VW-Abgasskandal: Weitere Klagen in Spanien, USA und Kanada

VW-Abgasskandal: Weitere Klagen in Spanien, USA und Kanada

"Dieselgate" ist für Volkswagen wie ein Fass ohne Boden: Weitere Klagen wegen der Manipulation der Abgaswerte stehen an. Es geht dabei um weitere Milliardenbeträge, die von Volkswagen insgesamt gefordert werden.

Madrid/New YorkWolfsburg. Volkswagen hat mit heutigem Tag gleich drei weitere Fronten, die im Zuge des Abgsskandals gegen den Autokonzern geöffnet werden.

In den USA weitere Belastungen, wenngliech es bereits einen 15,3 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 13,8 Milliarden Euro) schweren Vergleich in den USA schon gegeben hat. Drei weiter Bunddesstaaten - New York, Maryland und Massachusetts - haben getrennt voneinander Klagen eingereicht. Der Generalstaatsanwalt von New York stellte am Dienstag in Washington eine Klage mehrerer Bundesstaaten vor, in der "hunderte Millionen Dollar" an zusätzlichen Strafen für die Wolfsburger verlangt werden. Der Klage zufolge sollen Dutzende VW-Mitarbeiter und Manager an dem Abgasbetrug beteiligt gewesen sein.

Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sei früh über die Abgasmanipulation informiert gewesen. Winterkorn habe im Frühjahr 2014 von der Existenz einer illegalen Abschalteinrichtung gewusst. Alliene in den USA hat VW zuletzt versucht einen Streit über fast eine halbe Million Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren beizulegen.

In der Klage bezieht sich Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman unter anderem auf eine E-Mail von Frank Tuch, der damals das Qualitätsmanagement von Volkswagen leitete, an Winterkorn. Darin schreibt Tuch den Angaben zufolge, eine detaillierte Erklärung für die dramatisch hohen Stickoxid-Emissionen könne den Behörden nicht gegeben werden.

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese erkennt, ob ein Wagen auf dem Prüfstand steht und hält auch nur dann die Grenzwerte ein. Im normalen Verkehr auf der Straße ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher. Das Unternehmen ist deshalb mit zahlreichen Klagen und Schadensersatzforderungen konfrontiert.

Auch in Kanada droht ein Rechtsstreit mit kanadischen Eigentümern von Dieselfahrzeugen. VW will laut "Handelsblatt" einen ähnlichen Vergleich anstregeh wie den bisher in den USA erzielten. Geschätzte Kosten: Bis zu zwei Milliarden US-Dollar kosten. Ein VW-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern

Die dritte Front gegen VW tut sich nun in Spanien auf. Der spanische Verbraucherschutzorganisation OCU hat wegen des Abgasskandals bei Volkswagen eine Sammelklage gegen den deutschen Autobauer eingereicht. Die Klage sei beim Handelsgericht in Madrid eingegangen, teilte OCU am Dienstag mit. Rund 4.000 vom Skandal betroffene Menschen hätten sich bereits der Schadenersatzforderung angeschlossen. Der Verband will für die Geschädigten alle Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen.

VW müsse die begangenen Fehler einräumen, innerhalb eines Monats die betroffenen Fahrzeuge reparieren und jeden einzelnen Geschädigten mit mindestens 2.000 Euro entschädigen, fordern die Verbraucherschützer. Der Sammelklage könnten sich in Spanien noch weitere Betroffene anschließen.

Erst vor eineinhalb Wochen hatte die spanische Justiz wegen des Skandals um manipulierte Emissionswerte bei Dieselwagen Ermittlungen gegen den VW-Konzern eingeleitet. Der Richter Ismael Moreno vom Nationalen Gerichtshof in Madrid erklärte, die Volkswagen AG stehe im Verdacht des Betrugs, des Subventionsbetrugs und des Verstoßes gegen die Umweltgesetze.

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