Wenn das Auto die Milch bestellt: Jaguar Future Type 2040

Wenn das Auto die Milch bestellt: Jaguar Future Type 2040
Wenn das Auto die Milch bestellt: Jaguar Future Type 2040

Jaguar Future Type: Das virtuelle Konzeptauto rollt auf Kommando heran, öffnet die Tür und überlässt dem Fahrer die Entscheidung, ob er fährt oder ob er fahren lässt. Doch das ist nur eines der vielen neuen Features, die die Welt von morgen zu bieten haben soll.

Das neue Konzeptauto, der Jaguar Future Type, lässt keinen Zweifel, dass die Briten mit der Zukunft ernst meinen. Jaguar-Land-Rover-Boss Ralph Speth hat nun in London die automobilen Ziele für das Jahr 2040 preisgegeben. Das Jaguar der Zukunft wird sich demnach optisch gravierend von den heutigen Modellen unterscheiden und den gesamten Alltags erleichtern. Trend.at hat das Auto der Zukunft virtuell getestet.

Die Zukunft ist bekanntlich nicht immer das, was man sich von ihr erwartet. Von Jaguar hätte man sich beispielsweise wohl auch noch in Jahrzehnten Modelle erwartet, die besonders sportlich oder stattlich wirken. Doch die Briten zeigen keine Scheu alte Traditionen über Bord zu werfen. So scheint der Jaguar von morgen nicht von dieser Welt zu sein. Die Vision von einem Auto, der Jaguar Future Type, der nun in London präsentiert wurde, wirkt eher wie ein Space-Mobil. Ein Auto, so klein, schlank und flach, dass die relativ großen, freistehenden Räder fast am meisten ins Auge stechen.

Jaguar der Zukunft fährt auf Kommando vor

Die virtuelle Testfahrt mit Hilfe einer Spezialbrille, die einem plastisch und mit einem Joystick ausgestattet, den Future Type vor Augen führt und pilotieren lässt, gibt einen Vorgeschmack auf den Komfort der Zukunft. Auf Knopfdruck rollt das Auto heran, die Tür öffnet sich, der Sitz schwingt einem entgegen und kann - sich, zumindest theoretisch, bequem niederlassen und sich wie im Wohnzimmer fühlen.

Dass die Jaguar-Vision von außen vergleichsweise klein wirkt, macht der Innenraum wieder wett. Da die Batterietechnik für Elektroautos kaum noch Platz benötigt, bietet selbst ein kleines Modell ein großzügiges Inneres. Der Antrieb muss wegen der geringen Größe nicht wie bei einem Verbrennungsmotor unter der Motorhaube oder im hinteren Teil sitzen, sondern kann nahezu überall angebracht werden.

i-Pace: Der erste große Schritt in die Zukunft

Das zeigt sich auch am Jaguar i-Pace, dem ersten Elektroauto der Marke, das kurz vor dem Marktstart steht. Da ist der E-Antrieb völlig unauffällig in der Bodenplatte integriert. Vorne, wo sonst der Motor prangt, ist nun Raum für Gepäck und das nicht zu knapp. Der Kofferraum schluckt 530 Liter, was für einen Kompakt-SUV relativ viel ist.

Die fast unsichtbare Kraft aus dem Bodenraum hat es dennoch in sich. Der i-Pace tritt mit 400 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment an. Und bis zu 500 Kilometer Reichweite eine klare Kampfansage an den Tesla. Insider rechnen mit einem Preis von rund 80.000 Euro.

„Es ist auch der erste elektrische SUV einer Marke mit Historie“, betont Jaguar Land Rover Boss stolz den Unterschied zu Newcomer Tesla bei der Präsentation in London. Auf jeden Fall zeigt die Traditionsmarke schon einmal mit dem i-Pace bereits, dass sie Autos für die Zukunft bauen kann. Die Produktion dafür läuft Anfang 2018 an – bei Magna in Graz. Verkaufsstart soll Mitte des Jahres sein.

Das sprechende Lenkrad

Doch zurück zur Zukunft. Der Jaguar im Jahr 2040 wird – natürlich elektrisch und auf Wunsch autonom fahren. Das Lenkrad wird zur zentralen Kommandostelle ausgebaut. Darin soll die geballte künstliche Intelligenz, die bis dahin Realität sein soll, stecken. Die Ziele dafür sind hoch. „Das Fähigkeiten der Fahrzeuge werden unseren Alltag revolutionieren“, so die Vision von Jaguar-Chef Speth. Das Lenkrad hat, wie ein Mensch, sogar einen Namen: Der Sayer, benannt nach Malcolm Sayer, dem Designer des legendären Jaguar E-Type.

Das Lenkrad soll ein Assistent in allen Lebenslagen sein, auch zu Hause und bei verschiedenen Aktivitäten. Sayer soll als erstes sprachgesteuertes Lenkrad hunderte von Aufgaben erfüllen. Es kann mit Hilfe einer neuen Spracherkennungssoftware tatsächlich sprechen, Fragen beantworten und Wünsche der Insassen erfüllen. Das Auto wird so zu einem diskreten Assistenten, der sich ganz nebenbei die Wege merkt, die man zurücklegt, die Vorlieben der Nutzer registriert und so Wünsche antizipiert, ohne sich aufzudrängen.

Wenn der Jaguar Milch bestellt und den Arzt ruft

Der Sayer soll eine Verbindung zu Nachrichten herstellen, eine Reise organisieren oder einen Film oder eine andere Unterhaltungsmöglichkeit auswählen. „Sayer weiß genau, wann die Milch im Kühlschrank ausgeht und lässt sie auch gleich liefern“, skizziert Speth einer der vielen neuen Fähigkeiten des Jaguars der Zukunft. Oder das intelligente "Hirn" des Autos bestellt einfach eine Pizza. „Das Auto wird auch erkennen, wann es uns nicht gut geht. Es wird uns dann zum Arzt bringen oder, je nach Notwendigkeit, gleich ins Krankenhaus“, so Harvard-Professor Conor Walsh, dessen Roboter-Abteilung Biodesign Lab vor kurzem eine Kooperation mit Jaguar Land Rover eingegangen ist.

Das Auto wird zu einem diskreten Assistenten, der sich auch ganz neben bei die Wege merkt, die man zurücklegt, dabei die Vorlieben seiner Nutzer registriert und so Wünsche antizipiert, ohne sich aufzudrängen.Mit seinen intelligenten Features werden die Modelle auch die Technik bieten, die Carsharing möglich macht. Durch eine technische Schnittstelle soll unkompliziert abgerechnet werden, wenn das eigene Auto gegen Geld zur Verfügung gestellt wird.

Ein Jaguar - oder vielmehr Sayer - soll 2040 letztlich der Mitgliedsausweis für einen On-Demand-Serviceclub sein. Ein Club, dem nicht nur der Besitzer des Fahrzeugs angehören kann, sondern auch Mitglieder, jener Gemeinschaft, die – falls gewünscht - das Auto ebenfalls nutzen. Mit dem Lenkrad von heute, wird mit jenem von heute wohl nicht mehr viel gemeinsam haben.

Ab 2020: Kein Jaguar-Modell mehr, das nicht auch mit E-Antrieb erhältlich ist

Alle ab 2020 neu eingeführten Jaguar- und Land Rover- Baureihen sollen über einen elektrifizierten Antriebsstrang verfügen. Jaguar Land Rover Boss Speth: "Wir werden ein Portfolio aus elektrischen, Plug-in- und Mild-Hybrid-Modellen ausrollen."

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