Airbnb zieht es an die New Yorker Techbörse Nasdaq

Der Online-Apartment-Vermittler Airbnb will Kasse machen und Geld über die Börse holen. Der Börsegang war bereits geplant. Doch dann kam Corona dazwischen.

Airbnb zieht es an die New Yorker Techbörse Nasdaq

Die umstrittene Zimmer/Wohnungs-Internetbuchungsplattform will nun an der Börse abkassieren. Das Börsendebüt in New York wird vorbereitet.

San Francisco. Der US-Apartment-Vermittler Airbnb strebt nun den Börsegang an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq an. Das teilte das kalifornische Unternehmen am Dienstag in San Francisco mit.

Damit ist klar, dass der mit Spannung erwartete Börsengang immer näher rückt und die Nasdaq den Vorzug vor der New Yorker Konkurrenzbörse NYSE erhält. Airbnb hatte bereits im August einen vertraulichen Antrag für eine Aktienplatzierung bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, sich bis jetzt aber noch nicht zur Wahl des Handelsplatzes geäußert.

Weiterhin offen bleibt, wann genau die Börsenpremiere geplant ist und wie viele Aktien dabei zu welchem Preis angeboten werden sollen.

An den Finanzmärkten wurde das Debüt von Airbnb lange als spektakulärster US-Börsengang 2020 gehandelt, doch dann kam die Coronapandemie dazwischen.

Nachdem monatelang unklar war, ob das Unternehmen an seinem Plan festhält, wird nun mit einer Erstnotiz im Dezember gerechnet. Die Geschäfte sollen sich inzwischen schon wieder deutlich vom ersten Einbruch durch die Pandemie erholt haben. Airbnb hatte zueltzt auch mit massiven Einbußen zu kämpfen und hatte im Zuge der Coroan-Krise auch Mitarbeiter abgebaut.

Das Unternehmen wurde in Vor-Corona-Zeiten bereits als Milliarden-Company bewertet. Analysten gingen von einem Wert zwischen 30 und 50 Milliarden Dollar aus. Das Unternehmen wurde im Jahr 2008 gegründet.

Das streibare Geschäftsmodell

Das Online-Apartmentvermittlungsunternehmen zieht in aller Regelmäßigkeit die Kritiker an. Von der Hotelbranche, Vertreter des sozialen Wohnungsbaus bis hin zu Mietern. Airbnb wird vorgeworfen, dass es die Mietpreisspreisspirale massiv angedreht hat. Durch Airbnb sei die Spekulation mit Mietwohnungen angeheizt worden, was massive Mietpreissteigerungen zur Folge hat. Zudem sollen viele der Airbnb-Vemieter ihre Erlöse aus Mieteinahmen ihrer Finanzämtern nicht ordnungsgemäß angemeldet haben. Die Tourismusbranche kritisiert zudem, dass Airbnb die Preise kaputt macht und zudem nicht den strengen Auflagen (Brandschutz, Sicherheitsvorschriften etc.) unterworfen ist.

Airbnb hat laut Kritker zudem der Gentrifizierung Vorschub geleistet. In bestimmten Bezirken unterschiedlicher Städte haben die Mietpreise kräftig angezogen. Für Mieter sind die Wohnungen somit nicht mehr leistbar. Die Absiedelung ist die Folge. Vor allem in lukrativen Wohnbezirken ändert sich somit die Nutzungsform - aus Mietwohnungen werden Ferienwohnungen, die für Vermieter mehr Geld abwerfen.

Unzählige Städten haben deshalb zum Teil massive Beschränkungen bis hin Verbote von der Vermietung von Wohnungen via Airbnb und ähnlichen Buchungsplattformen verfügt. In Städten wie Barcelona, Berlin, aber auch in Wien, machen Bewohner zudem auch Front gegen Airbnb-Vermietung.

Airbnb selbst steht in der Kritik, wie andere US-Großkonzern und Internetcompanys, Gewinne steuerschonend über Steuerparadiese zu verschieben. Mit dem Ergebnis, die eigene Steuerzahlung gegen Null zu frisieren, in dem in höher besteuerten Ländern die Gewinne etwa durch Lizenzahlungen verkürzt werden.

Thomas Haller ist Managing Partner der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

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