IT-Wunderkinder gesucht: 6 neue Berufe der Digitalisierung

IT-Wunderkinder gesucht: 6 neue Berufe der Digitalisierung

Entwickler von Virtual-Reality-Anwendungen sind stark gefragt - und werden das auch noch länger bleiben.

Wissen Sie was ein Datenarchitekt oder einer agiler Coach machen? Durch die Digitalisierung sind etliche neue Jobs entstanden. Die Suche nach Spezialisten, die diese Positionen ausfüllen können, ist für Unternehmen aber eine große Herausforderung.

Die Digitalisierung ist dabei, die Arbeitswelt in einer beispiellosen Weise zu verändern. Sie lässt zahlreiche neue Berufe und Jobs entstehen, während auf der anderen Seite einige Berufe und Arbeitsplätze obsolet werden.

Die Antworten auf die Fragen, wie viele Jobs durch die Digitalisierung wegfallen, neu geschaffen werden und ob die neu entstehenden Jobs die verloren gegangenen am Ende kompensieren können, gehen weit auseinander. Einer Untersuchung der Universität Oxford zufolge könnte in den nächsten 25 Jahren fast die Hälfte der heutigen Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig suchen Unternehmen immer mehr Fachkräfte, Programmierer, Daten- und IT-Spezialisten, die es ihnen ermöglichen, ihre Digitalisierungsprozesse umzusetzen. Der Automobilhersteller Seat sucht etwa derzeit 200 Fachkräfte für sein neues Softwareentwicklungszentrum - großteils Spezialisten für Jobs, die man bis vor kurzem noch gar nicht kannte.

Die größte Herausforderung für die HR-Abteilung des Unternehmens ist dabei, dass fast alle Unternehmen sämtlicher Branchen Mitarbeiter mit den gleichen Kenntnissen suchen, die IT-Wunderkinder aber oft noch gar nicht fertig ausgebildet sind und obendrein sehr eigene Vorstellungen hinsichtlich eines attraktiven Arbeitsplatz haben. Um die Digital-Zampanos überhaupt in ein Unternehmen zu lotsen müssen daher besondere Recruiting-Strategien angewandt werden müssen,. Oliwia Puppel, Leiterin Talentsuche bei Seat: „Vor ein paar Jahren haben Unternehmen ein Stellenangebot veröffentlicht und einen Kandidaten ausgewählt. Heute müssen wir wissen, wo die besten Leute sind, uns an sie wenden und ihnen einen Wertevorschlag unterbreiten, um zu uns zu kommen."

Wer noch in Ausbildung ist sollte daher genau abwägen, in welche Richtung diese am Ende gehen sollte. Ein Anhaltspunkt dafür ist die Liste der neuen Digital-Berufe, für die Seat aktuell Mitarbeiter sucht.

1. Data Scientist

Die Leute nennen sie Magier, weil sie Dinge vorhersagen können, bevor sie geschehen. Dabei hat die Arbeit der Data Scientists mit Zauberei gar nichts zu tun. Ihre Erkenntnisse beruhen auf rein wissenschaftlichen Methoden, die zur Analyse von Daten und der Ableitung von Prognosen herangezogen werden. Sie extrahieren Wissen, indem sie Datenberge analysieren, um Fragen zu beantworten und die Unternehmensführung bei Entscheidungen zu steuern.

Diego Villuendas hat einen Doktortitel in Physik und kam vor drei Jahren als Datenwissenschaftler zu Seat. Heute leitet er das Data & Analytics-Team, das inzwischen aus acht Mitarbeitern besteht und weiter wächst. „Wir überwachen die digitalen Plattformen, um zu verstehen, wie sie verwendet werden und ob sie den Bedürfnissen unserer mehr als fünf Millionen Nutzer pro Monat entsprechen und führen Tests durch, um mögliche Verbesserungshypothesen zu bestätigen“, sagt Villuendas zu seiner Arbeit.

2. Datenarchitekt und Dateningenieur

Mit Hilfe von Daten und Datenanalyse können Unternehmen ihre Geschäfte verbessern. Deshalb fehlen in keinem großen Unternehmen Dateningenieure, die gewonnene Informationen zu strukturierten Daten verarbeiten. Sie sind auch mit technischen Werkzeugen zum Extrahieren, Transportieren und Speichern von Daten vertraut.

Hinzu kommen Datenarchitekten und Business Translatoren, die den Data Scientists die Fragen übermitteln, die beantwortet werden müssen.

3. Agiler Coach

Angesichts des ständigen Wandels müssen Unternehmen ihre Flexibilität maximieren und sich laufend und über alle Abteilungen hinweg anpassen. Agile Coaches überprüfen die Arbeitsweise jeder Gruppe und helfen dabei, sie den Herausforderungen der Digitalisierung anzupassen.

4. UX (User Experience) Experte

User Experience Experten werden bei Seat für die kritischen Schnittstellen zwischen den Käufern und den Kunden gesucht. Sie definieren und gestalten die Wahrnehmungen und Erfahrungen, die ein Benutzer bei der Verbindung mit einer Marke, einem Produkt oder einer Dienstleistung empfindet. David Redondo, UX Design Leader bei Seat: "Man muss wie die Benutzer denken und das in das Design und die Entwicklung der für einbeziehen.“ Die Zeiten, in denen bereits produzierte Gütern Bedürfnisse wecken sollen, sieht Redondo aös vorbei: "Nun arbeiten Markenhersteller in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess mit Kunden zusammen.“

UX-Eperten für Seat sind in verschiedenen Geschäftsbereichen unverzichtbar. Auch beim traditionell analogen Design, etwa des Innenraum eines Autos oder der Gestaltung eines Sales-Points, ist ihr Know-how gefragt. Beim Autoverkauf steht etwa nicht nur das Fahrerlebnis im Vordergrund, sondern das Erlebnis beim Besuch des Händlers, Social-Media-Auftritt und das Aftersales-Service.

5. VR (Virtual-Reality) Developer

Virtual Reality Anwendungen gewinnen in der Industrie zusehends an Bedeutung. Von der Entwicklungsphase über die Produktion bis hin zur Wartung und Anlagensteuerung. Mit Hilfe von VR-Lösungen kann etwa die für die Herstellung von Prototypen benötigte Zeit um ein Drittel verkürzt werden. Kreative und funktionale Aspekte können anhand von 3D-Simulationen bewertet werden, was zu 90 Prozent Aufschluss über die potenzielle Realisierbarkeit eines Projekts gibt. Für den neuen "Ibiza" hat Seat beispielsweise 95.000 3D-Simulationen durchgeführt.

6. Softwareentwickler

Vielleicht die meistgesuchten Spezialisten der Gegenwart sind Programmierer, die Softwaresysteme konzipieren, entwickeln und implementieren.

„Ein Elektroauto hat 100 Millionen Codezeilen, mehr als ein F35-Kampfflugzeug. Wir werden viele Softwareentwickler brauchen, damit wir den Mitarbeitern helfen können, sich neu zu erfinden“, sagt Seat-Präsident Luca de Meo. Es gehe nicht nur darum, Talente zu gewinnen, sondern auch darum, die Talente, die bereits für das Unternehmen arbeiten, zu halten. 2018 investierte Seat 23 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter.

Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft

Industrie 4.0: Adidas Speedfactories wandern nach Asien

Wirtschaft

Infrastrukturreport: Digitalisierung wichtiger als Klimawandel

Digital

Ticket-Plattform viagogo: Viele AGB-Klauseln unzulässig

Digital

Klick und kauf: 80 Prozent der Jungen shoppen online