etwa den Einsatz von Telemedizin in Pflegeheimen, wo es keine ärztliche Versorgung rund um die Uhr gibt. Daher werde bei gesundheitlichen Problemen oft die Rettung gerufen. Telemedizin könnte hier helfen, die Bewohner nicht unnötig ins Spital zu bringen, sagte Willschke, der dafür mit Caritas-Pflegeheimen in Wien kooperiert.

Aber auch im Krankenhaus können digitale Technologien helfen. So hätten etwa nach chirurgischen Eingriffen bestimmte Komplikationen Auswirkungen auf die Mortalität und Dauer des Krankenhausaufenthalts. Nach dem Vorbild des Risiko- und Katastrophenmanagements könnten durch regelmäßiges Erfassen und Bewerten wichtiger Faktoren rechtzeitig geeignete Maßnahmen gesetzt werden.

Das neue Institut, das im Sommer starten wird, kooperiert dabei mit Wissenschaftern der Technischen Universität Wien und der Uni Wien, Patientenvertretern und -anwaltschaft sowie Industriepartnern. Auch Juristen seien an Bord, um rechtliche Rahmenbedingungen zu überprüfen und Soziologen, die etwa die digitalen Bedürfnisse von Bewohnern der Seestadt in Wien und dem Waldviertel vergleichen wollen.

Link-Tipp

www.lbg.ac.at


Digital

USA setzen Huawei auf die schwarze Liste - die Folgen

Start-ups

Hip. Vif. Tel Aviv!

Kommentar
Christian Huck

Management Commentary

Wenn klassische Kennzahlen zu kurz greifen