Test Drive Range Rover Velar: Der 12er Hirsch im Revier

Große SUVs gibt es viele, doch keiner ist so elegant wie der neue Range Rover Velar. Trend.at hat getestet, ob sich der 2,5 Tonner flott und dynamisch fahren lässt.

Test Drive Range Rover Velar: Der 12er Hirsch im Revier

Range Rover Velar: Eleganz gepaart mit viel Kraft

Es gibt Modelle, die haben Klasse. Der neue Range Rover Velar ist sicher einer davon. Die Neuschöpfung aus dem Hause Rover übermannt einen aber nicht nur der Größe wegen, sondern vor allem ob seiner Eleganz. Der Velar, ein Mittelding zwischen Range Rover Evoque und Rover Sport ist perfekt geeignet für all jene, die sportlich daherkommen wollen, denen der Evoque aber zu klein ist.

Türgriffe lassen sich vollends versenken

Es ist die klare Form des Velars der Eindruck hinterlässt. Keine Schnörkel, kein auffällig gefaltetes Blech und auch sonst nichts was überdimensioniert ist und das Auge beleidigt. Jedes Designelement - angemessen und geradezu majestätisch. Die abfallende Dachlinie ist perfekt proportioniert und trägt, dunkler als der Rest des Fahrzeugs, zum Understatement des Rovers bei. Auch die langgestreckte Motorhaube kommt ohne Protz aus - und trotzdem ist allen klar, wer hier der 12er Hirsch im Revier ist. Wenn die Türgriffe ferngesteuert ausfahren und sich wieder vollends versenken lassen, hat das schon etwas.

Schlicht und edel wirkt auch das Cockpit. Dazu tragen schon mal die beiden in einem Rover ganz neuen Touch-Bildschirme in der Mittelkonsole dar. Die sehen echt cool aus. Drehen und drücken gibt es damit nicht mehr. Sämtliche Knöpfe wurden umstandslos entfernt und in die zwei Bildschirme verbannt. Praktisch ist zwar eine haptische Steuerung, aber schöner ist es so. Das neue Bediensystem braucht allerdings gerade am Anfang erhöhte Aufmerksamkeit, um die gewünschten Vorgänge aufzurufen. Wenn jedoch nach getaner Fahrt der Drehknopf für die Gangschaltung geräuschlos im Fahrzeuginneren verschwindet, ist man über diese kleine Schwäche schon wieder hinweg. Fehlt eigentlich nur noch der Butler, der einen untertänigst empfängt.

Massiert, belüftet, gekühlt und mit 17 Lautsprechern beschallt

Erst die Sitze. Sie sehen nicht nur gut aus, sie sind auch kuschelig und bieten auch bei schnell angesteuerten Kurven guten Seitenhalt. Für den Bezug hat sich der Autobauer mit dem dänischen Textilhersteller Kvadrat zusammengetan, der mit einer Mischung aus robustem Wollgemisch und Velour eine günstigere und trotzdem hochwertige Alternative zum Leder geschaffen hat. Wie lange die hellen Bezüge des Testautos ihre Unschuld bewahren, lässt sich zwar schwer abschätzen, aber nachdem Kvadrat Sessel von Büros und Konzerthallen mit seinen Bezügen bestückt, sollte der Stoff einiges aushalten. Dass die Premiumsitze nicht nur hohen ergonomischen Ansprüchen genügen, sondern bei Bedarf auch massieren, belüften und kühlen, sei nur der ordnunghalber erwähnt. Dazu werden die Insassen akustisch mit Tönen aus 17 Lautsprechern, inklusive Subwoofer, umschmeichelt. Nur der eigene Landsitz kann da noch mithalten.

Dynamisch beim Fahren, zurückhaltend beim Verbrauch

Ein wohliger Schauer überkommt einem spätestens, wenn einem, in der getesteten Version, beim Beschleunigen 240 PS und ein Drehmoment von 500 Newtonmeter, in den Sitz drücken. Eine kleine Gedenksekunde legt der Velar bevor er losstürmt zwar ein, aber dann ist er in seinem Element. Wer noch mehr Kraft braucht, dem steht ein V6-Motor mit 300 PS zur Verfügung. Die Briten bieten auch alles dafür auf damit das schwere und zwei Meter hohe Vehikel nicht wie Blei auf der Straße liegt. Damit Schwung in den Laden kommt, wurde der Rover etwa mit einer 8-Gang-Stufenautomatik von ZF ausgestattet. Diese verteilt die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse perfekt und schaltet stets zur passend Zeit und verrichtet fast unbemerkt seine Tätigkeit. Dazu gibt es Luftfederung und adaptiven Dämpfer ohne Aufpreis. Der Aufwand macht sich bezahlt. Der große Brocken radiert selbst bei hoher Kurvengeschwindigkeit zielgenau ums Eck. Dafür sorgt auch die gut austarierte Lenkung. Rover setzt noch eins drauf. Bei Tempo 105 senkt sich der Wagen leicht ab. So steigt die Stabilität und der Verbrauch sinkt. Da die Karosserie beim Velar statt aus Stahlblech aus viel Aluminium besteht, ist der XL-Crossover für seine Größe nicht einmal so schwer. Durch die leichte Hülle verfügt das 4,8 Meter lange Modell über mehr Power bei weniger Gewicht als so mancher Konkurrent. Der Testwagen braucht verhältnismäßig wenig Sprit und schafft im Schnitt neun Liter auf 100 Kilometer. So manches deutlich kleinere Auto braucht genauso viel.

Absenkbarer Kofferraum, ausfahrbare Anhängekupplung

Ob nun Besitzer und Transporteur von Horse und Dog oder nur jemand mit viel Gepäck, die neue Kreation aus dem Hause Rover bietet mit 673 Liter Fassungsvermögen gut Platz im Kofferraum. Und es wären nicht die Briten, wenn sich bei der Ladekante in Hüfthöhe nicht noch was machen ließe. Ein Knopfdruck und die Ladekante senkt sich um 15 Zentimeter. Auch für alle mit Pferd und Anhänger gibt es eine praktische Lösung: Ein elektronisch ein- und ausfahrbare Anhängerkupplung. Vom Hund zum Pferd ist es bei Rover nur ein kleiner Schritt.

Ein Bodenradar für alle Fälle

Dass der Rover mit einer Maximalneigung von 30 Grad fast die steilsten Böschungen schafft und das Wasser mehr als einen halben Meter hoch sein kann, ohne dass Mensch und Auto beim Befahren solcher Passagen Schaden nehmen, wurde zwar von trend.at nicht getestet, aber wir wollen es den Spezialisten für´s Grobe mal glauben. Nicht umsonst gibt es bestimmt auch eine "Grounding Detection", einen Bodenradar, der nur dazu dient die Beschaffenheit des Untergrunds festzustellen.

Der einzig nennenswerte Nachteil ist der Preis. Für diese elegante Erscheinung muss man, mit ein paar Extras, schon mal rund 100.000 Euro richten. Doch Besitzer eines Landgutes oder Penthouses, oder beidem, werden so viel Geld bestimmt ohne mit der Wimper zu zucken, aus der Portokasse zahlen können.


Daten Testauto Range Rover Velar SE 240
Preis Testauto : 97.805 Euro
Listenpreis Range Rover Velar ab 61.200 Euro
Antrieb : Allrad, Diesel
Getriebe 8-Gang-Automatik
Beschleunigung: Von 0 auf 100 km/h in 5,6 sec.
CO2: 154 g/km
max. Böschungswinkel vorn in Grad 29°
max. Böschungswinkel hinten in Grad 30°
Bodenfreiheit in mm Stahl / Luft 213 / 251
max Wattiefe in mm Stahl/Luft 600 / 650

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