Was tun, wenn der CFO unzufrieden ist

Was tun, wenn der CFO unzufrieden ist

Christoph Weber, Horváth & Partners Österreich

Gastkommentar von Christoph Weber, Horváth & Partners Österreich: Jeder zweite Finanzchef (CFO) ist mit der Realisierung möglicher Einsparpotenziale in seiner Einkaufsabteilung unzufrieden. Doch gerade im Einkauf schlummern hohe Reserven.

Einer neuen Studie der Managementberater Horváth & Partners zufolge sind es ausgerechnet die „härtesten Knochen“ im Unternehmen, die Einkäufer, die den Erwartungen des Finanzchefs nicht gerecht werden. So ist fast jeder zweite CFO mit der Leistung des Einkaufs bei der Realisierung geplanter Einsparpotenziale unzufrieden. Drei von vier CFOs erwarten sich zudem eine aktivere Rolle des Einkaufs als Treiber von Innovationen in der Organisation.

Digitalisierung des Einkaufs forcieren

Wenn es um die Digitalisierung als Schlüsselfaktor für verbesserte Einkaufsprozesse, günstigere Einkaufspreise und damit künftige Wettbewerbsfähigkeit geht, ist der Umsetzungsstand unzureichend, sagen mehr als 50 Prozent der CFOs. In der Praxis vieler Unternehmen fehlt zudem ein klares Zielbild für die digitale Transformation im Einkauf.

Um den Erwartungen der Finanzvorstände gerecht zu werden, sollten sich Einkaufsleiter daher stärker auf Digitalisierungspotenziale im eigenen Haus fokussieren.

Effizienzsteigerungen in den operativen Einkaufsprozessen weisen ein großes Potenzial auf und sind durch erste Digitalisierungsinitiativen zu heben. Darüber empfehlen die befragten Finanzchefs auch für den Einkauf eine Überprüfung der Reporting- und Steuerungskonzepte. Zentraler Baustein ist jedenfalls die Erhöhung der Datenverfügbarkeit und eine verlässliche Datenbasis, die Grundlage für das digitalisierte Berichtswesen zum Vorstand.

Wertbeitrag besser herausstreichen

Insbesondere muss der Einkauf danach trachten, seinen Wertbeitrag für das gesamte Unternehmen deutlich stärker herauszustellen und transparent zu machen. CFOs wünschen sich in ihrer Überwachungs- und Steuerungsfunktion v.a. mehr Transparenz hinsichtlich GuV-wirksamen und nicht-wirksamen Einsparungen. Die verwendeten Kennzahlen müssen zu diesem Zweck belastbar, nachvollziehbar, ausgewogen und verständlich in Definition und Berechnungsmethode sein.

Insbesondere das Messen von verhandelten Preissenkungen kann zum Teil intransparent gestaltet sein. Entscheidend für eine nachhaltige Verbesserung des Einkaufsreportings ist die Auswahl und Definition der richtigen Kennzahlen basierend auf den strategischen Unternehmenszielen. Erst dann kann die digitale und automatisierte Reportinglösung in Angriff genommen werden.

Pro-aktives Risikomanagement

Neben dem Einkaufsreporting ist für den CFO auch das Risikomanagement entlang der gesamten Lieferkette von Interesse. Unternehmen beziehen ihre Materialen heute ja aus sehr komplexen, eng verzahnten, weltweiten Lieferantennetzwerken. Bereits kleine Unterbrechungen dieser Lieferketten können große Probleme verursachen.

Damit die Versorgung sichergestellt werden kann, sind Maßnahmen erforderlich wie u.a. erhöhte Transparenz über das Lieferantenportfolio zur Identifizierung potenzieller Risiken, integrierter Informationsaustausch mit Lieferanten zur automatisierten Risikobewertung sowie eine kontinuierliche Implementierung von Präventivmaßnahmen.

Fazit: Drei Dinge sind es, mit denen der Einkauf seine herausragende Stellung im Unternehmen untermauern und die Wünsche des CFO erfüllen kann. Er muss zeitgerecht effiziente (Digitalisierungs-) Maßnahmen setzen, um GuV-wirksamen Ergebnisse zu verbessern. Er muss mit einem professionellen Set an nachvollziehbaren Kennzahlen operieren und das Lieferantenrisiko aktiver steuern.

Die Studie „What really matters to the CFO – Erwartungen des CFOs an den Einkauf“ und ist auf Anfrage kostenfrei erhältlich. => LINK


Der Autor

Christoph Weber ist Head of Organization & Operations bei Horváth & Partners Österreich. Er berät große Unternehmen in der Fertigungs- und Bauindustrie. E-Mail: cweber <AT> horvath-partners.com


Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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