Plug-in-Hybrid: Kein Auto wie jedes andere

Mitsubishi hat den Outlander Plug-in-Hybrid EV, das erste Hybrid-Modell der Marke mit Steckdosen-Anschluss, überarbeitet. Käufer sollen nun gemeinsam mit dem Öamtc in speziellen Fahrtechnikkurse gezeigt werden, wie man damit spritsparend fahren kann.

Mitsubishi hat den Outlander Plug-in-Hybrid EV, überarbeitet. Kunden soll nun in des Öamtc gezeigt werden, wie man damit spritsparend fahren kann.

Wer einen Plug-in-Hybrid kauft, kauft kein gewöhnliches Auto. Hineinsetzen und drauflosfahren, funktioniert nicht - zumindest dann nicht, wenn man spritsparend unterwegs sein möchte.

Wer die Angaben über den durchschnittlichen Verbrauch von Plug-in-Hybridmodellen laut Herstellerangaben sieht, traut mitunter seinen Augen nicht. Dort finden sich Angaben zum Spritverbrauch ab etwas mehr als einem Liter pro 100 Kilometer. Wenn man aber selbst ordentlich auf die Tube drückt, zeigt die Anzeige mitunter einen Verbrauch von bis zu acht bis zehn Liter an. Irreführung der Kunden oder das Auto nur nicht optimal gefahren, stellt sich die Frage. Tatsächlich kommt es gerade beim Plug-In-Hybrid, die derzeit zwischen 20 und 50 Kilometer elektrisch fahren können, noch stärker als bei einem konventionell betriebenen Modell, auf die Fahrweise des Lenkers an. Doch das ist wohl vielen Käufern dieser Modelle nicht ganz bewusst.

"Wer ein Plug-In-Hybrid-Modell kauft und genauso damit fährt, wie ein konventionell betriebenes Modell, wird daran keine Freude haben - zumindest wenn man erwartet deutlich weniger Sprit zu verbrauchen“, so die nüchterne Analyse von Mitsubishi-Österreich-Boss Andreas Kostelecky. Mitsubishi reagiert nun auf diese Wissenslücke, auch was die technische Handhabung dieser Fahrzeuge betrifft, und will sowohl Kunden als auch Händler noch intensiver schulen. Dazu rollt Mitsubishi in Österreich eine neue Strategie für diese Modelle aus. Die Kenntnisse über diesen relativ jungen alternativen Antrieb soll durch verschiedene Maßnahmen und Angebotte erhöht werden.

Flagship-Stores mit speziell geschulten Verkäufern

Mitsubishi startet voraussichtlich im April oder Mai eigene Flagship-Stores für Plug-in-Hybride. In diesen soll zunächst der Mitsubishi Outlander PHEV, der seit Jänner neu überarbeitet separat präsentiert werden und die Händler sollen für dieses Modell besonders intensiv und regelmäßig geschult werden. „Plug-in-Hybrid-Modelle bringen einen hohen Beratungsaufwand mit sich, dem wir damit Rechnung tragen wollen“, argumentiert Kostelecky. Auch Probefahrten sollen anders gestaltet werden, als für konventionell betriebene Modelle. Kostelecky: „Die Verkäufer in diesen Spezialstores werden daher darauf geschult, Kunden schon bei Probefahren so aufzuklären, dass diese ein Gefühl für die Spritsparleistung dieses Modells bekommen.“ Denn nur wer spritsparend fährt, kann das Maximum aus diesen Zwittermodellen herausholen. Der erste Flaghsip-Store ist in Wien bei Denzel in Erdberg geplant, ab Herbst sollen zwei weitere dieser Spezial-Schauräume bei Denzel in Klagenfurt und in Innsbruck fertig sein. Kostelecky: "Wir wollen zumindest in jeder Landeshauptstadt einen solchen Store eröffnen." Aber auch Mitsubishi-Händler außerhalb dieser Ballungszentren können mitmachen.

Spritspar-Fahrtrainings für Käufer von Plug-in-Hybrid-Autos

Gleichzeitig plant Mitsubishi spezielle Sprit-Sparkurse für Käufer von Plug-In-Modellen, derzeit der Outlander PHEV, anzubieten. Mitsubishi Österreich erstellt dazu gerade gemeinsam mit dem Öamtc ein Trainingsprogramm. Da das Angebot solcher Kurse anderer Hersteller de facto nicht existiert, überlegt Kostelecky, das Angebot für Plug-In-Modelle anderer Hersteller auszudehnen. Der Preis für solche Fahrtrainings steht noch nicht fest.

Ersten 100 Käufer kriegen gratis EcoDrive-Training und Smartrics-Karte

Die ersten 100 Käufer eines Mitsubishi Outlander mit Plug-in-Antrieb sollen kostenlos ein solches Spritspar-Training machen können. Und diese ersten 100 Käufer erhalten von Smartrics, dem einzigen österreichweit vertretenen Anbieter von Ladestationen für Elektrofahrzeuge, eine Tankkarte, mit der ein Jahr lang gratis Strom getankt werden kann. Ansonsten kostet eine Smatrics-Stromladekarte beispielsweise für den Ladetarif „Smart Net“ im Monat 14,90 Euro.

Eckdaten Mitsubishi Outlander PHEV :
Listenpreis ab 44.490 Euro, Strom-Reichweite: 50 Kilometer, C02-Ausstoß: 42 g/km, Ladezeit: In 30 Minuten sind 80 Prozent geladen. Lithium-Ionen-Batterie, Verbrauch: 1,8 -5,8 l/100 Kilometer.

Hohe Ziele für Hybrid-Auto-Verkäufe

Mitsubishi plant in den nächsten Jahren seine Palette an elektrisch betriebenen Modellen, ob rein elektrisch oder als Plug-in-Hybrid weiter auszubauen. Nach dem Start mit dem ersten Elektro-Modell der Marke, dem Kleinwagen iMiev und dem nun überarbeiteten Outlander Plug-In-Hybrid, soll nach und nach die gesamte Modellpalette auch mit Elektro-Motoren erhältlich sein, entweder als Plug-in oder als reines Elektroauto. Auch für den Absatz gibt es konkret formulierte Ziele: Bis 2020 sollen 20 Prozent aller neu zugelassenen Mitsubishi mit einem E-Motor ausgestattet sein. Das Ziel ist nicht unrealistisch. Zwei Jahren nach der Markteinführung des Mitsubishi Outlander mit Plug-in-Hybrid EV-Technologie ist das Modell mit 50.000 verkauften Einheiten in Europa das absatzstärkste Plug-in-Hybridmodell. In Österreich sind die Zahlen zwar vergleichsweise bescheiden, so plant Kostelecky nach 80 verkauften Stück im Vorjahr heuer 100 MItsubishi PHEV abzusetzen, 2017 sollen es 150 Stück sein und bis 2018 will man sich in diesem Segment auf 200 Einheiten steigern.

Das nächste Elektro-Projekt der Japaner wird bereits im März beim Genfer Autosalon präsentiert. Dort zeigt Mitsubishi mit dem ex Concept eine Studie eines kompakten Elektro-SUVs mit Coupé-Heck, das eine Distanz von 400 Kilometer pro Strom-Füllung schaffen soll. Voraussichtlicher Verkaufsstart: 2017.

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