Das Data Warehouse - die IT-Brücke der Bankenwelt

Das Data Warehouse - die IT-Brücke der Bankenwelt

In internationalen Banken müssen alle Länder und Abteilungen die gleiche Sprache sprechen und mit den gleichen Daten arbeiten, um gemeinsam an einem Strang ziehen zu können. Um das zu ermöglichen, setzt die RBI auf ein ausgeklügeltes Data Warehouse Management und ein standardisiertes "RBI Business English".

Komplexe regulatorische Anforderungen stellen hohe Anforderungen an Banken. Erschwerend kommt bei diesen Unternehmen hinzu, dass verschiedene Abteilungen miteinander kommunizieren müssen. Ist das Geldhaus außerdem noch in unterschiedlichen geographischen Märkten aktiv, so wird die Kommunikation zusätzlich erschwert – damit man hier gemeinsam an einem Strang zieht, braucht es einheitliche Definitionen und klare Strukturen.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) ist dieses Thema vor viereinhalb Jahren angegangen, indem ein neues Data Warehouse Management für die Konzern-IT implementiert wurde, auf das weitere IT-Projekte aufbauen können. Data Warehouse Management bedeutet, dass Daten aus dem gesamten Konzern in eine Serverstruktur geladen werden und anschließend alle Nutzer auf diese Daten zugreifen können – Risk Management, Finance Management und Regulatory Reporting nutzen somit die gleichen Daten für ihre Arbeit.

Der Weg dorthin beinhaltete mehrere Stationen, die nicht nur aus rein technischer Arbeit bestanden: So wurden etwa Arbeitskreise gebildet, die ein sogenanntes „Business Glossary“ entwickelten, in dem einheitliche Definitionen für verschiedene Kennzahlen festgelegt wurden. „Wir haben unser eigenes ‚RBI Business English‘“, sagt Markus Lochner, Projektmanager bei der RBI: „Das ist wichtig, damit man ein gemeinsames semantisches Verständnis in Bezug auf die Daten hat“. Inzwischen wird das Konzept europaweit kopiert: Auch andere Banken entwickeln nach diesem Modell eine interne Business-Sprache, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Denn jedes Geldhaus steht vor ähnlichen Herausforderungen.

Hilfe für den Regulator

Die einzelnen Abteilungen können nun also auf zentrale, standardisierte Daten schneller zugreifen und dies für ihre Arbeit nutzen. Das ist ein Vorteil, aber bei Weitem nicht der einzige: Hinzu kommt, dass auch die Anforderungen des Regulators besser erfüllt werden können. Denn früher genügte es noch, einen Report mit aggregierten Zahlen zu liefern; heute fordert der Regulator detaillierte Datensätze, um daraus selbst seine Analysen zu erstellen. Außerdem muss der Datenfluss nachgewiesen werden, also aus welchen Quellen sich das einzelne Datenfeld zusammensetzt.

All diese Aufgaben lassen sich mit dem Data Warehouse leichter bewältigen, da die meisten Daten dort nach der einheitlichen Definition gesammelt sind und ihre Herkunft klar definiert ist.

Gewaltige Datenmengen

Die Datensätze der RBI bestehen aus rund 8000 Business-Daten-Elementen zu 400 Produkten, die der Konzern im Einsatz hat. „Diese Zahlen zeigen, wie komplex das Geschäft geworden ist und wie viele Information darin enthalten sind“, sagt Lochner. Viele Daten, etwa Wechselkurse, verändern sich außerdem dynamisch und müssen dementsprechend in Echtzeit abgebildet werden. Die Daten beziehen sich dabei auf die Produkte, nicht auf das Retail-Business – der „gläserne Kunde“, wie er in anderen Unternehmen gelebt wird, ist hier also noch nicht Realität.

Ob diese neue technische Lösung wohl auch eine Reduktion der Arbeitslast gebracht hat? Nicht wirklich, wie Lochner betont: Zwar muss die IT-Abteilung nun seltener manuell eingreifen. Im Gegenzug entstehen aber stets neue Aufgaben, unter anderem auf Grund wachsender regulatorischer Anforderungen. „Wir haben keine Reduktion an Personentagen, aber unser Output wird immer größer“, sagt RBI-Projektmanager Lochner. Und: „Früher haben wir noch über technologische Probleme wie lange Ladezeiten geredet. Heute ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass wir in Meetings über inhaltliche Themen sprechen können.“

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