Toyota will mit Uber ein Roboterauto bauen

Toyota will mit Uber ein Roboterauto bauen

Uber bekommt autonomen Anschub von Toyota.

Toyota wird eine halbe Milliarde US-Dollar in den Fahrdienstleister Uber investieren. Der Kern des Deals: Die Entwicklung eines neuen Autos, das autonom gesteuert werden kann. Für Uber im richtigen Moment, will es dabei auch sein angepatztes Image auf Spur bringen.

Tokio/San Francisco. Autonomes Fahren ist das Zukunfstthema sowohl der Autoindustrie als auch von Softwareherstellern sowie Fahrdiensten. Uber und Toyota wollen neue Akzente setzen. Ein gemeinsam produziertes Auto, das sich selbst steuert, ohne von einem Fahrer gesteuert werden muss, soll nun produziert werden.

Wie Toyota und Uber mitteilen, wird der japanische Autokonzern ein halbe Milliarde Dollar (430 Mio. Euro) bei Uber investieren.

Als Teil des Abkommens wird Toyota Minivan vom Typ Sienna mit der selbstfahrenden Technologie von Uber ausgestattet, die dann wiederum beim Fahrdienstvermittler Uber in einem Pilotprojekt ab 2021 getestet werden sollen. Sobald die Roboterautos in Serie produziert werden, soll ein drittes Unternehmen die Flotte übernehmen und betreiben.

Das Interesse am Autonomen Fahren hatte neben Start-ups auch die Autokonzerne schon vor gut fünf Jahren auf den Plan gebracht. Chrysler, Jaguar, Audi, Tesla, Ford und General Motors hatten vor allem in den USA immer wieder ihr Interesse gezeigt. Größere Beteiligungen waren aber bisher nicht zu vermelden. Selbst als Google schon vor über fünf Jahren sich erstmals dem Thema angenommen hatte, blieb das Interesse der Autokonzerne verhaltend bis abwartend. Bis heute. Wenngleich das Thema Autonomes Fahren auf die Überholspur zu wechseln schien. Im Jahr 2014 hat Google mit seiner Driverless-Technology-Tochter Waymo begonnen Autonomes Fahren im Testbetrieb zu testen. Mit unterschiedlichem Erfolg.

Google hatte immer wieder Autos großer Autokonzerne mit der Software adaptiert. Anbeißen wollte jedoch keiner der Autokonzerne. Auch der Computerbauer Apple soll ein große Autoprojket geplant haben, um das es in der Zwischenzeit wieder ruhig geworden war. Google plante daher noch vor gut drei Jahren ein eigenes Auto zu entwickeln, hatte die Pläne aber im Jahr 2017 ad acta gelegt. Die Google/ Alphabet-Tochter Waymo soll laut Experten dennoch bei der Entwicklung führend sein. Aber auch der E-Autopiniier Tesla hat zuletzt kräftig zulegen können und in seinen Autos Software installiert, die das Autos selbstständig steuern kann.

Uber und die Alphabet-Tochter Waymo liefern sich beim autonomen Fahren einen beinharten Kampf, der auch schon die Gerichte beschäftigt hatte. So soll Uber über einen Firmenkauf eines Start-ups, an dem auch Google beteiligt war, an interne Daten gekommen sein, die Google beim Fahrdienstleister und Uber-Konkurrente Lyft verwendet. Außergerichtlich einigten sich Uber und Waymo: Uber zahlte 245 Millionen Dollar Abstandszahlung.

Mit dem Einstieg bei Uber sucht Toyota nun selbst den Anschluss an die Konkurrenz zu gewinnen. Toyota hatte sich bislang bedeckt gehalten, was das autonome Fahren anbetrifft, obwohl immer wieder Automodelle des weltweit zweitgrößten Autokonzerns für Testzwecke umgebaut wurden.

Das Rennen um die Entwicklung von Driverless-Technologien ist dennoch voll im Gang. Zuletzt haben auch die europäischen Autokonzerne wie VW, Mercedes und BMW eigene Abteilungen gegründet, in denen das autonome Fahren ernsthaft in eigenen Forschungszentren entwickelt wird und auch selbst den Testbetrieb unter eigener Verantwortung zu fahren.

Das verhaltene Interesse zu Kooperationen der Autokonzerne mit der Alphabet/Google-Tochter Waymo oder Uber liegt auch daran, dass beide Unternehmen mit diversen Unfällen von selbstgesteuerten Autos negative Schlagzeilen produziert haben. "Wir wollen das Risiko selbst abschätzen und vor allem unter Kontrolle haben", sagt ein Entwicklungsingenieur eines deutschen Autokonzerns dem trend. Google, Uber sowie Tesla hatten zuletzt auch immer wieder mit zum Teil schwersten Unfällen von autonom gesteuerten Autos für Negativschlagzeilen gesorgt.

Das angepatzte Image

Vor allem für den Fahrdienstvermittler Uber kommt die Anschubhilfe durch Toyota in einem günstigen Moment: Nach einem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden SUV von Uber im März im US-Bundesstaat Arizona hatte das US-Unternehmen die Entwicklungskosten in seiner verlustreichen Roboterauto-Sparte verringert. Das Image des fahrerlosen Taxis war aufgrund des tödlichen Unfalls einmal mehr beschädigt.

Abseits der Unfälle hat Uber intern und extern keinen guten Stand. Das Unternehmen hatte sich zuletzt als Preisbrecher gegen den Zorn des etablierten Taxifahrergewerbe weltweit auf sich gezogen. Darüberhinaus wird Uber in mehreren Ländern vorgeworfen, sich nicht an bestehendes Recht zu halten oder Gesetze nach eigenem Empfingen auszulegen. Ebenso steht Uber in einigen Ländern Europas in der Kritik, dass die Fahrer ihre Einkünfte nicht ordentlich versteuern.

Uber und Toyota wollen in der ersten Etappe ihrer Kooperation ein Auto entwicklen, das nicht ohne Fahrzeuglenker gesteuert werden soll. Die Fahrten ohne Fahrer seien in den Uber/Toyota-Autos zumindest vorläufig nicht vorgesehen.

Der 2009 in San Francisco gegründete Fahrdienstvermittler Uber, an dem mehrere Investoren beteiligt sind, wird derzeit auf einen Unternehmenswert von 72 Milliarden Dollar bewertet. Der knapp hinter VW weltweit zweitgrößte Autokonzern Toyota, gegründet 1937 in der namensgleichen Stadt in Japan, ist an der Börse derzeit rund 206 Mrd. Dollar wert.

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