VW-Konzern will alte Dieselautos von der Straße holen

VW-Konzern will alte Dieselautos von der Straße holen

Der VW-Konzern, der selbst im Zentrum der Diskussionen rund um Dieselmotoren steht, hat eine Initiative gestartet, um alte Dieselfahrzeuge von den Straßen zu holen. Deren Besitzer sollen Umwelt- und Umstiegsprämien bis zu 10.000 Euro bekommen. Das Angebot ist derzeit auf Deutschland beschränkt, in Österreich wird geprüft.

Nach dem Dieselgipfel in Deutschland geht der VW-Konzern in die Offensive und bietet Besitzern älterer Dieselwagen Umstiegsprämien von bis zu 10.000 Euro beim Neuwagenkauf an. Die Konzernmarken Volkswagen, Audi, Porsche und Skoda stellten am Dienstag so genannte Umweltprämien für neue Diesel und Benziner in Aussicht. Das aktuell noch auf Deutschland beschränkte Angebot gilt für sämtliche Marken von Diesel-Pkw der Schadstoffklassen Euro 4 und älter - und zwar bis Ende des Jahres. Die Prämien könnten den Absatz der Wolfsburger ordentlich ankurbeln. Nach Zahlen des deutschen Kraftfahrtbundesamtes (KBA) fuhren Anfang 2017 rund 3,5 Millionen alte Dieselautos auf Deutschlands Straßen.

In Österreich wird vorerst noch geprüft, ob es ein ähnliches Angebot geben wird, wie Richard Mieling, Leiter der Marken- und Unternehmenskommunikation der Porsche Holding erklärt. Die nun ins Leben gerufene Initiative sei jedenfalls auf Deutschland beschränkt. "In Österreich wird noch verhandelt. Es kann sein, dass es ein ähnliches Angebot geben wird. Ob und wann steht allerdings noch nicht fest", sagt Mieling

VW will mit dem Angebot alte Dieselfahrzeuge, die nach dem Abgasskandal und durch Diskussionen um Fahrverbote in Verruf geraten sind, aus dem Verkehr ziehen. "Volkswagen ist davon überzeugt, dass saubere und effiziente Dieselmotoren mit modernsten Abgasreinigungssystemen eine unverzichtbare Antriebstechnologie sind, um CO2-Emissionsziele zu erreichen", erklärte VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann.

2.000 bis 10.000 Euro Prämie

Je nach Neuwagenmodell bietet die Marke Volkswagen Prämien zwischen 2000 und 10.000 Euro an. Beim Kauf eines Golf sind es beispielsweise 5000 Euro. Bei Audi belaufen sich die Preisnachlässe auf 3000 bis 10.000 Euro. Porsche bietet beim Kauf eines seiner drei SUV-Modelle 5000 Euro Rabatt europaweit an. Bei Audi und Volkswagen erhöhen sich die Prämien, wenn der Kunde ein Erdgas-, Hybrid- oder Elektroauto anschafft. "Entscheidet sich der Kunde für die Prämie, wird sein Altfahrzeug stillgelegt und verschrottet", erklärte Audi. BMW hatte bereits bis zu 2000 Euro Prämie angekündigt.

Auf dem Diesel-Gipfel vergangene Woche hatte die deutsche Autoindustrie auch die Nachrüstung der jüngeren Diesel-Pkw per Software-Update zugesagt. Damit sollen die schon seit Jahren zu hohen Stickoxid-Belastungen in Großstädten unter die Grenzwerte gedrückt werden. Gelingt das nicht, könnten Stuttgart, München und andere Metropolen mit hohen Luftschadstoffen Diesel-Fahrverbote verhängen. Experten und Umweltverbände kritisierten, das Software-Update sei nicht ausreichend. Auch die Motoren müssten aufgerüstet werden, was für die Autobranche aber viel teurer wäre. Die Kosten für die Software-Nachrüstung bezifferte die Branche auf 500 Millionen Euro.

Von den ausländischen Herstellern sagte dagegen bislang keiner eine Nachrüstung zu. Die Mitgliedsunternehmen prüften das noch, erklärte der Importeursverband VDIK. Allerdings kündigten Ford und Toyota ebenfalls bereits Kaufprämien an.

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