Von Turmöl zu Turmstrom: Doppler-Gruppe setzt auf E-Tankstellen

Von Turmöl zu Turmstrom: Doppler-Gruppe setzt auf E-Tankstellen

Turmstrom von Doppler will mit neuen Schnellladesäulen E-Autos binnen kürzester Zeit schneller aufladen.

Tankstellenbetreiber Doppler setzt nun auch auf "Turmstrom" für Elektroautos. Die ersten drei Turmöl-Tankstellen wurden mit Strom-Schnellladestationen aufgerüstet.

Die Doppler- Gruppe - Betreiberin der Turmöl-Tankstellen - will nun auch in das E-Tankstellengeschäft einsteigen. An drei Standorten in Linz, Wels und in Klaus (alle in Oberösterreich) wurden erste Schnellladestaionen eingerichtet, bis 2020 sollen bis zu 30 weitere folgen.

Die drei von ABB ausgerüsteten Stationen haben eine Ladeleistung von jeweils 50 Kilowattstunden. Damit können E-Autos in 30 Minuten bis zu 80 Prozent geladen werden. Abgerechnet wird in Minuten - um die Belegung der Säulen zeitlich kurz zu halten. Eine Volltankung wird etwa 10 bis 15 Euro kosten, stellten der geschäftsführende Eigentümer der Gruppe Franz Joseph Doppler und Geschäftsführer Bernd Zierhut in Aussicht.

Zukunftsgeschäft

Zierhut sieht im Aufenthalt der Fahrzeuginsassen auch ein Geschäftspotenzial für die Tankstellenshops: Den Kunden soll die Wartezeit mit attraktiven Angeboten verkürzt werden.

Mit der Errichtung der drei Stationen sei man in einer "Lernphase". Der Bau von weiteren sei abhängig von der Anzahl an Erstanmeldungen von E-Fahrzeugen und vom Ladeverhalten der Nutzer. Der ins Auge gefasste und mit den Vorlieferanten bereits abgesprochene Rollout von 30 Stationen würde insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro kosten.

Für die E-Tankstelle in Linz wurden 40.000 Euro investiert, für die jeweils doppelt so großen in Klaus an der Pyhrnautobahn (A9) und in Wels an der Innkreisautobahn (A8) 90.000 bzw. 85.000 Euro. Die Tankstellen an den Autobahnen bieten neben den Anschlüssen für alle in Europa zugelassenen schnellladefähigen Elektrofahrzeuge auch Vergaser- und Dieseltreibstoff, Flüssiggas (LPG) und Erdgas (CNG) an.

Nische Erdgas

Für Erdgas betreibt Doppler 20 Stationen - bisher "nicht das Gelbe vom Ei", beschreibt Zierhut das Geschäft damit. "Alternative Antriebe sind derzeit noch Nischen, die nur mit der Lupe erkennbar sind". Aber Doppler sehe sich als Energiehändler der Zukunft, wo alle Arten - Treibstoffe, Erdgas und Strom - bezogen werden können. Je besser die Infrastruktur ausgebaut sei, desto mehr Menschen würden auf E-Fahrzeuge umsteigen. Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) betonte, Oberösterreich fördere nicht direkt den Kauf der Fahrzeuge sondern die Lademöglichkeiten in den Haushalten. Sein Ressort habe ein Online-Tool entwickelt, das eine zusammenfassende Darstellung des aktuellen Standes von Ladestationen für alternative Treibstoffe zur Verfügung stellt.

Die 1932 gegründete eigentümergeführte Doppler Gruppe in Wels ist nach eigenen Angaben der größte unabhängige und private Tankstellenbetreiber Österreichs. Sie betreibt aktuell mehr als 250 Stationen, darunter 150 der Diskontmarke Turmöl. Der Umsatz wurde zuletzt mit 755 Millionen Euro angegeben. Per 1. Jänner 2018 wird der Mineralölhändler und Tankstellenbetreiber Fazeni GmbH aus Allhaming (OÖ) übernommen. Dadurch soll der Umsatz um 100 Millionen Euro netto zulegen.

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