KSV fordert stärkere Senkung der IEF-Beiträge von Firmen

KSV fordert stärkere Senkung der IEF-Beiträge von Firmen

Die Halbierung der IEF-Beiträge wäre eine Initialzündung für den Arbeitsmarkt.

Dem Kreditschutzverband KSV1870 ist die Reduktion der Beiträge der Unternehmen zum Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) zu niedrig. Eine Halbierung würde sich sogar auf die Beschäftigung auswirken und 17.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Wien. Um ein Zehntel Prozentpunkt wurde zum Jahresbeginn der Beitrag gesenkt, den Unternehmen in Österreich leisten müssen, um die Ansprüche von Arbeitnehmern insolventer Unternehmen abgelten zu können. Zu wenig - laut das Urteil des Kreditschutzverband KSV 1870, auch wenn die Senkung als Reaktion auf die zuletzt fallende Anzahl an Firmenpleiten reagiert wurde.

Wer sich jedoch deshalb eine Erleichterung für die heimischen Betriebe erhofft, ist auf dem Holzweg, meint der KSV 1870. "Bei Erhöhungen wird nicht gezögert, Erleichterungen für die Unternehmer schiebt man hingegen auf die lange Bank", sagt Hans-Georg Kantner, Insolvenz-Experte beim KSV 1870.

In Österreich beträgt der Beitrag zum Insolvenz--Entgelt-Fonds (IEF) derzeit 0,35 Prozent der Lohnsumme. Auch nach der Reduktion sei der IEF-Beitrag noch immer zu hoch. "Es wäre kein Problem, die Beiträge zum IEF bedeutend zu reduzieren, das es seit Jahren selbst in der Zeit sehr vieler Insolvenzen Überschüsse im Insolvenz-Entgelt-Fonds gegeben hat", meint Kantner. Diese Überschüsse seien aber zweckentfremdet worden.

In Deutschland zahlen die Unternehmen 0,12 Prozent der Lohnsumme in den Insolvenz-. Anfang 2017 will die deutsche Bundesregierung diesen Beitrag weiter auf dann 0,09 Prozent reduzieren. "Ein weiterer kluger Schachzug unseres Nachbarlandes, die Arbeitslosenzahlen niedrig zu halten", so KSV-Experte Kantner.

Der Beschäftigungs-Effekt

Eine weitere Reduktion der IEF-Beträge hätte laut KSV1870 auch positive Effekte auf den Arbeitsmarkt.
Bei einer Halbierung auf 0,17 Prozent könnten 17.000 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden

Eine Senkung der Beiträge auf deutsche Verhältnisse könnte sogar die Arbeitslosenzahl in Österreich um 26.000 verringert werden, argumentiert der KSV am Mittwoch in einer Aussendung.

Nach ständigen Belastungen könnte man durch eine Beitragssenkung "ein positives Signal an die Unternehmer senden, vor allem jedoch würde es jene ermutigen, die derzeit (noch) zögern, Personal einzustellen", sagte KSV-Vorstand Johannes Nejedlik.

Ein New Deal, der nur neue steuerintensive Förderungen der Wirtschaft, aber keinerlei Entlastung beinhaltet, ist eher Old (Socialist) School und wird keine Besserung der Situation bewirken, meint Nejedlik.

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