Insolventer Salzburger Fertighausanbieter Scala stellt Betrieb ein

Der kürzlich erst genehmigte Sanierungsplan von Scala ist nun doch gescheitert. Betroffen von der Scala-Pleite sind 300 Gläubiger und 88 Arbeitnehmer. Etwas 60 Häuser sind noch im Bau.

Insolventer Salzburger Fertighausanbieter Scala stellt Betrieb ein

Vor einer Woche hatte Scala noch ein Sanierungskonzept präsentiert. Nun gibt der Salzburger Fertighausanbieter auf.

Eugendorf. Eine Woche nach der Eröffnung eines Sanierungsverfahrens über den Fertighausanbieter Scalahaus Holzbau GmbH mit Sitz in Eugendorf (Flachgau) ist am Donnerstag am Landesgericht der Sanierungsantrag zurückgezogen und die Schließung des Betriebes bewilligt worden, teilte der KSV1870 in einer Aussendung mit. Die Passiva belaufen sich auf rund 13,1 Mio. Euro, betroffen sind von der Pleite rund 300 Gläubiger und 88 Arbeitnehmer.

Die Insolvenzursachen liegen laut Scalahaus unter anderem in den erheblichen Preissteigerungen bei den Baukosten - etwa aufgrund von Covid-19 und zuletzt der Ukraine-Krise. Diese seien bei der Kalkulation nicht in der drastischen Form vorhersehbar gewesen. So stiegen beispielsweise die Kosten für Schnittholz innerhalb eines halben Jahres um rund 90 Prozent, was einen Anbieter von Fertighäusern in Holzbauweise besonders treffe. "Zugleich ist der Baukostenindex um rund 20 Prozent gestiegen", teilte das Unternehmen mit.

Durch Fixpreiszusagen konnten diese enormen Preissprünge nicht an die Kunden weitergeben werden, was zu unterkalkulierten Hauspreisen geführt habe. Das Management habe die Risiken und Kosten der Bauprojektabwicklung unterschätzt. Schlussendlich hätten sich die laufenden Verbindlichkeiten durch die Verlustsituation gegenüber Abgabengläubigern, Banken, Lieferanten und Produzenten vervielfacht.

Alles anders binnen einer Woche

Vor einer Woche war noch ein Sanierungsverfahren bewilligt worden, mit dem die Fertigstellung aller bereits verkauften oder in Bau befindlichen Häuser sichergestellt und die Arbeitsplätze gesichert werden sollten. Laut dem Unternehmen befinden sich rund 60 Fertigteilhäuser in Bau. Nun habe sich aber gezeigt, dass die Erfüllung des Sanierungsplanes nicht darstellbar sei, so der KSV.

Das Unternehmen war zuletzt bei Umsatz und Mitarbeiterzahl stark gewachsen. Wurden im Geschäftsjahr 2019 noch 7,4 Mio. Euro erwirtschaftet, waren es 2020 bereits 20,4 Mio. Euro und 2021 31,4 Mio. Euro. Trotz dieser Umsatzsteigerungen wurden aber regelmäßig Verluste erwirtschaftet - 2021 betrug der Bilanzverlust 8,8 Mio. Euro. Eigenen Angaben zufolge erreichte der Fertighaushersteller 2021 einen Marktanteil von fünf Prozent in Österreich.

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