So denkt Österreich über Autokauf, selbstfahrende Autos, GPS-Tracking

So denkt Österreich über Autokauf, selbstfahrende Autos, GPS-Tracking

Die Generali hat Autofahrer gefragt, was sie von Maut, Assistenzsystemen, der Überwachung durch GPS-Tracking halten, wie sie zu Elektro- und Hybridautos stehen, wie viele überhaupt ein eigenes Auto für nötig halten, wie viele sich ein Auto kaufen wollen, wie viele bereit sind für die Umwelt einen finanziellen Beitrag zu leisten und ob und wie sich ihr Verhalten beim Spritsparen verändert hat.

Die Generali Versicherung hat anlässlich ihrer neunten großen Autostudie rund 2.000 befragten Autofahrer befragt - mit teils erstaunlichen Ergebnissen.

¾ der Autofahrer wollen auf eigenes Auto nicht verzichten

Die Österreicher schätzen laut Generali-Studie die Freiheit, die ihnen ihr Auto vermittelt: 91% der Befragten geben an, dass sie mit dem Auto unabhängig sind, für weitere 72% ist es sehr wichtig, ein eigenes Auto zu besitzen. Wenn in Zukunft selbstfahrende Autos am Markt sind, möchten 69% ihr Auto dennoch lieber selbst steuern – nicht zuletzt deshalb, weil Autofahren für 69% der Befragten Spaß macht. Mit 78% können und wollen mehr als drei Viertel der Autofahrer auf ihr Auto in Zukunft nicht verzichten – ein in den letzten Jahren unverändert hoher Wert.

Mehr als 80 Prozent bereit finanziellen Beitrag für Umwelt zu leisten

Eine deutliche Mehrheit der Autolenker geht davon aus, dass das Autofahren in Zukunft teurer (72%), umweltfreundlicher (64%) und sicherer (60%) werden wird. 62% haben ihr Fahrverhalten zuletzt geändert: Ein Drittel fährt Sprit sparender, 30% reduziert bzw. verbindet Fahrten und 23% gehen mehr zu Fuß. 84% der Befragten sind bereit, auch einen finanziellen Beitrag für die Umwelt zu leisten.

Mehr als die Hälfte würden auf ein Fahrzeug mit Alternativ-Antrieb umsteigen.

Neuer Spitzenwert: Fast die Hälfte aller Autofahrer wollen ein neues Auto

Mit 47% plant knapp jeder zweite Autobesitzer die Anschaffung eines Autos innerhalb der kommenden drei Jahre. Das ist der höchste Wert, der im Rahmen der Generali Autostudie je erhoben wurde. 2012 planten lediglich 17% einen Autokauf, im Vorjahr waren es 44%.

Für ihr nächstes Auto wollen die Österreicher im Vergleich zum Vorjahr auch mehr Geld ausgeben: 30% der Befragten würden bis zu maximal 10.000 Euro investieren (2015: 37%), 40% bis zu 20.000 Euro (2015: 37%) und 18% bis zu 30.000 Euro (2015: 16%).

Gebrauchtwagen-Kauf am beliebtesten

Der Gebrauchtwagen steht mit 40% wieder an oberster Stelle auf der Wunschliste der Österreicher, gefolgt vom jungen Gebrauchten (Vorführwagen, nicht älter als sechs Monate bzw. Tageszulassung) und einem Neuwagen mit je 30%. Je älter der Autokäufer, desto eher greift er zu einem Neuwagen: Bei den über 60-Jährigen planen 45% einen Neuwagen-Kauf, aber nur 19% einen Gebrauchtwagen-Kauf. Bei den unter 30-Jährigen wollen 17% einen Neuwagen und 57% einen Gebrauchtwagen.

Diesel weitaus beliebter als Benziner

Bei der bevorzugten Antriebsart liegt der Dieselmotor mit 49% vor dem Benziner mit 29%.

Hybrid-Autos gewinnen an Zuspruch, gelten aber als viel zu teuer

Mehr als ein Fünftel der Befragten will sich für ein Auto mit Alternativ-Antrieb entscheiden, wobei hier der Fokus vor allem auf Hybrid-Antrieb (Benzin und Elektro) liegt. Der Zuspruch für Hybrid-betriebene Fahrzeuge ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – von 5% 2011 auf 18% 2016. Bei den 50- bis 59-Jährigen beabsichtigen sogar schon 24% ein Hybrid-Auto anzuschaffen.
All jene, die beim nächsten Auto zu einem Diesel- oder Benzin-Fahrzeug tendieren, geben als Grund gegen ein Hybrid- oder Elektroauto mehrheitlich den hohen Preis an (55%). 22% ist die Reichweite bei E-Autos zu gering, 15% empfinden die Technik noch nicht ganz ausgereift, und 11% beklagen die geringe Anzahl an Ladestationen.

Autofahrer fühlen sich mit Assistenzsystemen sicherer

Die vermehrt in den neuen Fahrzeugen vorzufindenden Sicherheitseinrichtungen haben nach Meinung der Österreicher einen positiven Einfluss: 57% fühlen sich mit den eingebauten Sicherheits- und Warneinrichtungen im Auto sicherer, 54% rechnen mit sinkenden Unfallzahlen. Folgende Gadgets und Systeme haben in den letzten Jahren großen Zuspruch erfahren: Die Nutzung einer Freisprecheinrichtung ist seit 2012 von 44% auf 63% gestiegen, die elektronische Einparkhilfe von 24% auf 41%, der Tempomat von 22% auf 26% und das Kurvenlicht von 15% auf 22%.
Die Bereitschaft für zusätzliche Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme mehr Geld auszugeben, liegt bei 55%. Von Jahr zu Jahr wichtiger wird auch die Bedeutung der vernetzten Mobilität – insbesondere die intelligente Stauvermeidung (87%), das Notrufsystem e-Call (82%) und die Gefahrenerkennung inklusive automatischem, aktiven Eingreifen in schwierigen Situationen (79%).

Höhere Akzeptanz für Rettungsgasse

Der Zuspruch für die Rettungsgasse steigt stetig – zuletzt von 52% auf 57%.

Verpflichtender Gesundheitstest im Alter begrüsst

Eine eindeutige Meinung haben die befragten Österreicher zum Thema Autofahren im hohen Alter: Zwei Drittel sprechen sich für verpflichtende Gesundheitstests aus, um die Fahrtauglichkeit im hohen Alter zu überprüfen. Bei den unter 30-Jährigen liegt die Zustimmung dafür sogar bei 79%. Mit zunehmenden Alter sinkt sie: Bei den über 60-Jährigen sprechen sich aber dennoch 42% für verpflichtende Gesundheitstests aus.

Kilometer- und CO-2-Abhängige Abgaben polarisieren

Hinsichtlich kilometer- und CO2-abhängigen Abgaben herrscht bei den Österreichern Uneinigkeit: 44% sprechen sich für eine kilometerabhängige Autobahnmaut aus, 36% dagegen. Für eine kilometerabhängige Versicherungsprämie sind 42%, dagegen 34%. Für eine kilometerabhängige Kfz-Steuer sind ebenso 42% dafür und 36% dagegen. Den geringsten Zuspruch findet die CO2-abhängige Kfz-Steuer mit 37% Dafür- und 35% Dagegen-Stimmen.

Über 30 Prozent würden GPS-Tracking von der Versicherung akzeptieren

Zum Nachweis der gefahrenen Kilometer würden 38% der Befragten ein von der Werkstatt auszufüllendes Formular an die Versicherung weiterleiten. 34% könnten sich vorstellen, dass eine fix im Auto installierte GPS-Box die Kilometeranzahl automatisch an die Versicherung übermittelt. Den geringsten Zuspruch erhält ein installierter Fahrzeugstecker, der in Verbindung mit einer App die Kilometer-Leistung aufzeichnet, die dann entweder vom Kunden selbst (27%) oder automatisch von der App (24%) an die Versicherung gesendet wird.

Über 40 Prozent Bedenken, dass persönliche Fahrverhalten ständig aufgezeichnet wird

43% der Autofahrer haben insgesamt Bedenken, persönliche Daten zum eigenen Fahrverhalten als Berechnungsbasis für die Kfz-Steuer bzw. Prämie weiterzugeben.

3/4 der Autofahrer wünscht sich Assistenzsysteme von Versicherungen bei Notfällen

71% der Autobesitzer befürworten es, wenn sich ihre Versicherungen nicht nur um die Schadenerledigung und Kostenerstattung kümmert, sondern darüber hinaus auch umfassende Notfall- und Hilfeleistungen – sogenannte Assistance-Leistungen – anbieten. Besonders unter 30-Jährige schätzen diesen Service (75%). 67% der Autofahrer gehen davon aus, dass Versicherungen auf ein kompetentes und zuverlässiges Netzwerk an Kfz-Dienstleistern wie Werkstätten oder Abschleppdienst zurückgreifen können. Knapp ein Drittel der Befragten (31%) würde für ein inkludiertes Kfz-Assistance-Paket eine höhere Versicherungsprämie bezahlen. Auch hier zeigen junge Autolenker unter 30 Jahre ein signifikant höheres Interesse (40%).
Die wichtigsten Notfall-Leistungen rund ums Auto sind für die Österreicher:

1. Leistung nach österreichischem Schadenersatzrecht bei unverschuldetem Verkehrsunfall mit einem europäischen Unfallgegner (92%)
2. Insassenschutz für alle verletzten Insassen inkl. Lenker (87%)
3. Ersatzwagen und Abschleppen bzw. Bergen nach einer Panne oder einem Unfall (79%)
4. Pannenhilfe (72%)
5. Schadenmeldung rund um die Uhr mittels einer App (69%)

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