Beats Audio: Wer steckt hinter den beliebten Kopfhörern?

Gute Qualität muss nicht zwingend auch teuer sein. Bei den Beats Audio Kopfhörern trifft das nicht unbedingt zu. Gute Qualität? Ja. Billig? Nein. Knapp einhundert Euro kostet das billigste Modell. Kein Wunder, dass man sich die Frage stellt: Sind sie ihr Geld wirklich wert? Und wer ist eigentlich dieser Dr Dre?

Beats Audio: Wer steckt hinter den beliebten Kopfhörern?

Beats Electronics heißt die Firma, die die wohl derzeit begehrtesten Kopfhörer herstellt. Sie hat ihren Sitz in Santa Monica, Kalifornien, und beschäftigt rund 150 Angestellte. Die Besitzer des Unternehmens sind die beiden Gründer Dr. Dre und Jimmi Iovine sowie der taiwanesische Handyhersteller HTC.

Die Gründer der Beats Electronics

Nachdem die Firma Beats Electronics im Jahr 2006 gegründet wurde, produzierte man 2008 die ersten Kopfhörer, die „Beats by Dr. Dre“ . Dr. Dre ist Mitgründer der Firma und geht neben seiner Beschäftigung bei Beats Electronics seinem Job als Musikproduzent und Rapper nach. Er ist besonders bekannt durch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern wie Snoop Dogg, 50 Cent und Eminem.

Der zweite Gründer und Besitzer von Beats Electronics ist Jimmi Iovine. Er gründete neben diesem Unternehmen auch die Plattenfirma Interscope Records , bei der unter anderem 50 Cent und die Black Eyed Peas unter Vertrag stehen. Außerdem ist er bei zahlreichen Fernsehshows, derzeit etwa bei American Idol, als Juror beschäftigt.

HTC steigt in das Geschäft ein

Im August 2010 kaufte der Handyhersteller HTC für 309 Millionen US-Dollar 50,1Prozent der Anteile an Beats Electronics und verkaufte anschließend für 150 Millionen US-Dollar 25 Prozent wieder an die Gründer zurück. Mit 25,1 Prozent Anteil bleiben die Taiwanesen aber Anteilseigner. Der Kauf dieser Anteile ermöglicht es HTC, ihre Smartphones mit Beats Audio -Boxen auszustatten - zuletzt etwa das neue Spitzenmodell HTC One. Auch die Luxusmodelle des Autoherstellers Chrysler werden neuerdings von Beats Electronics ausgerüstet - eine Maßnahme, die auch dem Marketing dient.

Dr. Dre: Die gute und dunkle Seite des Vielverdieners

Dr. Dre, der mit bürgerlichem Namen Andre Romell Young heißt, ist - wie bereits erwähnt - Rapper und Musikproduzent. Er wurde vom Wirtschaftsmagazin „Forbes“ zum bestverdienenden Rapper ernannt. Sein Einkommen zwischen Mai 2011 und Mai 2012 betrug demnach rund 110 Millionen Dollar, das meiste davon verdiente er mit den Beats Audio -Kopfhörern. Im Mai dieses Jahres spendete Dr. Dre gemeinsam mit Jimmy Iovine rund 70 Millionen Dollar einer Universität in Kalifornien, um einen Bachelor an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft aufzubauen.

Doch Dr. Dres Leben hat auch dunkle Seiten: Im August 2008 verstarb sein Sohn Andre Young Jr. Im Alter von 20 Jahren. Die Todesursache war eine Überdosis an Heroin und Morphium. Vier Monate zuvor wurde bei einer Party in Seattle zu Ehren von Dr. Dres soeben erschienener Biographie ein Mann erschossen und ein weiterer schwer verletzt. Der Grund für die Tat ist bis heute unklar.

Die verschiedenen Produkte der Beats Electronics

Nun aber zu den Produkten: Seit der Gründung wurden ungefähr 14 unterschiedliche Modelle von Kopfhörer, Ohrstöpseln und Lautsprechern produziert. Die meisten wurden von Stars aus der Sport und Musikwelt mitentwickelt - oder besser gesagt: mitvermarktet. Dazu zählen etwa die „Pink Pill“ -Lautsprecher von Rapperin Nicki Minaj oder die „Beats Mixr“-Kopfhörer von David Guetta. Die Preise variieren je nach Anbieter und Art der Kopfhörer stark. So kosten die billigsten „Beats Solo HD“ rund hundert Euro, die billigsten „Mixr by David Guetta“ -Modelle aber schon an die 250 Euro.

Qualitäts-Check der Beats-Audio-Kopfhörer

Die Qualität des Sounds ist gut, besonders die Bässe werden verstärkt. Der Werbeslogan „Höre die ganze Musik“, trifft wohl insofern zu, als es ein sehr großes Volumen an wiedergegebenen Sounds (Höhen und Tiefen) gibt. Das Design ist Geschmackssache, wirkt aber sehr modern und der Halt am Kopf der hörenden Person ist hervorragend. Bei jüngeren Zielgruppen sind die Beats-Kopfhörer jedenfalls äußerst beliebt.

Extras wie zum Beispiel eine Noise-Cancelling-Funktion haben die billigeren Modelle nicht. Alles in allem sind die Beats Audio Kopfhörer am ehesten für Personen gedacht, die starke Bässe und modernes Design mögen und bereit sind, dafür zwischen 100 und 400 Euro zu bezahlen. Letztlich sind diese Kopfhörer auch schon ein Mode-Accessoire geworden.

Hier der Trailer zu den "Beats By Dr.Dre"

Und abschließend noch ein Kostprobe von Dr. Dres Rap-Künsten hier bei der "Up in Smoke Tour" mit Snopp Dogg und Eminem.

Thomas Haller ist Managing Partner der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

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