Abo-Fallen im Internet auf dem Vormarsch

Betrugs- und Streitfälle im Internet nehmen weiter zu. Der Internet-Ombudsmann hat im abgelaufenen Jahr über 3.700 Schlichtungsanträge und weitere 2.300 Anfragen bearbeitet. Abo-Fallen, Vertragsstreitigkeiten und Lieferprobleme sind dabei die häufigsten Beschwerdegründe. Problematisch sind auch die Geschäftsmodelle von Online-Dating-Plattformen. Der durchschnittliche Streitwert der Schlichtungsfälle ist weiter gestiegen.

Abo-Fallen im Internet auf dem Vormarsch

Vorsicht Internetfalle: Nichts umsonst gibt es oft bei Gratis-Abo-Angeboten etwa von Verkehrsroutenplanern, Erotik- und Partner-Dienste.

Wer im Internet nach vermeintlichen Gratisdiensten Ausschau hält, muss sich in Acht nehmen. Was "Gratis" angeboten wird entpuppt sich oft als teures Abo oder Produkt. Und die Anbieter sind häufig nicht zimperlich, um mit Abo-Fallen die Nutzer unter Druck zu setzen. Zu diesem Ergebnis gelangt der Internet-Ombudsmann, der Jahr 2016 über 3700 Schlichtungsanträge bearbeitet hat. Zudem wurden 2300 Anfragen zum Thema "Einkaufen im Internet" bearbeitet.

Im Jahr 2016 sind die Abo-Fallen auf der Beschwerden-Rangliste auf dem ersten Platz, im Vorjahr waren es noch Interneteinkäufe und damit verbundene Vertragsstreitereien. Ein Drittel alles Beschwerdefälle entfallen auf vermeintlich kostenlose Online-Dienste. Und auch im Jahr 2017 scheinen die Abo-Fallen im Internet weiterhin das Ärgernis Nummer 1 zu werden. „Die Anzahl der Beschwerden betreffend Abo-Fallen hat sich im ersten Quartal 2017 sogar noch erhöht", sagt Bernhard Jungwirth, Projektleiter des Internet Ombudsmann. "Mit substanzlosen Pfändungsdrohungen werden Betroffene verunsichert und versucht, sie zur Zahlung zu bewegen.“

Bei den Abo-Fallen geht es vor allem und Angebote etwa von Routenplanern, Erotik-Abos, Partnerbörsen und Reisebuchungen. "Da werden Routenplaner gratis angeboten. Und auf einmal kostet der Dienst 500 Euro", sagt Internet-Experte Jungwirth. Die Routenplaner-Dienste hätten demnach Geld verlangt, ohne dass ein gültiger Vertrag zustande gekommen ist. Die versprochenen Leistungen waren zudem ohnedies kostenlos im Internet verfügbar. Die Betreiber der Routenplaner würden dabei zahlreiche unterschiedliche Internetadressen nutzen. Vor allem über Online-Werbung werden Konsumenten in die Abo-Falle gelockt.

Problemfall Online-Dating

Zu Schwierigkeiten komme es auch immer wieder bei sogenannten Gratis-Angeboten von Dating-Platformen, die zwar ein 14-tägiges Rücktrittsrecht versprechen, dies aber schwierig sei, zu kündigen. Zudem komme es zu Nachverrechnungen von in der Probezeit bereits bezogener Dienste. Jungwirth warnt daher eindringlich davor derart kostenlose Dienste zu abonnieren. "Sobald man persönliche Daten eingeben muss, sollte der Kunde hellhörig werden", warnt Jungwirth.

Auffällig sei vor allem, dass Beschwerden über Online-Dienstleistungen (65 Prozent) im Gegensatz zu Warenbestellungen kräftig ansteigen. Die Vertragsverhältnisse bei Dienstleistungen gestalten sich dabei oft komplexer als beim klassischen Warenkauf.

Auf Platz 2 der Beschwerdeskala landen Vertragsstreitereien bei Interneteinkäufen, die rund 23 Prozent der Beschwerden ausmachen. Streitpunkte sind dabei ob überhaupt ein Vertrag zustande gekommen oder auch die Höhe des Kaufpreises. Gehäuft hätten sich demnach auch ungewollte Bestellungen, etwa von Diätpillen („Fatkiller“) und Kosmetikprodukten („Luxstyle“, „BellaVei“).

Auf Platz drei folgen Lieferprobleme mit nicht erfolgter oder verspäteter Leistung (9,4 Prozent). Platz vier betreffen Probleme mit der Vertragslaufzeit (8,7 Prozent) und Platz fünf Schwierigkeiten mit dem Rücktrittsrecht (6,7 Prozent).

Steigende Schadenshöhe

Rund zwei Drittel der insgesamt 3744 gemeldeten Streitschlichtungsanträge wurden vom Internet-Ombudsmann erfolgreich zugunsten des Beschwerdeführers abgeschlossen. Die Schadenshöhe der bearbeiteten Fälle im Jahr 2016 beläuft sich auf rund 1,35 Millionen Euro. Der Durchschnittswert der Streitfälle beläuft sich auf 361 Euro. Im Jahr 2015 waren es mit rund 820.000 Euro Schadenshöhe insgesamt - pro Fall somit 224 Euro.

Neben Streitschlichtung und Beratung verzeichnet auch die Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at) des Internet Ombudsmann als Informationsplattform zu Internetbetrug eine steigende Beliebtheit.

2323 Anfragen wurden über die Plattform gerichtet, die keine konkreten Beschwerden gegen ein Unternehmen zum Inhalt hatten. Es handelte sich dabei vor allem um Rechtsfragen und Fragen zum Thema Sicherheit bei Online-Einkäufen.

Der Internet-Ombudsmann warnt das ganze Jahr daher auch vor Schadsoftware, mit der Kriminelle von Internetnutzern etwa Passwörter und Bankdaten abholen wollen. Die kriminelle Kreativität der Angreifer wird dabei immer dreister. So hängen sich die Online-Betrüger an E-Mail-Kampagnen von Banken und Versicherungen sowie großen Computerherstellern an, indem sie unter gefälschter Absendeadresse Internetnutzer gefälschte Mails zu schicken. Als die Erste Bank sowie die Bank Austria einen neuen Newsletter herausgebracht haben, wurden kurz danach von Internetbetrügern Fishing-Mails versendet, mit denen die Empfänger aufgefordert wurden, ihre individuellen Bankdaten und Passwörter der Online-Konten zu retournieren. In einer gefälschten Nachricht hatten die Betrüger etwa behauptet, dass Apple seinen Nutzern das Password geändert hätte. Sie wurden von den Betrügern aufgefordert, ihre Daten neu mitzuteilen. Die Mitteilung erweckte aufgrund der grafischen Aufmachung den Eindruck, dass Apple als Absender hinter der Mail steht.

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