Der Weg zum digitalen Erfolg

Der Weg zum digitalen Erfolg

Unter dem plakativen Titel „Digitale Geschäftsmodelle – gerne, aber wie?“ bat der trend vier Branchenexperten zu einem Round Table. Fazit: Wer vom Kunden ausgeht, seine Prozesse hinterfragt und die Mitarbeiter einbezieht, hat schon viel richtig gemacht.

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Das ist nur etwas für große Unternehmen. Wenn es wichtig wäre, würden sich die IT-Leute schon melden. Viel Aufwand und wer weiß, was am Ende dabei herauskommt. KMU & Digitalisierung – das ist ein weites Feld. Und auch ein Feld voller Missverständnisse. Diese aufzuklären, war das Ziel eines Round Table des trend mit Branchenexperten.

Digitalisierung, das bedeutet in den meisten Fällen effizientere Prozesse und gesenkte Kosten. Neue Geschäftsmodelle sind eher die Ausnahme – zumindest noch. „Wenn wir mit Kunden über Digitalisierung sprechen, reden wir meistens über vier Säulen“, so Michael Rehberger, Leiter der Abteilung Partner & Mittelstand und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Österreich, „diese sind die Verbesserung der internen Abläufe, die Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter durch neue Arbeitsformen, dann die Frage neuer Geschäftsmodelle und die vierte Säule betrifft das Wissen über die eigenen Kunden und die bessere Nutzung dieses Wissens. “

„Was will der Kunde? Wie kann ich die Customer Needs am besten bedienen? Wer diese Fragen zum Ausgangspunkt seiner digitalen Transformation macht, ist auf einem guten Weg.“ Martin Resel, A1

Für Martin Resel, Chief Customer Officer Enterprise bei A1, setzt gelungene Digitalisierung beim Kunden an: „Entscheidend ist, den Fokus auf den Kunden zu richten: Wie kann ich diese Customer Needs am besten bedienen? Wer diese Fragen zum Ausgangspunkt seiner digitalen Transformation macht, ist auf einem guten Weg.“ Der Friseur, der Online-Terminvereinbarungen ermöglicht, ein Bäcker, der Kryptowährungen akzeptiert sind Beispiele aus der kleinen Wirtschaft; Bauunternehmen, auf deren Baustellen alle Maschinen vernetzt sind und es kein Papier mehr gibt, Vorreiter aus der großen Wirtschaft.

Fakt ist: Die Digitalisierung bietet unglaublich viele neue Möglichkeiten – und genau das ist eines ihrer größten Probleme. Denn wo anfangen? „Wo Geschäftsprozesse bereits einen hohen Standardisierungsgrad haben, wird die Digitalisierung bereits vielfach genutzt“, weiß Gerald Rossmann, Partner von CNT Management Consulting AG, „klassisch ist das der Einkaufsprozess, bei dem mit dem Lieferanten Daten ausgetauscht werden.“ Doch wer weiterkommen will Richtung neue Geschäftsmodelle, der muss zuerst seine Hausaufgaben machen. Bedeutet: „Zwei Schritte zurück gehen und die gewachsenen Abläufe kritisch hinterfragen“, so Rossmann.

Aber was sind die größten Hürden auf dem Weg zum Business der Zukunft? „Es gibt oft eine gewisse Unsicherheit bei der Umsetzung, die internen Teams sind mit den Aufgaben überlastet“, weiß Klaus Gheri, Vice President and General Manager Network Security der Barracuda Networks AG, aus Erfahrung. Eines der zentralen Themen dabei ist die Sorge, sich durch Digitalisierung und vermehrten, externen Datenaustausch auch Sicherheitsprobleme einzuhandeln. „Das ist nicht unberechtigt, lässt sich aber leicht lösen, wenn man diesen Aspekt von Anfang an mitdenkt und entsprechende Vorkehrungen trifft“, so Gheri.

Was dem Erfolg ebenfalls im Weg steht: Zu sehr auf die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu vertrauen. „Bei manchen, vor allem größeren Unternehmen, herrscht der Glaube, alle notwendigen Kompetenzen selber abdecken zu können“, sagt Martin Resel. Bei so komplexen Themen wie der Digitalisierung sei das aber kaum möglich.

„Entscheidend ist, die richtigen Leute zusammen zu bringen. Man braucht den Visionär und denjenigen, der das technisch umsetzt. Leider sprechen die oft nicht dieselbe Sprache.“ Gerald Rossmann, CNT

Ganz zentral für den Erfolg ist – gerade bei der technikgetriebenen Digitalisierung – der Faktor Mensch. „Entscheidend ist, die richtigen Leute zusammen zu bringen“, sagt Gerald Rossmann, „man braucht den Visionär und denjenigen, der das technisch umsetzt. Leider sprechen die oft nicht dieselbe Sprache.“ Auch Microsoft-Manager Rehberger betont: „Wenn die Mitarbeiter nicht hinter so einem Projekt stehen, kann das kaum gelingen. Deshalb ist es eine Frage der Unternehmenskultur, hier alle Mitarbeiter mitzunehmen.“

„Kompetente Partner helfen dabei, vorhandenes Wissen zu nutzen. Das hilft auch, die ersten Schritte zu gehen und nicht wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren.“ Klaus Gheri, Barracuda

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der gezielte Wissensaustausch mit anderen – sozusagen lebenslanges Lernen auf Unternehmensebene. Es ist nicht notwendig, das Rad ständig neu zu erfinden. „Kompetente Partner helfen dabei, vorhandenes Wissen zu nutzen“, sagt Klaus Gheri, „das hilft auch, die ersten Schritte zu gehen und nicht wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren.“

„In einer wettbewerbsintensiven, global vernetzten Wirtschaft kommt kein Unternehmen ohne digitale Agenda weiter.“ Michael Rehberger, Microsoft

Das Fazit der Experten: Die Kosten für neue Technologien sind dramatisch gesunken und kein Hindernis mehr. „Auch ein KMU kann sich heute technisch leisten, was früher nur für Großunternehmen möglich war“, analysiert Michael Rehberger, „in einer wettbewerbsintensiven, global vernetzten Wirtschaft kommt kein Unternehmen ohne digitale Agenda weiter.“ Patentrezepte gibt es leider keine, „aber gerade für KMU sehe ich ein Riesenpotential bei der Digitalisierung, weil sie viel flexibler agieren können als Riesenkonzerne“, so Gerald Rossmann, „die Herausforderung ist, sich als Unternehmen neu zu denken und neu zu erfinden“.

Dabei geht es nicht nur um das einzelne Unternehmen. „Gemeinsam haben wir die Verantwortung, den Wirtschaftsstandort Österreich abzusichern und für die Zukunft konkurrenzfähig zu machen“, sagt Martin Resel, „und das wird nur mit den Mitteln der Digitalisierung gelingen. Verpassen wir das, wird die nächste Generation nicht mehr den Lebensstandard haben, den wir heute haben.“

Ohne Umbrüche wird die vierte industrielle Revolution nicht gelingen. „In der Geschichte haben solche Veränderungen mittelfristig immer zu mehr Wohlstand geführt“, fasst Klaus Gheri zusammen. „Auch wenn die Mönche mit der Erfindung des Buchdruckes wenig Freude hatten – für die Menschheit war es ein klarer Vorteil, nicht mehr auf einige wenige handschriftliche Kopien angewiesen zu sein.“

Martin Resel, A1 CCO Enterprise

Gerald Rossmann, Partner von CNT Management Consulting AG

Klaus Gheri, Vice President and General Manager Network Security von Barracuda Networks AG

Michael Rehberger, Leiter der Abteilung Partner & Mittelstand und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Österreich

Hier den Podcast zum Anhören! 👇


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