Test: Hyundai Ioniq – Einer der ordentlich anschiebt

Nun wagt auch Hyundai den Sprung ins Elektrozeitalter und geht mit dem ersten Strom betriebenen Modell an den Start. Los geht es mit dem Hybrid-Modell Ioniq. Trend.at hat den Toyota-Prius-Konkurrenten getestet.

Test: Hyundai Ioniq – Einer der ordentlich anschiebt

Understatement statt optischen Öko-Schnick-Schnack zeichnen den Ioniq, dem ersten Hybrid-Modell Hyundai, aus.

So unaufgeregt der Inoiq, die Neuschöpfung von Hyundai, auch daher kommt, beim ersten Hybrid-Modell der Koreaner spürt man dennoch: Hier fährt die Zukunft. Ein Mittelklasse-Hybrid-Modell, das über ganz schön Power verfügt, aber mit einem Startpreis von 24.990 Euro nicht mehr kostet als ein konventionell betriebenes Modell seiner Klasse.

Doch nicht die Spritersparnis dieses mit Strom und Benzin betriebenen Modells dürfte das stärkste Kaufargument sein, sondern das Fahrvergnügen. So bietet der Inoiq mit einer Gesamtleistung von 141 PS über ein herrliches Drehmoment und fährt sich durch das Zusammenspiel von Elektroantrieb und Benzinmotor so geschmeidig, dass ein ausschließlich konventionell betriebenes Modell das in dieser Form nicht hinkriegt.

Gleich schwer wie ein Mittelklassewagen mit nur einem Antrieb

Im Gegensatz zu manch anderem Hybrid-Modell mit geringerer oder ähnlich hoher Motorisierung, dem schon mal ab Tempo 80 die Puste etwas ausgeht, schiebt der Koreaner auch bei 150 km/h noch reichlich an. Der Ioniq, der mit einem 105 PS-Benzinmotor und einem 43 PS Elektromotor ausgestattet ist, zieht sowohl in der Stadt als auch auf der Landstraße ordentlich ab. Das liegt nicht nur am Antrieb, sondern auch dass das Auto, obwohl mit zwei Antrieben ausgestattet, etwa gleich viel wiegt wie ein durchschnittlicher Mittelklassewagen. Viel Alublech sei Dank. Ein Verdienst der Leichtfüßigkeit des Ioniq ist auch das straffe Fahrwerk.

Wirkungsgrad des Turbo deutlich erhöht

Die schwungvolle Fahrt ermöglicht auch ein nagelneuer Vierzylinder-Turbo-Direkteinspritzer. Die Koreaner haben den 105 PS-Motor eigens für die neuen Strommodelle optimiert. Mit hohem Einspritzdruck und separaten Kühlung für Motorblock und Zylinderkopf steigt der thermische Wirkungsgrad des Turbo-Triebwerks auf beachtliche 40 Prozent. Für ein dynamisches und aktives Fahrgefühl sorgt zusätzlich die tiefe und zentrale Position des Akkus. Der Fahrzeugschwerpunkt liegt so bei einer Höhe von lediglich 535 Millimeter.

Knackiges Doppelkupplungsgetriebe

Im Unterschied zu Hybrid-Konkurrent Prius kommt im Ioniq kein altbackenes stufenloses Planetengetriebe zum Einsatz, sondern ein klassisches Doppelkupplungsgetriebe. Fahrer, die eine konventionelle Beschleunigung schätzen und nicht mit Drehzahlsprüngen behelligt werden wollen, werden diesen Unterschied zu würdigen wissen. Beim getesteten Automatikgetriebe ist es gelungen, aus jedem Gang heraus knackig zu beschleunigen.

Hohes Tempo, vergleichsweise hoher Verbrauch

Schaltet man vom Eco-Modus auf die Sporttaste, legt der Ioniq noch mal eins drauf. Da kann es schon mal passieren, dass man sich auf der Landstraße einbremsen muss, um dem vorausfahrenden Fahrer nicht zu hetzen. Denn selbst wenn man nicht groß aufs Gas steigt, drückt der Wagen wie von Geisterhand noch zusätzlich aufs Pedal.
Wer allerdings im Sportmodus fährt oder auch sonst sich beim Tempo nicht zurück hält, muss damit rechnen, dass der Vorteil des Strombetriebs sich in Nullkommanichts auflöst. So lag der durchschnittliche Verbrauch des Testwagens bei 5,9 Liter auf 100 Kilometer im Stadtverkehr. Doch das geht eben auch verbrauchsärmer. Wer öfter mal vom Gas steigt und so den Strombetrieb stärker nutzt, kann viel Sprit sparen. Um den vom Hersteller angegebenen Normverbrauch von 3,9 Liter zu erreichen, muss man jedoch - wie bei anderen Modelln auch - ein richtiger Spritsparkünstler sein.

Optisch ansprechender als der Prius

Nicht nur die technischen auch die optischen Details sind bei der neuen Hyundai-Schöpfung sorgfältig verarbeitet und wohlüberlegt. Die koreanische Antwort auf den Toyota Prius fällt insgesamt optisch deutlich ansprechender aus, wenn das Design auch kein Hingucker ist.

Instrumente werden digital angezeigt

Dass man bei Hyundai auf die brandneueste Technik setzt, merkt man auch am Cockpit-Display. Vom Geschwindigkeitsmesser bis zum Spritverbrauch werden alle Instrumente volldigital auf einem sieben Zoll großen Bildschirm angezeigt. Der Touchscreen des Multimedia-System fällt mit acht Zoll Durchmesser noch größer aus. Wenn man vom Eco- auf den Sportmodus wechselt, ändert sich nicht nur die Farbe im Display, auch die Anordnung der Instrumente. Statt dem Geschwindigkeitsmesser steht dann die Drehzahl im Mittelpunkt.

Ob man es nun mag oder nicht. Im Inneren weist wenig darauf hin, dass es sich hier um ein modernes Hybrid-Modell handelt. Während andere Herstellern durch spezielle Ausstattungsmerkmale gerne auf das neuartige Antriebssystem hingewiesen wird, setzt man bei Hyundai auf Understatement. Keine Holzleisten oder anderes Öko-Schnick-Schnack deuten auf den Strombetrieb des neu konstrurierten Hyundais hin. Hineinsetzen und sich daran erfreuen. Das muss reichen. Tut es auch.

Zweigeteilte Heckscheibe schränkt die Sicht ein

Die zweigeteiligte Heckscheibe ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Aber zumindest im Winter oder bei schlechten Witterungsbedingungen erweist sich die obere Glasfläche häufig weniger verschmutzt als die untere.

Der Ioniq bietet sowohl im Frontbereich als auch in der zweiten Reihe genügend Platz. In den Kofferraum passen 550 Liter. Ein passabler Wert für einen Mittelklassewagen.

Understatement statt zur Schau gestellter Öko-Schickschnack.

Nur beim Blick in den Rückspiegel merkt man, dass hohe Windschlüpfrigkeit und gute Rundum-Sich doch nicht zusammen passen. So erschwert die zweigeteilte Heckscheibe ebenso die Sicht wie die schmal nach hinten zusammenlaufende Karosserie und die stark nach hinten abflachende Dach. Dafür ist das Design darauf ausgelegt, den Verbrauch so stark wie möglich zu senken. So erreicht der Luftwiderstand einen Spitzenwert von 0,24 Cw und soll damit den Spritverbrauch zusätzlich drosseln.

Einstiegspreis für das 140 PS-Modell: 24.990 Euro

Der Ioniq hängt den Prius noch bei etwas anderem ab: Beim Preis. So startet der Japaner bei 29.990 Euro, beim Koreaner ist man bereits mit 5.000 Euro weniger dabei.

Das Modell ist auch als Firmenwagen interessant. Beträgt der C0-2-Ausstoß doch nur 79 g/km und liegt damit deutlich unter dem E02-Emissionsgrenze beim Sachbezug von heuer 127 g/km.

Daten Testauto:
Hyundai Ioniq Hybrid Style 1,6 GDI Hybrid
Leistung Benzinmotor: 77kW/105 PS
Leistung Hochvolt-Batterie: 32 kW/43,5 PS
Gesamtleistung: 104 kW/141 PS
Testverbrauch: 5,9 Liter im Stadtverkehr
Preis für dieses Modell: ab 26.490 Euro
Preis inklusive Extras: Toter-Winkel-Assistent, Sitzheizung, beheizbares Lenkrad, Navigationspaket, Einparkhilfe vorne, elektrisch verstellbare Sitze, 17 Zoll Leichtmetallfelgen und Pedale mit Metall-Applikationen: 30.890 Euro

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