Test Drive: Lexus NX 300h - Exotischer Vollblut-Hybrid

Test Drive: Lexus NX 300h - Exotischer Vollblut-Hybrid

Der neue Lexus NX 300h zählt zu den Verkaufsschlagern der Marke.

Der Verkaufsschlager von Lexus, der NX 300h, ist als Facelift am Markt. Der Exote in der Kompaktwagen-Klasse hat einiges zu bieten, nicht nur einen leistungsstarken E-Antrieb.

Das mit Hybrid-Autos ist so eine Sache. Ohne ordentlich PS werden diese Modelle nach der Beschleunigung bei höherem Tempo leicht zu saft- und kraftlosen Fortbewegungsmitteln. Es kommt daher zuallererst darauf an, ob die Power stimmt, sofern man das Fortkommen nicht nur durch die Ökobrille beurteilt. Die Kraft hat der neue Kompakt-SUV von Lexus, der NX 300h. Einer der Verkaufsschlager der Edelmarke von Toyota, den insgesamt knapp 200 PS antreiben. Selbst nach dem Beschleunigungen, die Stärken von Autos mit Elektroantrieb, bleibt noch genug Saft zum Cruisen mit zügigem Tempo.

Leistungsstarker Elektroantrieb

Wer es wirklich darauf anlegt, mit viel Strom unterwegs zu sein, liegt bei dem Vollblut-Hybrid richtig. Das von Trend.at getestete Modell verfügt, neben dem 2,5-Liter-Benziner, über einen riesigen Elektromotor mit 155 kW. In Kombination mit dem Benzinmotor ergibt das eine Systemleistung von 197 PS. Selbst der Allrad wird von einem der zwei Elektromotor angetrieben, der direkt auf die Hinterräder wirkt. Trotz der leistungsstarken Elektromotoren verzichten die Japaner darauf den Strom - als Plug-in-Hybrid - auch aus der Steckdose generieren zu können, wie es andere Hersteller mit stärkerem E-Antrieb vielfach tun. Der Stromspeicher wird dafür von einem Generator gespeist, der vom Motor angetrieben wird oder durch das Bremsen Energie gewinnt. Das ändert jedoch nichts daran, dass sich, trotz der großen Batterie, praktisch sofort beim Starten der Verbrennungsmotor dazuschaltet. Aber ein Knopfdruck auf den EV-Button genügt und der SUV gleitet zumindest auf kurze Distanz leise wie eine Katze durch das Wohngebiet.

Wenn beim Überholen oder bei Bergfahrten eine Extraportion Schub gefragt ist, schaltet sich ein E-Antrieb dazu und schon geht dem Lexus auch in solchen Momenten nicht mehr die Kraft aus. Nur wenn man dem Hybrid richtig Leistung abverlangt, kann er laut werden und gequält klingen.

Großer SUV, moderater Verbrauch

Der Verbrauch bleibt, selbst bei flottem Tempo, auf 100 Kilometer unter acht Liter. In der Stadt schafft, wer spritsparend unterwegs ist, bei lockerem Dahinrollen und geringer Beschleunigung im Stoßverkehr 7,3 Liter. Der Lexus ist damit zwar kein Spritsparwunder, aber für ein 4,6 Meter langes SUV, das fast zwei Tonnen wiegt, ist das kein schlechtes Ergebnis.

Gut in der Kurve

Die Geräuschdämmung ist exzellent. Vom Benziner ist auch dank guter Laufkultur wenig zu hören - selbst wenn man von „Sport“ auf „Sport plus“ dreht und der Hybrid kernig voranstrebt und das auch akustisch untermalt. Dazu wird sportliches Fahren geliefert. Das getestete Topmodell F-Sport reagiert mit adaptiver Federung flott auf die angefahrenen Kurven, ohne ins Wanken zu geraten. Die Kraft kommt über eine Sechs-Stufen-Automatik auf die Straße. Die wurde in der neuen Version zwar verbessert, könnte aber noch flotter reagieren.

Platz da! Außen mächtig, innen geräumig

Der Kompakte schindet für seine Größe ganz schön Eindruck. Schon alleine der mächtige Lexus-Grill zieht die Blicke auf sich. Diesen zieren die typischen großen, tief eingeschnittene Lufteinlässe, neuerdings sorgen auch lange horizontale Streben für Aufmerksamkeit. Das Premium-Modell wirkt nicht nur bullig, es ist auch geräumig. Selbst in der zweiten Reihe muss man sich nicht hineinzwängen. Trotz großer Batterie leidet beispielsweise die Größe des Kofferraums darunter nicht. Der fasst ein Volumen von 555 Liter. Das bietet Platz für zwei große Koffer, in dieser Klasse nicht selbstverständlich.

Eingabe per Touchpad kann zum Geduldsspiel werden

Groß ist auch der neue Monitor für das Multimedia-System. In der Grundversion ist der Bildschirm von bisher sieben auf acht Zoll gewachsen, in der Navi-Ausführung ist er jetzt 10,3 Zoll groß. Der Screen weird über ein vergrößertes Touchpad in der Mittelkonsole gesteuert, dessen Handling schon mal mühsam werden kann. Das Surfen mit dem Zeigefinger ist nicht nur Übungssache, das Gerät macht es einem nicht leicht. Die Eingabe sämtliche Zieldaten kann so zum Geduldsspiel werden.

Viele hochwertige Details und nützliche Fahrhilfen

Der Sound, beigesteuert von der Marke Levinson, macht dagegen Freude und sorgt als einer von vielen Puzzleteilen dafür, dass man sich im Lexus insgesamt wohl fühlt. Für entspanntes Fahren sorgen nicht nur weiche Sitze und Lenkrad aus Leder und andere hochwertige Materialien, sondern auch Technikhilfen wie das Head-up-Display, mit dem das Tempo und die Navigationshinweise gut im Blick auf die Windschutzscheibe projiziert werden. Das Handy wird induktiv geladen, die 360°-Rundumsicht ist hervorragend. Zu den nützlichen Assistenten zählt auch der Abstandsregeltempomat, der automatisches Abstandhalten unkompliziert macht.

Lexus NX 300h
Listenpreis: ab 41.990 Euro
Preis Testauto: Lexus NX 300h F Sport: 58.990 Euro
Antrieb: Benzin/Strom
Motor: 2,5-Liter, 4-Zylinder
Max. Drehmoment: 210 Nm
Systemleistung: 197 PS
Hubraum: 2.495 ccm
Beschleunigung: 9,2 Sekunden auf 100 km/h
C02-Ausstoß: 130 g/km
Höchstgeschwindigkeit: 180 Km/h
Testverbrauch: 7,9 Liter/100 km

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