Tod im Straßenverkehr: Neue EU-Sicherheitsvorschriften für Autos

Tod im Straßenverkehr: Neue EU-Sicherheitsvorschriften für Autos

Ab 2022 gibt es für Autos neue Sicherheitsauflagen.

Europas Straßen sollen sicherer werden. Die Zahl der Unfälle und besonders der Todesfälle im Straßenverkehr soll deutlich reduziert werden. Ab Mitte 2022 müssen daher neu zugelassene Fahrzeuge mit zusätzlichen Sicherheitssystemen ausgestattet sein. Auch die Alko-Lock-Einbauvorrichtung gehört dazu.

Im Jahr 2018 sind in den 28 EU-Mitgliedstaaten 25.100 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Mit 49 Straßenverkehrstoten je Million Einwohner sind Europas Straßen damit zwar die sichersten der Welt, gegenüber 2017 ist die Zahl der Todesopfer aber nur um ein Prozent gesunken.

Die EU hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um den Blutzoll auf Europas Straßen einzudämmen: Von 2020 bis 2030 soll die Zahl der Straßenverkehrstoten um 50 Prozent gesenkt und auch die Zahl der Schwerverletzten im selben Zeitraum halbiert werden. Darüber steht das Ziel der "Vision Zero" – null Verkehrstote bis zum Jahr 2050.

Um den Zielen doch näherzukommen und hat die EU-Kommission im April einen strategischen Aktionsplan und konkrete Maßnahmen für die Sicherheit von Fahrzeugen und Infrastrukturen verabschiedet und ein politisches Rahmenkonzept für das nächste Jahrzehnt angenommen. Violeta Bulc, EU-Kommissarin für Verkehr, erklärte: „Natürlich begrüße ich es, dass die Zahl der Toten im Straßenverkehr rückläufig ist, doch ist jeder einzelne Verkehrstote einer zu viel. Eben deswegen sind wir mit Entschlossenheit und Ehrgeiz an das Thema der Straßenverkehrssicherheit herangegangen."

Als Folge des Aktionsplans hat der Europäische Rat nun eine Verordnung angenommen, nach der alle ab Mitte 2022 neu auf den EU-Markt gebrachten Kraftfahrzeuge mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet sein müssen. Erstmals wird auf die besonderen Bedürfnisse von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern eingegangen.

Diese Systeme werden ab 2022 Pflicht:

  • Intelligenter Geschwindigkeitsassistent
  • Einbauvorrichtung für Alko-Locks (alkoholempfindliche Wegfahrsperre)
  • Fahrer-Müdigkeitserkennung und Aufmerksamkeitswarnsystem
  • fortgeschrittene Ablenkungserkennung
  • Notbremslichter
  • Systeme für die Erkennung beim Rückwärtsfahren
  • Unfalldatenspeicher
  • präzise Reifendrucküberwachung

Zusätzlich für PKW und Lieferwagen:

  • Notbremsassistenzsysteme
  • Spurhalteassistenzsysteme
  • erweiterte Kopfaufprallschutzbereiche mit denen bei einem Aufprall potenzielle Verletzungen von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern gemindert werden können

Lkw und Busse

Müssen außerdem so konzipiert sein, dass die toten Winkel um das Fahrzeug herum erheblich verringert werden. Sie müssen auch mit modernen Systemen ausgerüstet sein, die sich in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs aufhaltende Fußgänger und Radfahrer erkennen. (Toter-Winkel-Assistent)

Mit der Verordnung werden die bestehenden Vorschriften zur Fahrzeugsicherheit aktualisiert, die in der Verordnung (EG) Nr. 661/2009 über die allgemeine Kraftfahrzeugsicherheit und der Verordnung (EG) Nr. 78/2009 zum Schutz von Fußgängern enthalten sind.

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