Volvo XC60 Plug-in-Hybrid: Das Mysterium der Reichweite

Volvo XC60 Plug-in-Hybrid: Das Mysterium der Reichweite

Der neue Volvo CX60 T8 Twin Engine lässt mit seiner Power aus zwei Antrieben so manchen SUV-Kollegen beim Ampelstart hinter sich. Der Premium-SUV wurde auch sonst kräftig aufgerüstet - auch beim Preis.

Der neue Hybrid-Plug in Volvo ist ein Mysterium - zumindest was den Spritverbrauch anbelangt. Den Volvo XC60 T8 kann man sowohl mit Benzin als auch mit Strom betanken und schafft elektrisch eine Reichweite bis zu 50 Kilometer. Der Mix aus Strom und Benzin führt zu höchst erstaunlichen Ergebnissen.

Fahren ohne Benzin und ohne Strom

Schon die erste Testfahrt mit dem neuen Volvo mit Steckdosen-Anschluss von Wien in die Steiermark entpuppte sich als kleines Erlebnis. Nach 150 Kilometern Fahrt der erste Blick auf die Tankanzeige: Sowohl die Benzin- als auch die Stromanzeige signalisierten: Null Sprit, null Reichweite. Wie lange ich schon in diesem spritlosen Zustand unterwegs war ließ sich nicht mehr eruieren. Aber die noch gut 15 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle hat der 4,7 Meter lange und mehr als zwei Tonnen schwere Schwedenpanzer dann auch noch ohne Sprit oder Strom klaglos zurückgelegt.

15 Kilometer Bergfahrt kosten 90 Kilometer Reichweite Reichweite

Mit frischer Energie für 180 Kilometer Reichweite ging es an das nächste Sprit-Abenteuer: Von Weißkirchen in der Steiermark auf das 1.550 Meter hoch gelegene "Gaberl" sind es bloß 15 Kilometer. Allerdings hat der der Mittelklasse-SUV hat bei der Bergfahrt 90 Kilometer Reichweite wie nichts verschlungen.

Die Hoffnung, die Strecke zurück durch mehrfaches Bremsen ohne einen unfreiwilligen Zwischenstopp zu schaffen, ging nicht nur auf, die Reichweiten-Anzeige vermeldete sogar einen kräftigen Reichweitensprung: Bei der Talfahrt gewann der Wagen wieder 80 Kilometer Reichweite zurück. Für die 30 Kilometer-Runde benötigte der Plug-in-Hybrid somit nur zehn Kilometer seiner Reichweite. Die Conclusio daraus: Bei längeren Bergfahrten sollte man wohl besser vollgetankt an den Start gehen.

140 Kilometer Reichweite auf der Autobahn gewonnen

Eine wundersame Entwicklung des Spritverbrauchs ließ sich auch auf der Autobahn feststellen. Mit Strom für gut 30 Kilometer in der Batterie gelang es beispielsweise, auf einer Strecke von 150 Kilometer über 120 Kilometer Reichweite zusätzlich zu generieren. Am besten gelang das bei der Testfahrt durch häufiges Beschleunigen und dann wieder vom Gas gehen. Doch wie es aus dem Nichts kann es mit der Reichweite wieder bergab gehen: Dann können wieder 30 bis 50 Kilometer auf nur wenigen Kilometern aufgezehrt sein.

Das Erstaunliche: Selbst wenn man keinen Strom mehr im Tank hat, muss das nicht zwangsweise einen normalen oder sogar höheren Spritverbrauch als in einem klassischen Benziner bedeuten. So lag die Reichweite nach einer 120 Kilometer Fahrt auf der Autobahn wieder auf dem selben Niveau wie beim Antritt der Reise. Die besten Spritresultate erzielt man jedoch wohl, wenn man nicht (viel) schneller als 140 km/h fährt oder dann das Spiel mit dem Gas gut beherrscht. Die Tankanzeige meldete des Tests stets einen Durchschnittsverbrauch von zehn bis elf Litern Benzin auf 100 Kilometer angezeigt.

Drei Stunden tanken für 30 Kilometer Reichweite

Für das Strom-Tanken selbst braucht man, mit einer gewöhnlichen Steckdose, für 30 Kilometer rund drei Stunden. Die an den Autobahnen vorhandenen Schnellladestationen von Smatrics sind mit dem Volvo-Steckdosen nicht kompatibel. Spritfazit: Wer geschickt fährt, kann über die Nutzungsdauer gesehen, bestimmt tausende Kilometer ohne Benzin auskommen. Wer allerdings nicht zu hause oder in der Firma Strom tanken kann, hat wenig vom Stromantrieb.

Hohes Drehmoment bei nur 49 Gramm C02-Ausstoß

Abgesehen von den oft guten Verbrauchswerten verfügt der Mittelklasse-SUV auch über Fahreigenschaften, die man sich von einem Kraftpaket wie dem XC60 erwartet. So sind zügiges Vorankommen beim getesteten 320 PS-Benziner und einem 87 PS-Stromaggregat, Dank kräftigem Durchzug gesichert. Und das obwohl der Schwede mit einem Zylinder weniger auskommen muss als sein Vorgänger. Das neue Model ist mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder starken Verbrennungsmotore ausgestattet und verfügt dennoch über ein Drehmoment von 400 Newtonmeter für den Benziner und 240 Newtonmeter für den E-Motor. Die Beschleunigung von null auf 100 in 5,3 Sekunden ist dank des Stromstoßes top. Der C02 -Emissionswert liegt trotzdem nur bei 49 g/km.

Ruhiger Gleiter

Obwohl mit derartigen Insignien der Kraft ausgestattet, gleitet der große Brocken ruhig dahin. Das sanfte Gemüt liegt nicht nur am Benzin/Strom-Gemisch, sondern auch an der Luftfederung und dem soliden Fahrwerk. All das macht ihn selbst im dynamischen Modus zu einem entspannten Gefährt. Für unaufgeregtes Fahren sorgt auch der Allradantrieb, der je nach Fahrmodus zum Einsatz kommt. Die Schaltpunkte der Achtgangautomatik sind gut austariert und eignen sich auch für schnelle Kurvenfahrten.

Lenkt mit und bremst selbst

Bei den fahrtechnischen Schutzengeln hat Volvo beim neuen XC60 kräftig aufgerüstet. So greift der Volvo nun aktiv in die Lenkung ein, um, wenn notwendig die Spur zu halten, ein Frontalcrash droht oder der Fahrer von der Straße abkommen könnte. Im täglichen Gebrauch besonders nützlich ist der adaptive Tempomat, der sich an die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Autos orientiert. Die Sicherheit wird auch durch neue Lichttechnik erhöht. So erlauben die neuen LED-Scheinwerfer sowohl adaptives als auch Dauerfernlicht..

Exklusive Ausstattung

Gegen Aufpreis gibt es unter anderem auch ein Head-up-Display ( 1.000 Euro, jeweils exklusive Mehrwertsteuer), Parkkamera mit 360 Grad-Rundumsicht um 880 Euro. Einparkhilfe hinten und Digitalcockpit sind nun allerdings erstmals serienmäßig an Bord. Sitze und Lenkrad aus Leder sind im Grundpreis ebenfalls inbegriffen. Beides ist erster Qualität. Der Sound von Bowers & Wilking, sofern man einen Aufpreis von 2.500 Euro zahlt, sowieso.

Das optisch bisher große Manko von Volvo, die Mittelkonsole mit den unzähligen Schaltern und Reglern, wurde entsorgt und gegen einen senkrecht angebrachten Touchscreen ersetzt, ähnlich wie bei Teslas. Radstand (2,87 Meter), Kniefreiheit und Kofferraumvolumen (505 bis 1432 Liter) sind gehobener Durchschnitt. Mit all diesen neuen Assistenz- und Komfortelementen fährt Volvo schon auf Augenhöhe mit den deutschen Premiumherstellern.

Rund 20.000 Euro teuer als der Audi Q5

Einzige Schönheitsfehler ist der Preis. Das Testauto mit allen Assistenz- und Komfortsystemen und 340 PS Leistung kostet gut 95.000 Euro. Auch der Basispreis ist mit 61.133 alles andere als ein verlockendes Angebot. Zum Vergleich: Den größenmäßig in die gleiche Klasse fallenden Audi Q5 gibt es ab 41.850 Euro, den Mercedes GLC um 53.900 Euro. Aber immerhin besteht beim Plug-in-Hybrid der Schweden die Hoffnung, die laufenden Spritkosten kräftig zu drosseln. Für die motorbezogene Versicherungssteuer ist nur die Leistung des Verbrennungsmotors relevant. NoVA fällt jedoch sehr wohl an. Beim Kauf eines Plug-in-Hybrid zahlt der Staat derzeit 1.500 Euro dazu.

Das Testauto

Volvo XC60 T8 Twin Engine Ausstattungslinie: Inscription (u.A. mit Chromapplikationen, digitale Instrumente, Fahrmoduseinstellungen, Holz-Einlagen, Fahrersitz mit Memoryfunktion)
Basispreis Volvo XC60 T8: 61.133 Euro
Basispreis der Modellreihe : 48.304 Euro
Preis Testauto: 95.540 Euro
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer
Hubraum: 1969 ccm
Max. Leistung: 235 kW/320 PS + 87 PS
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: 8-Gang-Automatik

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