Cyber-Security-Challenge: Ein Job für Spezialisten

Gesucht: Österreichs beste Cyber Security Spezialisten und Hacker

Gesucht: Österreichs beste Cyber Security Spezialisten und Hacker

Security-Experten gehören zu den von Unternehmen am dringendsten gesuchten Fachkräften. Im Rahmen der Austria Cyber Security Challenge 2018 können nun wieder junge Talente ihr Können unter Beweis stellen und sich im Rahmen einer Staatsmeisterschaft messen. Das Ziel ist, mit den Besten der Challenge einen Austria Security Hub zu bilden.

16.804 Cybercrime-Delikte wurden der Polizeilichen Kriminalstatistik zufolge im vergangenen Jahr österreichweit registriert. Und obwohl die Dunkelziffer weit höher ist - es wird schließlich bei weitem nicht jede Cyber-Attacke öffentlich gemeldet - ist die offizielle Zahl bereits dramatisch genug, bedeutet sie doch einen Anstieg von 28,3 Prozent gegenüber 2016. (siehe Grafik)

Gemeinsam mit der Wirtschaftskriminalität (55.308 angezeigte Fälle, +2,6 %) sind die Cyber-Delikte somit der eigentliche Problembereich einer ansonsten relativ positiven Entwicklung: Die Zahl der Wohnraumeinbrüche hat sich um 9,0 % reduziert, die der Kfz-Diebstähle um 11,2 % und die Gewaltkriminalität ist der Polizeistatistik zufolge auch um 2,4 % zurückgegangen.

Entwicklung der Cybercrime-Delikte in Österreich; Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik

Entwicklung der Cybercrime-Delikte in Österreich; Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik

Die Zahl der angezeigten Cyber-Attacken ist quer über alle Bereiche gestiegen: Bei Hacker-Angriffen, dem betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch, der Datenfälschung, dem Cybermobbing sowie den schwierigen Kapitel Grooming und Kinderpornografie. Die größte Zunahme gab es beim Tatbestand Datenbeschädigung (§ 126a StGB). Dabei werden etwa durch Ransomware wichtige Daten in EDV-Systemen durch einen Verschlüsselungstrojaner unbrauchbar gemacht. In der Folge versuchen die Täter für die Entschlüsselung der Daten ein Lösegeld in Form von Bitcoins zu erpressen.

Mangelware Security-Experten

Trotz massiver Investitionen in Sicherheitssysteme stehen Unternehmen und auch öffentliche Einrichtungen den Attacken mitunter fast hilflos gegenüber, denn die Angreifer aus dem World Wide Web sind den Verteidigern oft einen Schritt voraus. Ihnen kommt dabei zugute, dass die technische Entwicklung rasant voranschreitet, sich die Regeln und Bestimmungen - nicht zuletzt auch durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) laufend ändern.

Security-Spezialisten sind zudem am Arbeitsmarkt absolute Mangelware. Alleine über das Jobportal karriere.at werden aktuell über 1.300 Security-Spezialisten gesucht. "Der War for Talents wird zusehends zum kritischen Faktor", erklärt Nicolai Czink, Director Strategy & New Markets bei A1 Digital. Als Netzbetreiber mit einer eigenen IT-Infrastruktur sei es eine Herausforderung, die Angebote so sicher wie möglich zu machen und die Kunden und ihre Daten zu schützen - was sowohl für Firmen- als auch für Endkunden zutrifft.

Der mangelnde Nachwuchs an heimischen Security-Spezialisten ist auch mit ein Grund dafür, dass A1 auch in diesem Jahr wieder die Austrian Cyber Security Challenge (ACSC) unterstützt, einem als Staatsmeisterschaft geltenden Hacker-Wettbewerb, bei dem die besten Security-Spezialisten des Landes gesucht werden. Mit dem Ziel, die Kräfte und das Know-How Besten der Besten im Anschluss in einem "Austrian Security Hub" zu bündeln. "Sie können eine Community bilden, die dann dem Staat und Unternehmen zur Verfügung steht", erklärt der zuständige Abteilungsleiter des Bundeskanzleramts Erich Albrechtowitz.

Vorschau auf das Finale derAustrian Cyber Security Challenge 2018 (16.-18. Oktober, Alpbach, Tirol)

Neben dem Bundeskanzleramt unterstützt auch das Österreichische Bundesheer die Hacker-Staatsmeisterschaft. Rudolf Striedinger, Generalmajor und nLeiter des Abwehramts, betont die Bedeutung, die Cybersoldaten - Experten für Netzwerks- und IT-Sicherheit für das Österreichische Bundesheer haben. "Kommunikation läuft nur dann störungsfrei, wenn man auf der eigenen Seite sicher ist", sagt er, und gerade im militärischen Bereich gäbe es sehr kritische Informationen, die im Interesse der Republik und der Gesellschaft gesichert und geschützt werden müssten. Striedinger: "Dabei beschäftigt man sich auch mit de Cyber-Sicherheit anderer."

Verboten gut

Im Rahmen der Austria Cyber Security Challenge, einer Initiative der Cyber Security Austria, einem Verein zur Förderung der Sicherheit Österreichs strategischer Infrastruktur ist, müssen Teilnehmer ihr Können in mehreren Aufgaben unter Beweis stellen. In deren Rahmen geht es, wie Joe Pichlmayr, Geschäftsführer von Ikarus Security Software und Vorstandsmitglied der Cyber Security Austria sowie Daniel Marth, Doppel-Europameiser bei der European Cyber Security Challenge, erklären, unter anderem um die Analyse von Netzwerkfehlern, dem Auffinden von Programmierfehlern oder auch darum, Schadsoftware aufzufinden und auszumerzen.

Die Anmeldung zur Austria Cyber Security Challenge 2018 ist geöffnet. Erstmals gibt es im Rahmen der ASCS eine offene Klasse für alle über 25-jährigen geben. Die Teilnehmer der Staatsmeisterschaft spielen ihre eigene Quali am HackingLab von Anfang Mai bis Ende August parallel zu ACSC, wo die zehn besten Schüler und zehn besten Studenten Österreichs ermittelt werden. Die fünf besten der Qualifikation werden zum Finale nach Alpbach eingeladen, wo im Rahmen der IKT-Sicherheitskonferenz des BMLVS und des Finales der ACSC 2018 von 16. bis 18. Oktober der Österreichische Staatsmeister ermittelt wird.

Austria Cyber Security Challenge

Weitere Informationen und Anmeldung:

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