WLTP-Check: Spritverbrauch noch höher als erwartet

WLTP-Check: Spritverbrauch noch höher als erwartet

Ein Audi braucht im Schnitt 7,3 Liter auf 100 Kilometer, ebenso ein Toyota. Bei BMW sind es 7,2 Liter.

Erstmals wurden die bisherigen Verbrauchsangaben für den Spritverbrauch nach dem alten Messverfahren WLTP mit dem neuen realistische Spritverbrauchs-Messmethode WLTP verglichen. Dieser zeigt: Der Verbrauch ist noch höher als bisher angenommen. Bei manchen Automarken weichen die bisherigen Angaben vom realistischeren Abgastest WLTP besonders stark ab, bei manchen sogar deutlich weniger als angenommen.

WLTP funktioniert offenbar ganz gut. Denn plötzlich sind die Angaben für den Sprit- und CO2-Verbrauch durch die neue realitätsnähere Messmethode WLTP wesentlich höher als die alten Messmethode nach NEFZ ergaben. Das hat der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV), der in Kooperation mit dem deutschen Auto-Technik-Spezialisten Axel Friedrich, die beiden Werte zahlreicher Modelle und Marken verglichen, festgestellt. Und die Unterschiede bei den Verbrauchsangaben sind zum Teil recht groß. Zwar hat die Autobranche bereits dadurch mit einem Anstieg der Angaben über die Verbrauchswerte von 20 Prozent gerechnet, aber laut dem Vergleich des deutschen Autospezialisten beträgt die Differenz zwischen NEFZ und WLTP im Schnitt sogar 26 Prozent.

Bei diesen Marken die Kluft zwischen den bisherigen Angaben und den neuen Daten besonders hoch
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Automarken. So stiegen die Abweichungen gegenüber den offiziellen Hersteller-Angaben bei Audi auf 34 Prozent, bei Toyota auf 32 und bei BMW auf 31 Prozent. Bei Mercedes betrug die Abweichung hingegen nur 16 und bei Renault 14 Prozent.

Verglichen wurden die Angaben der Hersteller auf Basis des alten Prüfzyklus NEFZ und des neuen Prüfzyklus WLTP, der seit 1. September 2018 für alle neu zugelassenen Autos in Europa gilt. Herangezogen wurden sowohl Diesel- als auch Benziner. Als Quelle dienten die offiziellen Hersteller-Angaben laut dem Schweizer Bundesamt für Energie. Die Datenbasis lieferten 334 Audi-Modellen, 77 Toyota-Modellen, 1.262 BWM-Modellen, 318 Ford-Modellen, 304-Volvo-Modellen, 332-VW Modellen, 288 Opel-Modellen, 342 Mercedes-Modellen und 68 Renault- Modelle.

Bei Audi, Toyota und BMW weichen die neuen Abgas-Messwerte von den bisherigen besonders stark ab.

Sieben Liter auf 100 Kilometer
Autofahrer dürften die Zahlen aber dennoch nicht überraschen. Denn dass moderne Autos, die über eine durchschnittliche Größe und PS-Anzahl verfügen, im Schnitt rund sieben Liter brauchen, dürfte so manchem nicht entgangen sein. Selbst wenn die Hersteller bei jedem Facelifte gerne Verbrauchseinsparungen von rund 20 Prozent sprechen. Im Alltag merken viele davon nichts, was auch daran liegen mag, dass die Ausstattung und Technik-Features das Auto immer schwerer machen.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen NEFZ und neuen WLTP:
Der WLTP dauert länger, umfasst mehr Kilometer, die Geschwindigkeit ist höher und die Höchstgeschwindigkeit 131 km/h statt 120. Der Standzeitanteil höher, bei manuellen Autos gibt es keine fix vorgegebenen Schaltpunkte. Der Reifendruck ist fahrzeugspezifisch definiert – früher gar nicht. Die Umgebungs-temperatur liegt zwischen 14 und 23 Grad Celsius und nicht mehr zwischen 20 und 30 Grad. Die Laufleistung des Testfahrzeugs beträgt nun 3.000 bis 15.000 km, während es früher maximal 3.000 km waren. Die Batterie darf vor dem Zyklus nicht aufgeladen werden – vorher war ihr Ladezustand nicht definiert. Das ursprüngliche Testgewicht (Leergewicht + 100 kg) wurde um Ausstattung und Nutzlast aufgestockt. „Leider ist die Klimaanlage immer noch nicht berücksichtigt“, kritisiert Friedrich.

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