Accenture-Chef Zettel: „B2B wird entscheidendes Duell für Europa“

Accenture-Chef Michael Zettel über das große Rennen um die relevanten B2B-Plattformen der Zukunft und warum Onlinebanking das BIP steigert.

Accenture-Chef Zettel: „B2B wird entscheidendes Duell für Europa“

Michael Zettel, Geschäftsführer von Accenture Österreich

trend: Die Digitalisierung ist heuer auch in Alpbach ein wichtiges Thema. Aber ist sie wirklich das Allheilmittel, das gegen fast alles wirkt?
Michael Zettel: Die Digitalisierung ist jedenfalls für die nächsten Jahre der wesentliche Fortschritts- und Wohlstandstreiber und ein ganz entscheidender Faktor für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

Aber wie können Friseure und Installateure ihr Geschäft digitalisieren?
Der Installateur kann das ganze Drumherum seines Jobs digitaler und effizienter gestalten - und damit mehr Zeit haben für seine eigentliche Tätigkeit. Das beginnt bei der Terminvereinbarung und geht bis zur Möglichkeit, Bilder eines Schadens digital hochzuladen, sodass der Installateur gleich beim ersten Besuch die richtigen Ersatzteile dabei hat. Und wenn die Heizungsanlage selber meldet, wann sie gewartet werden muss und was genau fehlt, fallen unnötige Wege weg.

Die Nutzung von Onlinebanking ist einer der Gradmesser für die Digitalisierung eines Landes. Aber was trage ich konkret zum BIP bei, wenn ich meine Bankgeschäfte online erledige?
Das ist ein sehr gutes Beispiel. Die Antwort: Sie erledigen eine transaktionale Tätigkeit effizient und mit möglichst wenig Aufwand. Dadurch bleibt ihnen mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeit, ihre Produktivität steigt. Und in Summe steigt damit das BIP.


Globalisierung hat sehr viel zu unserem Wohlstand beigetragen.

Der Lockdown hat gezeigt, wie verletzlich die weltweit verzweigten Lieferketten sind. Erleben wir das Ende der Globalisierung?
Hoffentlich nicht, denn die Globalisierung hat sehr viel zu unserem Wohlstand beigetragen. Aber es ist deutlich geworden, dass es vielfach eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Regionen gibt. Da ist die Sensorik für das damit verbundene Risiko abhandengekommen. Eine echte Reindustrialisierung Europas werden wir nicht erleben, aber in einigen Bereichen wird wieder mehr regional und vor Ort produziert werden.

Welche Rolle werden digitale Plattformen spielen?
Eine absolut entscheidende. Die Plattformökonomie wird das beherrschende Thema der nächsten Jahre. Im B2C-Bereich ist der Zug durch Amazon & Co wohl abgefahren, aber im Business-to-Business-Segment startet jetzt das große Rennen. Für die Unternehmen wird die richtige Positionierung auf B2B-Plattformen der nächste große Schritt in der digitalen Transformation sein. Und für Europa wird es das entscheidende Duell und die vielleicht letzte große Chance, sich im Digital-Business gegen die USA und China zu behaupten.


Die Furcht vor der Digitalisierung ist vielfach übertrieben.

Wie kann das gelingen?
Es ist eine Herkulesaufgabe, aber sie kann gelingen, weil das Spielfeld ein anderes ist. Europa ist Industrie-Weltmeister, und gerade im B2B-Bereich zählt Ingenieurswissen, und das haben wir. Allerdings bedarf es auch einer gesamteuropäischen Industrie- und Datenstrategie, um diese Chance zu nutzen. Dazu gehört auch, Wettbewerb nicht nur innereuropäisch zu betrachten, sondern mit Blick auf den Weltmarkt.

Gibt es Grenzen der Digitalisierung?
Covid-19 hat gezeigt, wo Österreich bei der Digitalisierung steht, sozusagen das Maturazeugnis der digitalen Transformation. Dabei ist auch deutlich geworden, dass die Furcht vor der Digitalisierung vielfach übertrieben war; umgekehrt aber auch nicht alles digital erledigt werden kann. Geht es um kreative Prozesse oder persönliche Vertrauensbildung, haben digitale Instrumente ihre Grenzen.


Zur Person

Michael Zettel, 43, ist Country Managing Director von Accenture Österreich. Das Beratungsunternehmen hat seine Schwerpunkte in den Bereichen Digitalisierung, Strategie, Management Consulting, Technologie und Business Transformation zu unterstützen, ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern und nachhaltigen Wert für ihre Stakeholder zu schaffen.


EFA2020

Michael Zettel ist einer von über 200 Speakern am European Forum Alpbach 2020. Mehr zum #EFA2020 finden Sie im trend-Thema EFA2020


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