Volvo: SUV-Boom sorgt für Absatzturbo

Volvo: SUV-Boom sorgt für Absatzturbo

Hochwertige SUVs von Volvo kommen derzeit gut an.

Volvo bietet derzeit Modelle, die dem Zeitgeist entsprechen. Weltweit stieg der Absatz, wenn auch die Gewinne zurückgingen. 2020 kommen gleich zwei vollektrifizierte Modelle auf den Markt und Volvo-Boss Samuelsson verspricht ein neues Level an Infotainment.

Zur richtigen Zeit, die richtigen Modelle. Dieses Timing gelingt derzeit Volvo bravourös. SUVs und solche mit Plug-In-Hybrid-Antrieben sind derzeit die Modelle der Zeit, nicht nur in Europa, etwa auch in den großen Märkten China und USA. „Wir sind 2019 in allen Märkten gewachsen und konnten unsere Marktanteile erhöhen“, so Samuel Samuelsson, Volvo-Vorstand anlässlich der Jahrespressekonferenz.

USA und China mit zweistelligen Zuwächsen
Dank der großen Auswahl bei SUVs haben die Schweden in allen drei großen Märkten, teils gegen den Trend, zugelegt. In China, wo der Autoabsatz 2019 von 23 Millionen verkauften Neuwagen im Jahr 2018 auf 6,8 Millionen Stück im Vorjahr eingebrochen ist, haben die Schweden ihren Absatz um 19 Prozent erhöht. Trotz des Handelskonflikts brummte, wie etwa auch bei Porsche und Audi, das Geschäft in den USA. Zugpferde sind auch dort hochpreisige SUVs. Bei einem schwachen Gesamtwachstum in den USA, konnten die Schweden ihr Wachstum um rund zehn Prozent erhöhen. Der Markt wuchs in den ersten neun Monaten dagegen um nicht einmal drei Prozent.

Europäischen Markt outperformt
Auch in Europa lief es für die Skandinavier gut. In Großbritannien wurde das beste Verkaufsergebnis seit 1990 erzielt. In Deutschland verkaufte der schwedische Automobilhersteller zum ersten Mal in seiner Geschichte mehr als 53.000 Autos. Insgesamt konnte der europäische Automarkt im Vorjahr um fünf Prozent outperformt werden. Allzeithochs verzeichnete der Autobauer auch in Australien, Belgien, Brasilien, Tschechischen, Ungarn, Korea, Polen und Portugal.

Erstmals über 700.000 Stück weltweit verkauft
Nach sechs Jahren Wachstum in Folge erreichte Volvo damit 2019 die Absatzmarke von 700.000 Stück. Zum Vergleich: Erst 2015 vermeldete das Unternehmen einen Rekordabsatz von über 500.000 verkaufter Neuwagen. Der Umsatz kletterte im Vorjahr um 8,5 Prozent auf umgerechnet fast 26 Milliarden Euro. Dafür wurde die Produktion um fünf Prozent hinaufgeschraubt.

Weniger Gewinn
Die Gewinne gingen jedoch leicht zurück. „Der Preisdruck in Asien und den USA ist derzeit hoch“, resümiert Carla De Geyseleer, seit 2019 Finanzchefin von Volvo, anlässlich der Jahrespressekonferenz. Die Umsatzrendite sank von zuvor 5,6 Prozent auf 5,2 Prozent. Das obwohl an den Kostenstellen kräftig geschraubt wurde. „Aber schon im zweiten Halbjahr verzeichneten wir ein starkes Wachstum in der Profitabilität. Unsere Einsparmaßnahmen zeigten da bereits Wirkung“, erklärt Volvo-Boss Samuelsson. Speziell im vierten Quartal ging es bergauf. Das Ebit kletterte um über 17 Prozent auf 5,30 Milliarden Kronen (rund 500 Millionen Euro).


Werden die CO2-Ziele der EU schaffen

Vor allem der Absatz von Plug-In-Hybriden ist mit einem Plus von 23 Prozent im vierten Quartal merklich gestiegen. Das ist deshalb für den Konzern wichtig, da die Neuwagenverkäufe ab 2020 pro Hersteller in Europa nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft pusten dürfen. Ansonsten drohen Strafzahlungen von 95 Euro je zusätzlichem Gramm und Fahrzeug. Angst vor Strafzahlungen haben die Schweden nicht. „Die CO2-Ziele der EU sind zwar eine Herausforderungen, aber wir werden sie schaffen“, gibt sich Samuelsson zuversichtlich.


Sorgen für einen neuen Level beim Infotainment

Um die steigenden Emissionsanforderungen in den nächsten Jahren zu schaffen, aber auch um beim autonomen Fahren oder beim Infotainment Innovationen zu bieten, will Volvo seine Ausgaben in Forschung und Entwicklung weiter hoch halten. 4,2 Prozent des Umsatzes fließen in F&E-Maßnahmen. Laut dem deutschen CAR-Institut ist Volvo bereits jetzt der fünft-innovativste westliche Autohersteller. Der nächste Coup steht bereits bevor. „Wir sind die ersten die das Android-System in unseren Autos verwenden werden. Jedes Modell soll damit ausgestattet werden. Das wird für einen neuen Level beim Infotainment sorgen. Das erste Modell wird der XC40 sein“, verkündet der Volvo-Chef.

2020: Marktstart für den ersten Elektro-Volvo
2020 bleibt für Volvo ein Jahr der Transformation. Schließlich will der Autohersteller künftig ausschließlich Hybrid- und Elektroautos produzieren. So ist zunächst geplant, dass jedes Modell auch als Plug-In-Version verfügbar sein wird. Mit dem Kompakt-SUV Volvo XC40 Recharge wollen die Schweden eine großangelegte Elektro-Offensive starten. Voraussichtlicher Marktstart: Ende 2020. Neben dem XC40, den es unter anderem auch mit Hybrid-Antrieb gibt, folgt damit eine weitestgehend neukonstruierte E-Variante. Die technische Basis liefert die Volvo Tochter Polestar, die mit ihrem Polestar 2 ebenfalls heuer in die Serienfertigung geht. Der Elektrowagen soll mit 400 PS und 400 Kilometer Reichweite ausgestattet sein. 2025 soll laut Samuelsson die halbe Produktion bereits elektrifiziert sein.

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