Cewe gegen Instagram: Die ungewisse Zukunft der Fotobücher

Das Geschäft mit Fotobüchern leidet unter sozialen Medien und Apps wie Instagram oder Snapchat: Betrug das Plus der Branche 2012 im Vergleich zum Vorjahr noch 12,5 Prozent auf 7,2 Millionen Bücher, so waren es 2014 mit 8,5 Millionen Exemplaren nur noch 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Branchenriese Cewe setzt nun vor allem auf das B2B-Geschäft.

Cewe gegen Instagram: Die ungewisse Zukunft der Fotobücher

Vergangenheit und Zukunft liegen beim Fotokonzern Cewe direkt nebeneinander. In einer der Produktionshallen am Firmensitz im niedersächsischen Oldenburg türmen sich kleine Dosen, in denen noch immer Filme aus Analog-Kameras zur Entwicklung in die Großlabore gelangen. Der Geschäftsanteil klassischer Fotoabzüge ist seit der Digitalisierungswelle, die um die Jahrtausendwende die Branche erfasste, verschwindend gering geworden. Viele Firmen gingen unter, Cewe aber druckte schon bald mehr Digital- als Analogbilder und stieg groß bei Fotobüchern ein. Diese von Kunden gestalteten Bildbände werden ein paar Meter weiter in Masse produziert. Allein 2014 verkaufte Cewe fast sechs Millionen Stück - der Boom der Gegenwart.

Doch nach Ansicht von Experten steht der nächste Umbruch in der Branche bevor. Denn die Kunden der Zukunft sind die Teenager von heute, und die stellen ihre Fotos eher auf Facebook oder schicken sie über WhatsApp, Instagram oder Snapchat. Print gilt bei ihnen nicht unbedingt als cool. Die Zahl der in Deutschland von Bilddienstleistern gefertigten Fotobücher wächst nach Statistiken des Photoindustrie-Verbands immer langsamer: Betrug das Plus 2012 im Vergleich zum Vorjahr noch 12,5 Prozent auf 7,2 Millionen Bücher, so waren es 2014 mit 8,5 Millionen Exemplaren nur noch 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Soziale Medien und Online-Angebote zur Bildverwaltung wie Picasa von Google seien deshalb erst einmal eine Gefahr für Fotodienstleister, sagt Marcus Silbe, Analyst beim Wertpapierhandelshaus Oddo Seydler. Aber mit einer guten Einbindung von Web-Portalen ins Fotogeschäft hätten sie durchaus Marketing-Charme: "Kunden, die sowohl Facebook nutzen als auch Fotobücher zusammenstellen, kann man online gut abgreifen."

NEUE TRENDS ERKENNEN

Deshalb tüfteln in der Forschungsabteilung am anderen Ende des Cewe-Werkshofs über 100 Experten daran, diese potenziellen Neukunden für das Unternehmen zu gewinnen: mit Apps zur Verbindung von realer und virtueller Fotowelt oder mit Picasa-ähnlichen Programmen zur Organisation von Schnappschüssen.

Die Niedersachsen seien gut im Erkennen und Umsetzen von Trends, sagt Frank Laser, Analyst von Warburg Research. Und weil die Firma schon 2000 in den Digitalmarkt eingestiegen sei, komme ihr jetzt der Zeit- und Wissensvorsprung zugute. "Cewe hat sich schon über Jahre eine Markenbekanntheit aufgebaut", sagt auch Silbe von Oddo Seydler. "Für neue Unternehmen ist es sehr schwierig, Cewe Marktanteile abzunehmen."

"Zwangsdigitalisierung" führte zum Umbau

So buhlen zwar Rivalen wie Vistaprint oder Photobox um Kunden für Fotobücher, -kalender, -karten und -geschenke. Aber vor allem bei den Fotobüchern ist Cewe mit fast einem Viertel Marktanteil in Westeuropa seit Jahren die Nummer eins und dominiert auch andere Foto-Segmente. Cewe produziert an elf Standorten und ist in 24 Ländern Europas vertreten. Zudem stehen hinter anderen Angeboten von Drogerien, Supermärkten oder Elektronikläden oft auch die Oldenburger, die etwa dm, Rewe und Saturn zu ihren Einzelhandelspartnern zählen.

"Aus heutiger Sicht haben wir im Grunde Glück gehabt, dass wir durch die frühe 'Zwangsdigitalisierung' in den vergangenen 15 Jahren zum radikalen Umbau des Unternehmens gezwungen wurden", sagt Cewe-Finanzchef Olaf Holzkämper. Die "Permanenz des Wandels" sei eine ausgezeichnete Basis für die Zukunft. "Wir denken ständig über die Expansion in benachbarte Branchen nach."

Derzeit setzt der Branchenriese vor allem auf den kommerziellen Online-Druck: Nur wenige Schritte von der traditionellen Filmentwicklung entfernt spucken Druckmaschinen Flyer und Broschüren aus, die Geschäftskunden online in Auftrag gegeben haben. Nach dem Digitaldruck sei dieser Schritt "fast noch zwangsläufig" gewesen, sagt Finanzchef Holzkämper. Was aber der nächste Renner wie das Fotobuch werden könnte, sei noch offen. "Das weiß man immer erst im Nachhinein."

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