Apple verheiratet Siri mit der Google-Suche

Siri, die iPhone-Sprachassistentin, hat einen neuen Partner, und der heißt Google.

Siri, die iPhone-Sprachassistentin, hat einen neuen Partner, und der heißt Google.

Der Sprachassistent Siri von Apple wird nun über Google suchen - statt via Microsofts Bing. Google wird dafür tief in die Kasse greifen und Apple einen Milliardenbetrag überweisen. Seit Montagabend hat Apple sein neues Betriebssystem High Sierra für macOS freigeschaltet.

Cupertino (Kalifornien)/Mountain View /Redmond (Washington). Das Milliarden-Geschäft mit Suchtreffern bekommt einen neuen Kick. Apple word künftig seinen Sprachassistenten Siri wieder mit Google verknüpfen. Bisher hatte Siri die Sprachanweisungen über Microsofts Bing gesucht. Künftig soll auf den Apple-Geräten die Google-Suche voreingestellt werden. Auch bei der Suche auf dem mobilen Betriebssystem iOS sowie in der "Spotlight"-Funktion auf dem Mac sorgt künftig wieder Google für die Suchtreffer.

Der Milliarden-Deal

Apple pflege enge Zusammenarbeit sowohl mit Google als auch mit Microsoft, zitiert das Tech-Blog "TechCrunch" aus einem Statement von Apple. Mit dem Wechsel solle lediglich eine konsistente Nutzererfahrung gewährleistet werden.

Doch Nutzererfahrung alleine dürfte für Apple nur eine Motivation sein, um die suche für Siri von Microsoft auf Google zu wechseln. Dahinter steht ein knallhartes Geschäft, das Apple zusätzliche Erlöse in Milliardenhöhe verspricht.

Google dürfte dafür ordentlich bezahlen. Laut einem Bericht von "CNBC" schätzt ein Analyst der Unternehmensberatung Bernstein, dass Apple von dem Suchmaschinen-Spezialisten in diesem Jahr rund drei Milliarden Dollar dafür erhält. Damit könne allein Google für fünf Prozent des operativen Gewinns von Apple verantwortlich sein. Die Mobilgeräte von Apple machen wiederum rund 50 Prozent der Umsätze von Google bei mobiler Suche aus.

Vorbörslich hat die Apple-Aktie am Dienstag immerhin um etwas mehr als ein halbes Prozent zulegen können, nachdem die Apple-Aktie seit Anfang September um mehr als 8 Prozent an Wert verloren hatte.

Doch die Kooperation zwischen Microsoft und Apple ist damit nicht beendet. Beide würden bei der Suche weiterhin eng zusammenarbeiten, zitierte "TechCrunch" einen Microsoft-Sprecher. So sorge Bing auch weiter für die Ergebnisse bei der Bildersuche mit Siri. Dem Sprecher zufolge wird Bing in den USA für etwa ein Drittel der Suche auf dem PC genutzt. Weltweite Zahlen nannte das Unternehmen bisher nicht. Wie Microsoft am Montag ankündigte, soll die Bing-Suche künftig mit künstlicher Intelligenz noch bessere und individuellere Ergebnisse bringen.

Die virtuelle Realität

Mit dem neuen Betriebssystem High Sierra für macOS hat Apple nun auch den nächsten Schritt für die digitale Zukunft geebnet. Dafür wurde ein neues modernes Dateisystem (APFS) entwickelt. Zahlreiche neue Funktionen sollen hinzukommen, unter anderem wird auch die Darstellung von Virtual-Reality-Inhalten unterstützt. Safari 11 unterdrückt nun die automatische Wiedergabe von Videos mit Ton und verfügt über eine Anti-Tracking-Funktion. Der Apple-Browser ist auch für die älteren macOS-Versionen 10.11 (El Capitan) und 10.12 (Sierra) verfügbar.


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