Winterreifen: Die 7 besten Experten-Tipps

Winterreifen: Die 7 besten Experten-Tipps

Es gibt genaue Regeln, welche Symbole auf Winterreifen auf jeden Fall vorhanden sein müssen, damit sie auch als solche auch eingestuft werden.

Wann soll man Winterreifen aufziehen? Auch dann wenn es nicht schneit? Welche Mindestprofiltiefe ist vorgeschrieben? Wie wirken sich Winterreifen auf den Bremsweg aus? Die wichtigsten Punkte für die Bereifung im Winter.

Allerheiligen markiert für Autofahrer einen Fixpunkt im Jahr. Am ersten November tritt jedes Jahr auch die in § 102 Kraftfahrgesetz festgeschriebene Winterreifenpflicht in Kraft. Pkw und Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t dürfen bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis nur dann in Betrieb genommen werden, wenn an allen Rädern Winterreifen angebracht sind.

Andernfalls drohen Geldstrafen in der Höhe von 35 Euro bis zu 5.000 Euro. Sollte man in einen Unfall verwickelt sein, liegt die Schuld in der Regel beim Autohalter, der keine Winterreifen montiert hatte. Zudem sind gravierende Maßnahmen möglich, die bis zum Führerscheinentzug gehen können.

Die einzige erlaubte Alternative zu Winterreifen ist, Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern zu verwenden. Das ist jedoch nur dann gestattet, wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist. Die folgenden Tipps rund um Winterreifen sollten Sie beachten


7 Tipps rund um Winterreifen

1. Winterreifen und Außentemperaturen

Unabhängig von der gesetzlichen Vorschrift sollten Winterreifen bei Kälte aufgezogen werden. Das kann vor allem in höheren Lagen auch außerhalb des per Gesetz definierten Zeitraums erforderlich sein. "Spätestens wenn die Temperaturen unter sieben Grad fallen sollten die Reifen gewechselt sein“, informiert Josef Nußbaumer, Obmann des Salzburger Landesgremiums Fahrzeughandel.

Der Grund: Aufgrund der speziellen Gummimischungen haften Winterreifen in der kalten Jahreszeit selbst auf trockener Fahrbahn deutlich besser als Sommerreifen. Bei Nässe oder tiefwinterlichen Verhältnissen wird dieser Unterschied noch größer.

2. Achtung beim Online-Reifenkauf

Im Internet findet man mitunter auch schon zum Winterbeginn Reifen zu vermeintlich sehr guten Konditionen. Nußbaumer mahnt allerdings zur Vorsicht, auch wenn doe angebotenen Pneus bei einschlägigen Tests gut abgeschnitten haben. "Bei im Internet gekauften Reifen weiß man nie, wo und wie lange sie bereits gelagert wurden, darunter kann die Qualität leiden", so der Reifenprofi.

3. Achtung beim Kauf gebrauchter Reifen

Vorsicht ist auch beim Kauf gebrauchter Reifen geboten. Bei Angeboten aus zweiter Hand sollten Sie die Reifen auf jeden Fall genau untersuchen. Dabei sollten SIe bedenken, dass Beschädigungen oft auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.



4. Zahlen und Buchstaben am Reifen beachten und entschlüsseln

Nicht jeder Reifen passt für jedes Auto beziehungsweise jedes Einsatzgebiet. So müssen unter anderem Dimension, Tragfähigkeit (Load-Index) und Geschwindigkeit (Speed-Index) des Fahrzeugs beachtet werden. Die Angaben dazu finden sich im Zulassungsschein, in der Beschreibung des Autos sowie natürlich korrespondierend am Reifen.

Ein Beispiel für die Bezeichnung eines Reifens: Der kürzlich vom ÖAMTC kürzlich ausgezeichnete Continental WinterContacts (für kleine Autos) 195/65/R15 91T. Die Zahl 195 steht für die Breite der Reifen, also 195 mm. Die Zahl 65 steht für den Reifenquerschnitt . Der Querschnitt eines Reifens ist definiert als die Höhe des Gummis von Felge bis Lauffläche und spiegelt das prozentuale Verhältnis wieder. Ein /50 Penu bedeutet beispielsweise, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Reifenbreite. Mit fallenden Zahlen wird die Reifenflanke (Höhe) immer niedriger.

Der Buchstabe R weißt darauf, dass es sich um einen Radialreifen handelt. Die Zahl 15 weißt auf den Reifeninnendurchmesser hin, gemessen in Zoll. Diese Größenangabe bestimmt, ob ein bestimmter Reifen in eine bestimmte Felge passen kann. Die nachfolgende Zahl 91 beziffert den Tragfähigkeitsindex und ist ein Hinweis auf die zulässige Höchstlast. Die Liste welche Zahl welche Last je Reifen bedeutet, finden Sie hier.

5. Symbole beachten

Ein Reifen per Gesetz gilt nur dann als Winterreifen, wenn er die Aufschrift "M+S", "M.S." oder "M&S" trägt. Ganzjahresreifen dürfen daher nur dann als Winterreifen verwendet werden, wenn sie eine solche Kennzeichnung haben. Ein Spezialreifen gilt nur dann als Winterreifen, wenn er die Aufschrift "ET", "ML" oder "MPT" trägt.

Reifenfachhändler Nußbaumer empfiehlt allerdings, unbedingt darauf zu achten, dass Winterreifen auch das „three peak mountain“ Symbol (ein Berg mit den drei kleinen Spitzen) tragen. "Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal", merkt Nußbaumer an. Das Symbol „M&S“, also Matsch und Schnee, sei kein ausreichender Hinweis.

6. Profiltiefe überprüfen

Wenn Sie bereits im Vorjahr gefahrene Reifen in der Garage haben, sollten Sie auf jeden Fall vor der Montage deren Profiltiefe - idealerweise mit einem geeigneten Messgerät - überprüfen.

In Österreich ist im Winter eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern vorgeschrieben. Alles was darunter ist, wird bei einer Polizeikontrolle geahndet und bei einem Unfall steigt die Versicherung aus.

Wer auf seine eigene Sicherheit achtet, sollte nicht am unteren Limit der Gesetzgebung unterwegs sein. Eine geringere Profiltiefe führt auch dazu, dass das Auto beim Fahren an Stabilität verliert und anfällig für Aquaplaning wird. Eine geringere Profiltiefe beeinträchtigt auch den Bremsweg: Bei 130 km/h und 1-2 mm Wassertiefe verdoppelt sich der bei den gesetzlich noch erlaubten vier Millimetern bereits fast gegenüber den acht Millimetern bei neuwertigen Reifen.

7. Testberichte beachten

Die Autofahrerclubs testen alljährlich die Modelle der aktuellen Winterreifen-Generation bei unterschiedlichsten Bedingungen (Schnee, Eis, Nässe und Trockenheit). Dabei schneiden die Reifen verschiedener Hersteller teils recht unterschiedlich ab. In Ihrem eigenen Interesse und dem der anderen Verkehrsteilnehmer sollten Sie beim Kauf auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Den aktuellen Vergleichstest finden Sie hier.

Auto & Mobilität

Diesel: Auch für Euro-6-Autos drohen Fahrverbote

Auto & Mobilität

Gebrauchte E-Auto-Akkus: Recycling für tickende Umweltbomben

Auto & Mobilität

So funktionieren die digitale Vignette und das neue Abo