Test Drive: Ssangyong Rexton Sports XL

Test Drive: Ssangyong Rexton Sports XL

Der neue Ssangyong ist noch ein Geländewagen aus altem Schrot und Korn mit Leiterrahmen und Differenzsperre, ohne auf Komfort und hochwertige Ausstattung zu verzichten.

Der neue Pick-up von Ssangyong will nicht nur Baustellen- und Handwerkerfahrzeug sein, sondern auch gefallen. Das merkt man schon an der Namensgebung der Autofarben. Zur Wahl stehen Indien Red, Atlantic Blue oder Space Black. Geworden ist es für den Test ein Space Black. Spacig ist der Truck auf jeden Fall. Man kann damit zwar auf keiner fremden Galaxy landen, aber man sticht mit einer Größe, ähnlich einem Klein-Laster, aus der Menge hervor. Da müssen sich selbst stattliche SUVs anstrengen, um daneben nicht unterzugehen. Wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum dieses Nischensegment derzeit so beliebt ist.

Er sieht auch gefällig aus. Riesige Lufteinlässe und Plastikplanken über den Reifen spart man sich, hat er nicht nötig. Präsenz und Offroad-Charakter vermittelt die XL-Version des Rexton auch ohne SUV-Getue.

Hier eine Rarität, in Asien eine große Nummer
Mit einem Ssangyong hat man auch ein handverlesenes Modell. Im Vorjahr wurden in Österreich 205 Stück verkauft. Schon alleine deshalb kann man mit einem Modell der Marke interessierte Blicke auf sich ziehen. In seinem Heimatland, in Korea, ist der Hersteller jedoch die Nummer vier am Markt und im Besitz eines der ganz großen Autobauer Asiens: Mahindra & Mahindra, zu dem die Auto- und Motorradhersteller Tata Motors gehört oder die Designschmiede Paninfarina, die die Inder vor ein paar Jahre geschluckt haben.

Anachronistisch, aber günstig
Und man ist auch smart. Denn der neue Pick-up von Ssangyong ist ab schlappe 28.750 Euro zu haben. Mit Allrad ab 30.750 Euro. So mancher Mittelklassewagen kann bei diesem Preis nicht mithalten - was auch für so manch anderen Pick-up gilt, die in der günstigeren Preisklasse spielen. Ein Grund mehr, dass dieses eher anachronistische Fortbewegungsmittel derzeit ein starkes Revival erlebt. Bei den Koreanern wird um dieses Geld guter Komfort und ein angenehmes Ambiente geboten.Gleichzeitig ist er auch ein kerniger Kraftlackel, der bei Bedarf seine Allradmuskeln spielen lässt. Die Geräuschdämmung hält sich durch eine neue Rahmen-Konstruktion in Grenzen.

Viel Platz für Beine, viel ist auch für das Manövrieren nötig
Kraft kann das Raubein aus Asien auch brauchen. Der Rexton Sports XL ist 5,40 Meter lang, kann mit bis zu gut einer Tonnen beladen werden und noch drei ziehen. Durch den langen Radstand von 310 Zentimeter hat man in der ersten und der zweiten Reihe reichlich Spielraum für seine Beine. Nur beim Ein- und Ausparken könnt es ein bisschen weniger sein. Durch den großen Einschlag braucht man schon relativ viel Platz, um sich in eine Parklücke zu manövrieren. Dafür leistet die 360-Grad-Kamera gute Dienste. Radarwarnungen sollen vor Kollisionen schützen. Details, die in dieser Kategorie nicht jedes Fahrzeug bietet. Ebenfalls an Bord: Fernlicht- und Spurwechselassistent oder Querverkehrswarner.

Der Kofferraum fällt zwar aus. Aber transportieren lassen sich mit dem XL Rexton halbe Wohnungen und der Inhalt so manchem Geräteschuppen - wenn man die Teile gut festzurrt oder unter einer Plane verstaut.

Widerstandsfähig und mit Bodenhaftung
Die Konstruktion des Geländewagens ist wie bei den Pick-up-Klassikern aus robustem, in der aktuellen Version zudem verstärktem Stahl-Leiterrahmen mit verstärkten Trägern. Pseudo-Geländewagen, die eigentlich nur auf Schotterwegen unterwegs sein können, können da einpacken. Kein Wunder, dass für viele ein richtiger Geländewagen nur mit Leiterrahmen in Frage kommt. Zu den Technikschmankerln gehört natürlich auch eine Hinterachsensperre. Hebt etwa ein Rad ab, kann dieses nicht durchdrehen. Das Rad am Boden hat dafür die volle Kraft zum Drehen. Damit ist gerade in kniffligen Situationen, wo es über Stock und Stein geht, für Traktion und Bodenhaftung gesorgt. Wird es am Berg schwierig, aktiviert man die Getriebeuntersetzung oder holt sich Unterstützung von der Berganfahrhilfe und dem Bergabfahrassistenten.

Bereit für die Schlammschlacht
Für die Koreaner ist es Ehrensache mit seinem 4x4-Modell gut zu performen. Schließlich ist der Hersteller seit 60 Jahren auf robuste Allradmodelle spezialisiert. Faule Kompromisse, die auf Lifestyle-Pick-up-Fahrer zugeschnitten sind, muss man da nicht fürchten. Den kleinen Test im Gelände meisterte der Pritschenwagen mit Hinterachsen-Differenzialsperre denn auch souverän.

Der 2,2 Liter-Turbodiesel mit 180 PS – eine anderer Antrieb steht nicht nur Auswahl - fährt sich ohne Zusatzlast recht kraftvoll und beschleunigt auch flott. So mancher Pick-up muss mit weniger Muckis auskommen. Die 6-Gang-Automatik reagiert einen Tick langsam, aber nicht so dass es stört. Das Fahrwerk ist von der kernigen Sorte, ohne dabei Bodenwellen ruppig zu nehmen.

Man muss nicht jedem Wind und Wetter standhalten, um einen solchen Pick-up zu pilotieren. Für Ausfahren bei Minusgraden lassen sich die Sitze und das Lenkrad beheizen und bei Hitze belüften. Die Türen sind doppelt abgedichtet. Da kann man sich auch durch die sibirische Tundra oder die Wüste Gobi wagen. Für gutes Licht im Cockpit sorgt neben der Beleuchtung ein Glas-Schiebedach, elektrisch bedienbar. Neu sind auch Xenon-Scheinwerfer und LED Tagfahrlicht. Im Innenraum wirkt nichts klobig oder billig, wie man es bei einem Arbeitstier vermuten möchte. Im Gegenteil: Alles wirkt wohlarrangiert und wertig. Wenn es über Stock und Stein geht, bieten komfortable Sitze mit drei Zonen Polsterung guten Halt. Dazu gibt es praktische Ablageflächen.

Geordnetes Vorgehen ist hier möglich. Denn der Rexton Sports XL bietet ein gut arrangiertes Cockpit und Mittelkonsole mit

Hightech-Antenne mit Ausfällen
Das 7-Zoll große Display gibt bei der Bedienung keine Rätsel auf. Nur die Fernsprechanlage hat beim Test von einem auf das andere Mal nicht funktioniert. Kann aber auch ein Anwenderfehler gewesen sein. Wenn es geklappt hat, war der Empfang für beide Seiten einwandfrei. Mag an der Haifischflossen-Antenne gelegen sein. Mit der Hightech-Antenne können nicht nur Radio und Musik in hoher Qualität empfangen werden, sondern auch Verkehrsverbindungen und neue Telefonfrequenzen LTE und zukünftig grundsätzlich auch 5G.

Daten Testfahrzeug

Ssangyong Rexton Sports XL 4WD Dream
2.2 4WD A/T

Preis: 38.450 Euro
Leistung: 133 kw/181 PS
Antrieb: 4 Zylinder
Kraftstoff: Diesel
Verbrauch laut Hersteller: 8,6 l/100 km
C02-Ausstoß: 226 g/km

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