Trinity: Volkswagens E-Mobility Strategie nimmt Formen an

VW-Markenchef Ralf Brandstätter will Volkswagen endgültig in die Zukunft führen und hat das Leuchtturmprojekt "Trinity" präsentiert. Für die vollelektrische und vollautonome Limousine gibt sich VW allerdings 5 Jahre Zeit.

Trinity: Volkswagens E-Mobility Strategie nimmt Formen an

Selbstfahrend, selbstverständlich emissionsfrei mit großen Reichweiten und kurzen Ladezeiten - das ist in wenigen Schlagworten umrissen die Zukunft der Mobilität, an der derzeit alle Automobilhersteller der Welt arbeiten. Bislang wurden von dieser Vision jedoch nur wenige Punkte realisiert. Dem Ziel am nächsten gekommen ist Tesla mit seinem Model S, von dem seit seiner Erstauslieferung im Jahr 2012 über 300.000 Stück verkauft wurden.

Die technologische Entwicklung geht jedoch mit Riesenschritten weiter. Sowohl was das Batterie-Management, die Leistungsfähigkeit, die Ladezeiten, Reichweiten und natürlich auch das autonome Fahren betrifft sind in den nächsten Jahren etliche Innovationen zu erwarten, die auch den Model S - nach gut über zehn Jahren Produktion ohne größere Facelifts - etwas alt aussehen lassen sollen.

VW-Trinity: Bisher wurden erst Umrisse gezeigt.

Eine dieser Zukunftsstudien, die in fünf Jahren auch tatsächlich vom Band rollen und eine neue Form der Mobilität ermöglichen sollen, wurde nun von Ralf Brandstätter, seit Juli 2020 Vorsitzender (CEO) der Marke Volkswagen PKW, angekündigt. "Trinity", so der zumindest vorläufige Name des Leuchtturmprojekts, soll das aus heutiger Sicht Vorstellbare auf die Straße bringen. Allerdings gibt sich Brandstätter für die Umsetzung dieser Vision fünf Jahre Zeit. Mehr als eine Licht-Schatten-Silhouette war neben Brandstätters Erklärungen zu den technischen Möglichkeiten des Vorzeige-VWs noch nicht auszumachen.

Das Versprechen

Neue Maßstäbe sollen unter anderem bei der Reichweite, der Ladegeschwindigkeit und der Digitalisierung gesetzt werden. „Laden wird so schnell wie tanken möglich sein“, kündigte Brandstätter an.

VW will mit dem Trinity außerdem das autonome Fahren einer breiten Masse verfügbar machen. Zur Markteinführung soll Level 2+ garantiert sein, das Auto also auf der Autobahn selbstständig die Spur halten, bremsen und beschleunigen können - wobei der Fahrer aber den Verkehr noch ständig im Blick haben und jederzeit bereit sein muss, das Steuer zu übernehmen. Grundsätzlich soll das Auto aber schon für das autonome Fahren nach Level 4 ausgestattet sein, wobei das System die Führung komplett übernimmt und die Insassen lediglich Passagiere sind.

Die Herausforderung

Um das zu ermöglichen muss sich VW allerdings von etlichen Traditionen verabschieden und seine Denk- und Produktionsweise komplett umstellen - was auch den Zeithorizont von fünf Jahren bis zur Markteinführung des Trinity zumindest mit begründet. Das Werk in Wolfsburg soll zum Aushängeschild für moderne, intelligente und vollvernetzte Produktion werden. „Wir werden die Art, Autos zu bauen, komplett neu denken und revolutionäre Ansätze einführen. Digitalisierung, Automatisierung und Leichtbau spielen hier eine wichtige Rolle“, erklärt Brandstätter

Gleichzeitig soll der Trinity und auch andere künftige Modelle mit erheblich weniger Varianten produziert werden. Die "Hardware" praktisch weitgehend vereinheitlicht und Fahrzeuge in Vollausstattung geliefert werden. Die Kunden sollen zusätzliche Funktionen „on demand“ durch Software-Updates freischalten können.

Autohersteller als Softwarekonzern

Für VW hat das einerseits den Vorteil, dass die Komplexität in der Fertigung deutlich abnimmt. Andererseits wird das Automobil dadurch aber auch zum softwarebasierten Produkt, der Hersteller zur Softwareschmiede. „Künftig wird die individuelle Konfiguration des Fahrzeugs nicht mehr über die Hardware beim Kauf festgelegt. Vielmehr kann der Kunde Funktionen jederzeit „on demand“ über das digitale Ökosystem im Auto hinzubuchen“, erklärt Brandstätter. So will Volkswagen etwa auch zusätzliche Erlöse für Lade- und Energiedienstleistungen lukrieren, oder eben auch für das automatisierte Fahren.

Zudem hat VW Tesla genau auf die Finger geschaut und dabei erkannt, wie es Tesla bisher immer wieder geschafft hat, bei technischen Innovationen die Nase vorne zu haben: Jeder Tesla ist ein fahrender, mit KI-Chips ausgestatteter Computer, der mit jedem gefahrenem Kilometer Daten sammelt, daraus lernt und weitere Verbesserungen in den Fahreigenschaften oder beim autonomen Fahren ermöglicht. Das will nun auch Brandstätter. „Wir bauen ein lernendes, neuronales Netzwerk auf", sagt er. Damit sollen die Voraussetzungen für den kontinuierlichen Datenaustausch der Fahrzeugflotte geschaffen werden.

Rein aus Altruismus geschieht das freilich nicht. VW rechnet sich gute Möglichkeiten aus, an den Updates und laufenden Verbesserungen für die Fahrzeuge auch während der Nutzungsphase Erlöse ziehen zu können.

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