10 Tipps für ein professionelles Risikomanagement

10 Tipps für ein professionelles Risikomanagement

Auch die beste Konjunktur schützt nicht vor schlechten Zahlern. Der Kreditschutzverband KSV1870 gibt Ratschläge, wie mit Hilfe eines professionellen betrieblichen Risiko- und Schuldnermanagements Kundenbeziehungen aktiv gestaltet und unnötige Verluste vermieden werden können.

Trotz sehr guter Konjunktur im Jahr 2017 gibt es in der Wirtschaft Österreichs auch die eine oder andere Schattenseite. Denn selbst wenn in einem Unternehmen vieles richtig gemacht wurde, kann es dennoch von einer Kundeninsolvenz betroffen sein. Rund 116.000 Unternehmen wurden in den vergangenen 20 Jahren in Österreich insolvent, alleine 2017 waren es über 5.000 Betriebe.

Auch wenn die Tendenz der letzten fünf Jahre leicht fallend ist ist zu bedenken, dass eine Insolvenz nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch deren Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten trifft. Die bleiben dann mit offenen Forderungen oder nicht erbrachten Leistungen zurück. Unternehmen, die ihre eigene Liquidität schützen wollen, sollten daher ein professionelles betriebliches Risiko- und Schuldnermanagement zur Absicherung integrieren. Zehn Punkte, auf die es dabei ankommt.


1. Kundendaten auf Knopfdruck verfügbar

Unternehmen sind gut beraten, wenn sie alle notwendigen Kundendaten akribisch erfassen und stetig aktualisieren – unter Berücksichtigung der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Nicht aktuelle oder fehlende Informationen sorgen im Geschäftsfall für unnötige Verzögerungen und administrative Aufwände.

2. Die Kundenstruktur aktiv gestalten

Öfter als man glaubt, erwirtschaften Unternehmen mit wenigen oder gar nur einzelnen Kunden den Löwenanteil ihres Umsatzes. Kommt es in diesen Fällen zu Zahlungsausfällen, dann stürzen diese einen Betrieb rasch in eine existenzbedrohende Situation. Daher: Das Risiko durch ein verantwortungsbewusst gestaltetes Kunden-Portfolio aufteilen.

3. Die Rechnung als Dreh- und Angelpunkt

Sobald die Leistung erbracht ist, sollte die Rechnung unter Angabe des Zahlungsziels gelegt werden. Ist das Geld rasch auf dem Konto, verbessert das die eigene Liquidität.

4. Bei Nichtzahlung sofort aktiv werden

Wird das Zahlungsziel nicht eingehalten, sollte ein Mahnlauf mit Verlängerung der Frist um eine Woche starten. Achtung: Es gibt keine Verpflichtung, drei Mahnungen zu versenden. Offene Forderungen können jederzeit zum Inkasso übergeben werden. Gibt es einen vollstreckbaren Gerichtstitel, dann unterstützen Experten wie der KSV1870 mit dem Dubiosen-Inkasso.

5. Vereinbarungen schriftlich festhalten

Alle Geschäftsabschlüsse und Rahmenbedingungen sollten schriftlich festgehalten und juristisch wasserdicht formuliert werden. Auch die Formulierung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist im Geschäftsleben ein absolutes Muss. Um Schäden bei möglichen Kundeninsolvenzen schon vorher zu begrenzen: Eigentumsvorbehalt vereinbaren.

6. Die Finanzlage im Blick behalten

Ein laufendes Reporting und Monitoring der eigenen Kennzahlen gehören zum unternehmerischen Einmaleins, um im Anlassfall schnell reagieren und entsprechende Schritte setzen zu können. Die Bilanzen pünktlich zu erstellen und zu hinterlegen sorgt für Transparenz nach innen und außen.

7. Unternehmensrisiken erheben

Betriebe wie auch Branchen sind teilweise sehr unterschiedlich – ähnlich kann es sich bei potenziellen Unternehmensrisiken verhalten. Daher: Mögliche Risiken evaluieren, absichernde Maßnahmen setzen, Krisen- und Aktionspläne erarbeiten.

8. Anmeldung von Forderungen bei Kundeninsolvenz

Eine kleine Quote ist besser als ein Totalausfall. Im Durchschnitt erhalten Gläubiger eine Quote von 10 % bei eröffneten Verfahren. Lassen Sie Insolvenzforderungen nicht auf sich beruhen – der KSV1870 unterstützt bei der Forderungsanmeldung und holt die beste Quote.

9. Kundenrisiken minimieren

Der KSV1870 empfiehlt: Kein Geschäftsabschluss mit Neukunden, ohne vorher die Bonität des Unternehmens zu prüfen. Aber auch bei Stammkunden kann sich an der finanziellen Verlässlichkeit jederzeit etwas ändern – um so schnell wie möglich über Veränderungen informiert zu sein, lohnt sich das laufende Monitoring.

10 Das eigene Rating im Blick

Nicht nur Lieferanten, sondern auch das eigene Unternehmen hat ein Rating. Behalten Sie es im Blick und geben Sie Wirtschaftsauskunfteien wie dem KSV1870 aktiv neue, relevante Informationen bekannt. Auf diese Weise optimieren Sie Ihr Rating. Was das bringt? Auch das eigene Unternehmen ist Kunde eines anderen und wird „abgefragt“. Darüber hinaus ist das Rating bei Ausschreibungen ein relevanter Faktor.


Weitere Informationen zu den Themen Rating, Bonitätsauskunft und Monitoring finden Sie auf der Website des KSV1870 sowie in dem kostenlosen Whitepaper "Prophylaxe gibt’s nicht nur beim Arzt".

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