Das Comeback der SMS

In der Corona-Krise erlebt die SMS ein Comeback. Für websms-Geschäftsführer Christian Waldheim ist das keine Überraschung. Warum er in diesen Tagen so viele Neukunden gewinnt wie noch nie und was die SMS „krisensicher“ macht. Und: Krankenhäuser können die Lösung kostenlos nutzen.

websms CEO Christian Waldheim

websms CEO Christian Waldheim

trend: Seit Jahren lesen wir in den Statistiken von rückläufiger SMS-Nutzung. Warum erlebt die SMS just dieser Tage ein Comeback?
Waldheim: Das Comeback ist ganz klar der Business-SMS durch „mobile first“-Prozesse zu verdanken. Im geschäftlichen Bereich war die SMS im Gegensatz zur privaten Nutzung nie rückläufig, und ist seit eineinhalb Jahren jetzt spürbar im Steigen begriffen. Mit Corona hat sich dieser Trend noch massiv verstärkt. Wir haben in zehn Tagen so viele Kunden gewonnen wie sonst in einem Quartal. Eine extrem starke Nachfrage haben wir aber bereits die Wochen vor den Regierungsmaßnahmen gespürt: Viele Unternehmen haben sich einfach schon darauf vorbereitet.

Was ist der Hauptgrund? Weil die SMS so einfach ist oder weil sie, anders als die Messenger, keine Datenverbindung braucht?
Dass man nicht auf eine Internetverbindung angewiesen ist, ist sicher ein großes Argument für den krisensicheren Einsatz. Für eine SMS brauche ich nicht einmal 2G-Netz und die Empfänger müssen auch keine App installieren. Ihre Einfachheit und dass sie wirklich alle Zielgruppen erreicht, zählt in diesen Tagen viel. Ich kann die SMS an Handys und als SMS-to-Voice (Anm. hier wird sie vorgelesen) sogar an Festnetznummern zustellen, und sie wird in weniger als fünf Sekunden von 70 bis 90 Prozent der Empfänger gelesen. Das sind sensationelle Öffnungsraten. Das macht sie dieser Tage zum perfekten Instrument in der Massenkommunikation.

Sicher, schnell, unkompliziert: SMS-Nachrichten per websms

Sicher, schnell, unkompliziert: SMS-Nachrichten per websms

Aus welchen Industrien und Branchen kommen Ihre Neukunden?
Behörden, Ministerien und Hilfsorganisationen gehören seit vielen Jahren zu unseren Kunden. Unwetterwarnungen laufen schon lange über uns. Die Caritas setzt seit der Flüchtlingskrise 2015 auf unsere SMS-Lösung, nutzt sie für mobile Pflege. Dieser Tage kommen viele Ärzte und Krankenhäuser* auf uns zu, die SMS dafür nutzen, um ihre Patienten über Öffnungszeiten oder andere derzeit wichtige Dinge, etwa Testergebnisse, zu informieren. Neu sind aber auch große Industrieunternehmen oder Logistiker.

* Für Krankenhäuser bietet websms das Produkt drei Monate (inkl. 30.000 SMS) kostenlos an. Bei Bedarf gilt dieses Angebot auch für andere Hilfsorganisationen.

Wie funktioniert Ihr System? Ich lade mein Adressbuch hoch und kann versenden?
So ist es. Vorhandene Stammdatensätze werden einfach ins System hochgeladen. Mit der benutzerfreundlichen WebApp kann man dann sofort loslegen. Neue Adressen können zudem Opt-In über ein Online-Formular, eine SMS mit Code an eine bestimmte Nummer oder einen QR-Code gesammelt werden.

Wie lange brauchen Sie um Neukunden freizuschalten?
Das hängt ein bisschen vom Kunden ab. Am längsten braucht derzeit oft die Unterschrift für den Datenschutzrechtlichen Vertrag, weil es durch den momentanen Ausnahmezustand nicht so einfach ist, die Verantwortlichen zu finden, da viele Home-Office machen müssen. Die meisten Neukunden haben wir binnen 24 Stunden freigeschalten, manche sogar an einem Vormittag.

Thomas Haller ist Managing Partner der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

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