Wie viel Punsch und Glühwein Autofahrer trinken dürfen

Auch beim Wolfgangseer Advent sollte man als Autofahrer ein paar Faustregeln fürs Punschtrinken beachten.

Auch beim Wolfgangseer Advent sollte man als Autofahrer ein paar Faustregeln fürs Punschtrinken beachten.

Wie viel Punsch kann man trinken, ohne die 0,5 Promille-Grenze zu überschreiten. trend.at hat beim ARBÖ nachgefragt, wovon es abhängt, wie viel man trinken kann und welche Einflüsse überschätzt werden. Plus: Welche saftigen Strafen Alko-Lenkern drohen. Wann bis zu 5.900 Euro fällig werden und wann man zum Psychologen muss.

Keine guten Nachrichten für Autofahrer. Die alte Faustregel, dass man ein Glas Alkohol trinken kann, und trotzdem noch unter die 0,5 Promille-Grenze kommt, gilt für Punsch und Glühwein nicht unbedingt. Dora Beer, ARBÖ-Expertin für die Nachschulung von Autofahrern: "Da man nicht abschätzen kann, wie hoch der Alkoholgehalt solcher Getränke ist, kann schon ein Glas davon dazu führen, dass die tolerierte 0,49-Promille-Grenze überschritten wird.“

Vier Faktoren, von denen abhängt, wie viel Alkohol man verträgt

Wie viel Alkohol man trinken darf, um unter dieser Promille-Grenze zu bleiben, hängt laut der ARBÖ-Expertin von vier Faktoren ab: Geschlecht, Alter, was man trinkt und wie viel. "Ein Mann mit durchschnittlicher Statur wird wahrscheinlich mit einem Glas Punsch noch nicht die 0,5-Promille-Grenze überschreiten, eine zierliche Frau vielleicht schon“, erläutert Beer.

Welche Einflüsse man unterschätzt

Wie viel man vorher gegessen hat, wirkt sich auf die Promille-Höhe nicht aus. Selbst wenn man den Eindruck hat, dass kaum Alkohol im Getränk ist, kann das täuschen. Beer: "Zucker und Aromen machen Alkohol weniger spürbar.“ Auch die Selbstwahrnehmung kann täuschen. Nicht umsonst nehmen Alkoholunfälle im November und Dezember regelmäßig zu. Wer zum Glühwein vielleicht noch ein Stamperl Schnaps trinkt, sollte das nicht unterschätzen. Denn in diesem Fall steigt durch diesen Beschleuniger die Promille-Kurve meist senkrecht nach oben. Wer vor der Autofahrt noch rasch Wasser oder einen Kaffee trinkt, um die Promille zu senken, tut das vergeblich. Pro Stunde werden nur etwa 0,1 Promille abgebaut - egal, was man während des Alkoholkonsums oder danach an alkoholfreien Getränken trinkt, was man isst oder wie viel man sich bewegt.

Männer durch Alkohol schneller dick

Doch auch wenn Männer etwas mehr Alkohol vertragen als Frauen, ohne dabei gleich über die erlaubte Promille-Grenze zu kommen: Sie haben dafür mit einem anderen Problem zu kämpfen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, bei der Daten von rund 380.000 Personen aus acht Ländern ausgewertet wurden, ergab, dass gerade Männer, die durchschnittlich mehr als zwei Gläser Alkohol am Tag tranken, ein höheres Körpergewicht haben als Frauen.

Was alkoholisierten Lenkern blühen kann

Der ÖAMTC hat die Rechtsfolgen bei Alkohol am Steuer aufgelistet:
Wann die Strafen steigen, wann der Führerschein weg ist, ab welcher Promillezahl man zum Psychologen muss

1. Die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze liegt bei weniger als 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut. Für Probeführerschein-Besitzer sowie Lkw- und Busfahrer gilt die 0,1-Promille-Grenze.
2. Wer von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle betrunken erwischt wird, muss neben einer saftigen Verwaltungsstrafe bis 0,79 Promille auch mit einer Vormerkung und ab 0,8 Promille mit der Entziehung der Lenkberechtigung rechnen. Daneben wird die Teilnahme an einem Verkehrscoaching aufgetragen.
• Drastisch sind die Folgen nach einem Unfall. Denn die Haftpflichtversicherung kann, wenn der Lenker mehr als 0,8 Promille "getankt" hat, bis zu 11.000 Euro auf dem Regressweg vom alkoholisierten Unfall-Verursacher zurückverlangen. Die Rechtsschutz- und die Kaskoversicherung sind überhaupt leistungsfrei.

0,5 - 0,79 Promille: Zwischen 300 und 3.700 Euro Strafe

Ab einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille sind zwischen 300 Euro und 3.700 Euro Verwaltungsstrafe fällig. Wird man das erste Mal alkoholisiert beim Autofahren erwischt, behält man zwar den Führerschein, allerdings gibt es dafür eine Vormerkung im Führerscheinregister.

Eine zusätzliche Verschärfung bringt das Vormerksystem für Wiederholungstäter: Wird man neuerlich alkoholisiert hinterm Steuer erwischt, ordnet die Behörde beispielsweise eine Nachschulung durch Psychologen an, die zusätzlich mindestens 200 Euro kostet. Beim dritten Verstoß gegen diese Bestimmungen oder gegen ein anderes der 13 Vormerkdelikte binnen zwei Jahren gibt es kein Pardon mehr - der Schein ist für mindestens drei Monate weg.

0,8 - 1,19 Promille: Zwischen 800 und 3.700 Euro Strafe

Wer mehr als 0,8 Promille "intus" hat, zahlt für die Alko-Fahrt mindestens 800 Euro. Die Höchststrafe liegt auch hier bei 3.700 Euro. Bei der ersten Alkofahrt (ohne Unfall) ist der Führerschein für 1 Monat weg - im Wiederholungsfall mindestens für drei Monate. Außerdem muss ein Verkehrscoaching absolviert werden (100 Euro).

1,2 - 1,59 Promille: Zwischen 1.200 und 4.400 Euro Strafe

Ab 1,2 Promille Alkoholgehalt im Blut kostet das Vergehen zwischen 1.200 und 4.400 Euro und der Führerschein ist für mindestens 4 Monate weg. Außerdem wird man zur Nachschulung geschickt, was zusätzliche Kosten bedeutet.

Ab 1,6 Promille: Zwischen 1.600 und 5.900 Euro werden fällig

Ist man mit 1,6 Promille und darüber unterwegs, drohen Strafen von 1.600 Euro bis 5.900 Euro und ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten. Daneben blüht dem Alkolenker eine Nachschulung, wobei Kosten in der Höhe von etwa 500 Euro entstehen, ein Termin beim Amtsarzt und eine verkehrspsychologische Untersuchung, die nochmals zusätzlich 363 Euro kostet. Die gleichen Konsequenzen drohen übrigens auch, wenn der Alkomat-Test verweigert wird.

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