Riesenpleite bei Investmentholding: 111 Millionen Euro Passiva

Riesenpleite bei Investmentholding: 111 Millionen Euro Passiva
Riesenpleite bei Investmentholding: 111 Millionen Euro Passiva

Die SLAV Handel, Vertretung und Beteiligung Aktiengesellschaft mit Ihrem Unternehmenssitz in 1010 Wien, Wipplingerstraße 35 hat heute am Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt.

Das Unternehmen steht an der Spitze der sog. SLAV-Unternehmensgruppe und wurde im Jahr 1994 vom ukrainischen Brüderpaar Andriy und Sergiy Klyuyev als klassische Industrie- und Investmentholding gegründet. Die beiden Brüder haben sich zwar aus dem operativen Geschäftsbetrieb zurückgezogen, fungieren aber heute noch als Gesellschafter der Schuldnerin.

Laut Schuldnerangaben betragen die Gesamtverbindlichkeiten rund 111,81 Millionen Euro. Ein Großteil der Verbindlichkeiten resultiert aus dem operativen Geschäftsbetrieb - rund 95 Millionen Euro.

Von der bevorstehenden Insolvenz sind laut Schuldnerangaben 28 Gläubiger - davon sind sechs Dienstnehmer - betroffen.

Aufgrund seiner Funktion als Drehscheibe zwischen Ost und West und der Stellung Österreichs als Investor im osteuropäischen Raum wurde Wien als Sitz des Unternehmens gewählt.
Die weltweit verzweigte SLAV-Gruppe ist vor allem in den Bereichen der Produktion von Nichteisenmetallen, Maschinenbau, internationaler Handel und Investment tätig.

Laut KSV1870 Informationen war in erster Linie die politische und in Folge daraus resultierende wirtschaftliche Krise in der Ukraine im Jahre 2013 ursächlich für das Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit. Davor hat das Schuldnerunternehmen besonders in der Ukraine wirtschaftlich erfolgreich agiert.

Das Schuldnerunternehmen ist Alleingesellschafterin der SLAV Beteiligung GmbH. Diese wiederum ist Alleingesellschafterin der SLAV AERO GmbH, welche ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehören.

Über das Vermögen beider Gesellschaften wurde ebenfalls ein Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt.
Die Verbindlichkeiten bei der SLAV Beteiligung GmbH betragen laut Schuldnerangaben rd. EUR 7,9 Mio.; bei der SLAV AERO GmbH liegen die Passiva bei rd. EUR 9,8 Mio.

In beiden Fällen resultieren die Verbindlichkeiten in erster Linie aus Forderungen innerhalb der SLAV-Unternehmensgruppe.

Laut Angaben aller drei zahlungsunfähigen Unternehmen der SLAV-Gruppe ist keine Fortführung der Unternehmen beabsichtigt.

Mehr Informationen zu dieser und anderen Insolvenzen finden Sie auf der Seite des KSV1870.

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