Darauf fahren Kids ab: WhatsApp, Youtube, Instagram und Musical.ly

Darauf fahren Kids ab: WhatsApp, Youtube, Instagram und Musical.ly

Facebook war einmal top bei den Kids - die haben nun andere Präferenzen als die Alten.

Die EU-Initiative Saferinternet.at hat in Österreich Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren auf den Social-Media-Zahn gefühlt. Im Jugend-Internet-Monitor 2017 hat das größte Social-Media Portal Facebook keine Chance auf einen Stockerlplatz - was die Zahl der Nutzer sowie die Relevanz anbetrifft. Aufsteiger ist Muscial.ly.

"Nein, ich bin nicht mehr auf Facebook" oder "Nein, auf Facebook bin ich nur noch selten" - das sind oft Aussagen von Kids, wenn sie Auskunft über ihr Nutzungsverhalten von Social Media Plattformen geben. Ein Grund für die Absenz Jugendlicher: "Weil die Tanten und Eltern auf Facebook sind."

Auch wenn Facebook das weltweit größte Social Media Network ist, dürften sich die Präferenzen allmählich verschieben. Das zeigt eine in Österreich unter Jugendlichen zwischen dem 11. und 17 Lebensjahr durchgeführte Umfrage. Dem Jugend Internet Monitor 2017 zufolge sind WhatsApp (93 Prozent/-1 Prozent im Vergleich zu 2016), Youtube (90 Prozent/plus drei Prozent) und mit etwas Abstand Instagram (68 Prozent/plus 13 Prozent) die präferierten Social-Media-Platformen der Kids.

Auf Rang vier folgt Snapchat (65 Prozent/plus 13 Prozent), Facebook bringt es noch auf 48 Prozent, hat aber um 21 Prozent der Nutzer eingebüßt. Newcomer ist die Musik und Video-Plattform Musical.ly, das es aus dem Stand heraus auf 26 Prozent der Nutzer bringt. Neben Facebook zählt auch Twitter zu den Verlieren. Dem Textnachrichten-Dienst laufen auch bei den Kids die Nutzer davon - elf Prozent Minus wurde gegenüber der Vorjahreserhebung verzeichnet (siehe Grafik, u.) .

Bilder, Videos und Musik statt Text und Nachrichten - die Kids wenden sich von Facebook und Twitter klar ab. Musical.ly ist der Aufsteiger bei den Kids.

"Auch eigene Erfahrungen aus Workshops zeigen, dass Facebook meistens nur mehr als Nachrichtenkanal beziehungsweise für Spiele und nicht mehr als Soziales Netzwerk genutzt wird", so die Analyse von Saferinternet.

Im Trend sind bei dagegen vor allem Bilder-, Musik- und Video-Plattformen, wie die Zuwächse eindeutig belegen. Social-Media-Apps, auf denen Nachrichten geteilt werden verlieren an Nutzern sowie an Relevanz. „Bilder und Videos sind für viele Jugendliche die wichtigsten Ausdrucksformen geworden, um sich im Freundeskreis auszutauschen und um mit ihrem digitalen Umfeld zu kommunizieren“, so Matthias Jax von Saferinternet.at.

Relevanz der Plattformen

Erstmals wurde die Frage nach der Relevanz („Wie wichtig ist Dir diese Plattform ganz persönlich?“ ) der Plattform gestellt. Und auch bei dieser Frage kam es zu einem überraschenden Ergebnis. Facebook, das bei den Kids in erster Linie als Nachrichtenkanal sowie für Spiele genutzt wird, verliert offenbar an Bedeutung.

Die relevanteste, mit „sehr wichtig“ bewertete Plattform, ist WhatsApp (77 %). Mit Respektabstand folgen YouTube (45 %) und Snapchat (43 %) und Instagram (34 %). Facebook, der "Oldie" unter den Social Media-Apps hat auch hier zu kämpfen und kommt nur auf 21%. Der noch geringe Wert von Musical.ly (20 %), dass es auch bei der Relevanz aus dem Stand heraus auf Rang 6 bringt, zieht trotz niedrigem Wert das Interesse der Kids an.

Dabei zeigt sich, dass WhatsApp als meistgenutztes Netzwerk auch mit Abstand am relevantesten für Jugendliche ist. Snapchat ist bei der Nutzung mit Instagram praktisch gleich auf, wird aber mittlerweile als relevanter eingestuft. Facebook ist sogar nur mehr für jeden fünften Jugendlichen „sehr wichtig“.

Doch Facebook dürfte der Ausstieg der Kids nicht so sehr schmerzen, weil WhatsApp (seit 2014) und Instagram (seit 2012) zum Unternehmen ihres Gründers und CEO Mark Zuckerberg gehören, der schon früh die hohe Volatilität der Nutzer erkannt hat.

Der starke Newcomer

Für den Jugend-Internet-Monitor der EU-Initiative Saferinternet.at wurden nach dem Jahr 2016 zum zweiten Mal 400 Jugendliche für befragt.Heuer erstmals in die Erhebung aufgenommen wurde das Musikvideo-Netzwerk musical.ly.

Mit 26 Prozent belegt die App Rang sechs. Auf der Musikvideo-Platform können 15-sekündige Musikvideos, sogenannte „Musicals“, aufgenommen und mit anderen Nutzern (auch „Muser“ genannt) geteilt werden. Der Kick: für die Kids: Der Muser bewegt die Lippen zum Playback der Lieblingssongs - und muss selbst nicht singen.

Vor allem bei den ganz Jungen, den 11-14 Jahre alte Kids, ist das Musikvideo-Netzwerk mit 39 Prozent der Renner. Die App wird vorrangig von musikalischen Kindern und Jugendlichen genutzt und spielt vor allem für die Selbstinszenierung eine wichtige Rolle.

Der Gender-Gap

Große Unterschiede gibt es auch beim Nutzungsverhalten von Burschen und Mädchen. WhatsApp und YouTube sind bei beiden Geschlechtern praktisch gleich beliebt. Bei Instagram (Platz 3), Snapchat (Platz 4) und Musical.ly (Platz 6) gibt es bereits beträchtliche Unterschiede.

Instagram nutzen vor allem Mädchen (76 %) deutilich intensiver als Burschen (60 %). Noch größer sind die Unterschiede bei Snapchat (Mädchen 76 % / Burschen 54 %) und bei Musical.ly (37 % gegenüber 14 %). Auch AskFM (22 % gegenüber 11 %) und Tumblr (12 % gegenüber 3 %) sind bei Mädchen deutlich beliebter als bei den Burschen

Im Gegensatz dazu wird die Video-Plattform für Computerspieler Twitch von wesentlich mehr Burschen (25 %) als Mädchen (3 %) genutzt.

Ravin Mehta, Gründer von "The unbelievable Machine Company" (*uM)

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