Digitale Assistenten: So funktioniert die Altenbetreung der Zukunft

Digitale Assistenten: So funktioniert die Altenbetreung der Zukunft

Smart Home für ältere Menschen und Behinderte stecken derzeit noch in den Anfängen. Die FH Technikum ist mit seinen Entwicklungen vorne dabei.

Ältere Menschen und Behinderte bei ihren alltäglichen Tätigkeiten zu unterstützen und mit Hilfe digitaler Prävention Unfälle zu vermeiden, dass ist das Ziel eines Forschungsprojektes der FH Technikum Wien. Trend.at hat einen Blick in das Assisted Living Labor geworfen.

Wenn man älter, sturzgefährdet und vergesslich ist oder durch eine Behinderung sich nur eingeschränkt bewegen kann, können digitale Helfer das Leben erleichtern. Möglich machen das Smart-Home-Lösungen. Die FH Technikum Wien arbeitet dazu im Rahmen eines Forschungsprojekt an der digitalen Prävention von Unfällen von Kindern, älterer und behinderter Menschen und an der digitalen Steuerung von alltäglichen Tätigkeiten in der Wohnung für Menschen mit starker motorischer Beeinträchtigung. „wir haben Geräte entwickelt, die Geräte und Computer für Menschen, die sich kaum oder gar nicht mehr bewegen können, zu steuern.

Joystick für den Mund, um Gefühle auszudrücken oder Befehle
Nun wurden die Forschungsarbeiten, die bereits vereinzelt im Einsatz sind, vorgestellt.
Gesteuert wird der Computer, Tablets oder Smartphones entweder mit einem herkömmlichen Cursor, wenn das nicht mehr möglich ist, mit einer sogenannten Flipmouse, die etwa auch von Querschnittsgelähmten bedient werden können, sofern sie noch einen Finger oder eine Zehe bewegen können. Ist das nicht mehr möglich, kann das Smart Home auch nur mit den Augen gesteuert werden. Das dafür nötige Interface kann per WLAN auch auf das Smartphone projektiert werden. So können bewegungseingeschränkte Menschen, die sich vielleicht auch nicht mehr verbal mitteilen können, auf Anzeigenfelder gehen, die beispielsweise Trauer, Spaß oder Freude anzeigen oder eben Befehle für das Smart Home ausführen.

Heizung, Wohnung oder TV nur mit den Augen steuern
Bleibt man beispielsweise mit den Augen länger auf dem Anzeigenfeld bleiben und so etwa das Tool steuern, um seine Gefühle durch das Anklicken von Kästchen zu kommunizieren. So können auch Wünsche artikuliert werden, was man gerne anziehen möchte. Oder man steuert nur mit dem speziellen Mousepad für den Mund oder mit den Augen den Fernseher, kann so die Raumtemperatur verändern oder Jalousien hoch- oder runterfahren. Der Computer kann auch nur mit Muskelaktivität gesteuert werden. Sensoren können die Bewegung der Muskel messen. Spannt eine derart in seiner Bewegung eingeschränkte Person den Muskel an, kann so die Maus und damit den Computer gesteuert werden.

Digitale Prävention von Unfällen - Sensoren schlagen Alarm
Ein wichtiges Einsatzgebiet an denen die FH Technikum forscht, sind auch Tools zur digitalen Prävention von Unfällen. Dazu gehört beispielsweise die Überwachung von Fenstern. Nähert sich ein Kind dem Fenster schlagen Sensoren an und reagieren beispielsweise mit einem Alarmsignal.
Für ältere Menschen besonders schwerwiegend können Stürze sein. Um einen solchen etwa vor dem Bett zu vermeiden, wird eine Matte mit Sensoren ausgestattet. Sobald man auf diese Matte tritt, geht automatisch das Licht an, und das Risiko zu stürzen, wird minimiert.

Ohne Bewegung schaltet sich Herdplatte ab
Eine typische Gefahrenquelle bildet auch eine Herdplatte, die vergessen wird auszuschalten. Die Forscher der Fachhochschule haben deshalb einen Bewegungssensor entwickelt, der auf der Decke vor dem Herd installiert wird. Solange sich dort jemand aufhält, bleibt die Herdplatte eingeschaltet. Wird der Bereich verlassen und registriert der Sensor keine Bewegung mehr, schalten sich die Herdplatten automatisch ab.

Sturz: Sensoren reagieren - Nachbarn werden automatisch verständigt
Im Bad kann ein Sturzmelder nützlich sein. Dieser schlägt bei Erschütterungen des Bodens Alarm. In einem ersten Schritt können beispielsweise automatisch die Nachbarn angerufen werden. Sind diese nicht verfügbar Familie oder Freunde. Erst wenn auch diese nicht reagieren, wird die Rettung verständigt.

Praktisch im Urlaub: Pflanzern werden, abhängig von der Feuchtigkeit der Erde, automatisch gegossen.

Blumen werden automatisch gegossen
Die Studenten der FH haben zudem die klassischen Anwendungen für ein smartes Home, wie automatisch herunterfahrende Jalousien bei Sonneneinstrahlung, aufdrehen der Heizung ab einer gewissen Außentemperatur oder Uhrzeit, weitere praktische Tools entwickeln. Für jene, die Pflanzen haben, diese aber nicht selber gießen wollen oder können, und sei es auch nur im Urlaub, haben die Studenten der FH Technikum eine automatische Bewässerung entwickelt, die die Feuchtigkeit der Erde misst und je nach Bedarf den Pflanzen Wasser zuführt.

FH-Expertise für alle Elektriker und andere Interessierte ab September zugänglich
Noch stecken die Entwicklungen der Fachhochschule in den Anfängen. Um die Expertise der FH Technikum Wien Expertise zu den Themen Smart Homes und Assistive Technologien für Unternehmen, Organisationen und andere Interessenten zur Verfügung zu stellen, werden sämtliche Daten öffentlich zugänglich gemacht. Dafür wurde die „Wissensdrehscheibe für Barrierefreie Technologien“ eingerichtet. Der Zugang zu dieser Informationstechnologie steht somit demnächst allen offen.

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