Last Exit: Uber steigt in China auf die Bremse

Last Exit: Uber steigt in China auf die Bremse

Ub gibt in China w.o, trotz starker Partner. Für den Ausstieg bekommt die US-Firma ein Aktienpaket des Übernehmers Didi.

Der US-Fahrdienstvermittler Uber hat in China Milliarden verbrannt. Und gibt nun w.o. Die Amerikaner verkaufen ihre Niederlassung an den Konkurrenten Didi Chuxing, bekommen dafür aber auch eine Beteiligung.

Peking/San Francisco. Es war ein kostspieliges Abenteuer, doch nun macht Uber in China eine Vollbremsung: Der Fahrdienst-Vermittler aus Kalifornien gibt in China auf. Der Preiskampf hat Uber offenbar doch mehr zu schaffen gemacht, als sich die US-Company bisher eingestanden hat. Unterm Strich hatte Uber Milliarden-Verluste angeschrieben, um in dem Mega-Markt durchstarten zu können. Rund zwei Milliarden Dollar hatte Uber alleine in China investiert.

Platzhirsch und Marktführer Didi Chuxing übernimmt nun die Uber-Tochter. Im Gegenzug soll die US-Mutter künftig sechs Prozent der Aktien an Didi erhalten. Die Marke China Uber auch nach dem Exit des US-Fahrtendienstvermittler als Marke erhalten bleiben. Das neu entstandene Unternehmen ist rund 35 Mrd. Dollar wert, Uber ist jetzt der größte Investor von Didi und hat in dieser Rolle Apple abgelöst, die schon früher auf Didi gesetzt hatten.


Lesen Sie dazu auch die Analyse "Uber-nommen: Uber wirft in China das Handtuch – die Gründe" von Monika Rosen, Chefanalystin der Bank Austria


Im Kampf um die Spitze ist Didi somit endgültig in der Pole Position. Didi entstand erst im vorigen Jahr aus der Fusion der beiden Fahrdienste der Internet-Giganten Alibaba und Tencent und kommt nach eigenen Angaben in China auf einen Marktanteil von rund 87 Prozent.

Didi kam zuletzt auf eine Marktbewertung von 28 Milliarden Dollar, Uber China - nun im dritten Jahr in China tätig - auf sieben Milliarden Dollar.

Uber hatte entgegen seiner bisherigen Strategie in China Partner mit an Bord genommen. Das China-Geschäft wurde in eine separate Tochter ausgelagert, an der unter anderem auch der lokale Internet-Riese Baidu beteiligt ist. Investoren von Uber China bekämen nun beim Verkauf von Uber China 20 Prozent an der neuen Firma, schreibt der Wirtschafsnachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.

Uber soll kürzlich noch beabsichtigt haben rund 500 Millionen Dollar in den Aufbau eines eigenen globalen Straßenkarten-Projekts zu investieren. Das Unternehmen wolle sich damit auf seinem Weg hin zum fahrerlosem Auto unabhängig von Google Maps machen, berichtete die "Financial Times".

Verschärfung der Rahmenbedingung

Didi nutzt mit dem Deal die Gunst der Stunde. Denn erst in der vorigen Woche haben die chinesischen Behörden die rasant wachsende Branche mit einem offiziellen Vorschriftenkatalog aus der rechtlichen Grauzone geholt und damit für mehr Sicherheit auch bei den Investoren gesorgt.

So müssen die Fahrer mindestens drei Jahre Erfahrung am Lenkrad haben. Zudem wird überprüft, ob sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Ihre Autos dürfen nicht älter als acht Jahre sein und maximal 600.000 Kilometer auf dem Tacho haben.

Der beinharte Wettbewerb

Uber dominiert die Branche zwar weltweit, in China kam das Unternehmen aus San Francisco zuletzt allerdings nur schwer voran. Zwar arbeitet der vor allem in Europa umstrittene Online-Mitfahrdienst etwa in den USA, Kanada und anderen Regionen profitabel. Der harte Preiskampf mit Didi kostete Uber in der Volksrepublik China aber jährlich mehr als eine Milliarde Dollar.

Uber und Didi hatten sich in China einen scharfen Wettbewerb mit massiven Rabatten geliefert, die für beide hohe Verluste bedeuteten. Branchenbeobachter schlossen bereits in den vergangenen Monaten nicht aus, dass die Rivalität mit einer Fusion enden könnte.

Allerdings geht man in China nun davon aus, dass nach dem Exit von Uber die Preise für die Nutzer steigen dürften, nachdem mit Uber der härteste Konkurrent von Didi aufgegeben hat.

Uber gilt als Vorreiter der aufstrebenden Branche und hat mit seinem Angebot den Taximarkt in Aufruhr versetzt. Weltweit laufen Taxifirmen Sturm gegen den Mitfahrdienst. Sie fürchten erhebliche Einbußen und beklagen weniger strenge Auflagen bei dem neuen Konkurrenten.

Neue Konkurrenten aus der Autoindustrie

Allerdings tummeln sich auch zunehmend etablierte Autobauer in der Branche, um im Ringen mit der IT-Industrie um neue Mobilitätsangebote nicht ins Hintertreffen zu geraten. So führt Daimler gerade seine Taxi-Vermittlungs-Tochter MyTaxi mit der britischen Konkurrentin Hailo zusammen. Die Transaktion soll Europas größten app-basierten Taxi-Anbieter schaffen. Zuletzt hatten Volkswagen und die US-amerikanische Opel-Mutter General Motors dreistellige Millionenbeträge investiert.


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Uber hat die Zahl seiner weltweit vermittelten Fahrten eigenen Angaben zufolge zuletzt kräftig gesteigert. Am 18. Juni wurder bekanntgegeben, dass die Marke von zwei Milliarden Touren überschritten worden sei, die per App abgewickelt wurden. Ende 2015 hatte Uber von einer Milliarde Fahrten seit Gründung 2009 gesprochen.

Das Unternehmen offeriert sein Angebot mittlerweile weltweit in mehr als 450 Städten nach 311 vor einem Jahr, wird aber in vielen Ländern immer wieder juristisch ausgebremst. Erst vor kurzem hatte Uber in Deutschland vor Gericht eine Schlappe erlitten. Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) bestätigte im Juni das Verbot des Fahrdienstes UberPOP in Deutschland.

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