Test Drive Lexus RX 450hL: Ein Fall für Captain Kirk

Test Drive Lexus RX 450hL: Ein Fall für Captain Kirk

Lexus RX L 450 h: Hier können sich die Passagiere wie Präsidenten fühlen, nicht nur in der Ausstattungslinie President.

Der fünf Meter lange Luxus RX 450hL bietet in der ersten Langversion Platz für sieben. Trend.at hat getestet wie sich das 313-Ps-starke Hybrid-SUV fährt und welche technischen und praktischen Raffinessen der Premiumhersteller bei seiner Neukreation auffahren lässt.

Man kommt nicht umhin überwältigt zu sein, wenn man das erste Mal vor dem Lexus RX 450hL steht. Das fünf Meter lange und fast 1,90 Meter hohe Premium-SUV ist ein Riese von einem Auto. Als Testfahrer fühlt man sich fast schuldig, wenn man bei seinen Ausfahrten keine Großfamilie aufzubieten hat. Was in dem ersten 7-Sitzer von Lexus erst alles transportiert werden könnte! Nicht nur ein ganzer Familienclan, bestimmt halbe Wohnungseinrichtungen. Auch bei Freizeit-Ausrüstung braucht man nicht lange überlegen, was alles Platz hat. Einfach rein damit! Bei diesen üppigen Dimensionen kann die neue XL-Klasse des japanischen Premiumherstellers locker mit SUV-Giganten wie dem Land Rover Discovery, dem Range Rover Velar oder dem Mercedes GLE mithalten.

Multi-Mediasteuerung de luxe

Die Wucht des Auftritts sollte aber nicht den Blick auf das Wesentliche verstellen. Aber die Japaner haben sich bei ihrem größten Modell ohnehin ordentlich ins Zeug gelegt. Innen ist alles noch einmal einen Tick schöner und bedienfreundlicher als in den Lexus-Segmenten darunter. Ein echter Genuss ist die Steuerung des Navi-, Entertainment- und Lüftungssystem per Joystick. Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise würde es lieben. Langes Herumgefummel, um den gewünschten Befehl auszuführen, ist bei diesem Geländewagen de luxe nicht nötig. Jeder Klick sitzt auf Anhieb. Ebenso spielend einfach ist die Bedienung des Navis – auch keine Selbstverständlichkeit. Dazu noch das samtweiche Leder und erst die bequemen Sitze! Auf dem neuesten Stand der Technik ist man bei den Japanern auch was induktives Laden von Handys, Head-up-Display oder das Abbiegelicht betrifft. Den Geschmack von Captain Kirk würde wohl auch die sich automatisch öffnende Heckklappe treffen, dazu reicht eine sanfte Berührung des Lexus-Emblem am Smart-Key.

Sitze variabel wie im Flieger

In der erste Reihe wird der Blick von oben auf unendliche Weiten freigegeben, aber auch die in der zweiten Reihe, dürfen sich, wie die in der ersten, wie Fürsten fühlen. Die Sitze lassen sich dort der Längs nach und getrennt voneinander um 20 Zentimeter nach hinter verschieben und wie im Flieger und bestimmt auch in Raumschiffen schräg nach hinten neigen. Die in der zweiten Reihe haben sogar einen eigenen Getränkehalter und können sich getrennt von einander anblasen lassen. Nur durch den Weltraum gleiten ist schöner. Sollte man über eine Kinderschar verfügen, sollten diese nützlichen Extras die Gemüter kleiner und großer Bälger zumindest zwischenzeitlich besänftigen.

Virtueller Butler beseitigt schlechte Gerüche

Belüftet wird im übrigen auf höchstem technischem Niveau. Eine "Concierge Funktion" ist nämlich mit einer Sitzbelegungserkennung ausgestattet und schaltet automatisch Klimaanlage, Sitzheizung und -belüftung ein oder aus, beseitigt mit Hilfe von Nano-Technolgie schlechte Gerüche, reinigt und befeuchtet auch gleich die Luft.

Landschaft rauscht im Cinemascope-Format vorbei

Unendliche Weiten eröffnet auch der Blick in den Rückspiegel. Der viele Platz der sich dort eröffnet, lässt einem fast glauben man wäre Buschauffeur. Vor allem die zwei Reihen hinter dem Volant ist großzügig bemessen. Wer hinten in der letzten Reihe, der dritten, Platz nimmt, hat es naturgemäß nicht ganz so gut getroffen. Erwachsene sehen die Landschaft wegen der schmalen Fenstern in dieser Reihe nur im Cinemascope-Format vorbeirauschen. Ab einer Größe von etwa 1,50 Meter muss man an dieser Stelle auch mehr kauern als sitzen. Das liegt unter anderem an der abfallenden Seitenlinie. Das hat aber auch einen Vorteil: Der Riese wirkt durch diesen Design-Kniff nach hinten hin relativ schlank.

Kofferraum gleicht einer Spielwiese

Wird die dritte Reihe nicht benötigt, lassen sich die Notsitze im Nu elektrisch versenken. Dadurch eröffnet sich ein Kofferraum, der einer Spielwiese gleich. Das Füllvermögen liegt bei umgeklappten Sitzen bis zu 1.650 Liter, sonst sind es 591 Liter.

313 PS Hybrid-SUV mit Allrad

Der Lexus, in der getesteten Version, unmissverständlich als President bezeichnet, fährt sich äußerst geschmeidig. Das Hybrid-Modell mit einer Gesamtleistung von 313 PS zieht schon mal seidenweich weg. Die Extralänge von elf Zentimeter gegenüber dem kürzeren RX spürt man beim Fahren überhaupt nicht. Das Spitzentempo ist mit 180 km/h zwar nicht berauschend, aber es lässt sich, wie der Test zeigt, sogar etwas darüber hinaus herausholen. Die km/h, die er fährt, bieten dafür aber ein First-Class-Fahrerlebnis. Da ruckelt nichts, da quält sich nichts unter der Haube. Selbst Omi dürfte bei diesen ruhigen Fahrten schlafen wie ein Baby.

Dass der Antrieb so seidenweich von statten geht, hat seinen Grund. Der wesentlichste ist der 3,5 Liter 6-Zylinder starker Benzinmotor mit 262 PS. Dazu schalten sich, je nach Fahrsituation, zwei Elektromotoren. Einer wirkt mit 167 PS auf die Vorderachse, der andere mit 68 PS auf die hintere. Wenn zwei Systeme gut zusammenwirken, sind, wie andere Hybridmodelle bereits gezeigt haben, die Verschleißteile geringer belastet, als bei einem reinen Verbrennungsmotor. Gerade bei großen Autos mit hohen Kosten für solche, auch ein Kaufargument. Bei Schnee und Glatteis kommt durch den Allrad-Antrieb auch nichts so schnell ins Rutschen.

Moderater Verbrauch, hoher Kaufpreis

All jene, die trotz Luxusschlitten auf die Ausgaben achten, sollten, wie der Test ergab, im Schnitt mit einem Verbrauch von 8,2 Liter auf 100 Kilometer kalkulieren, selbst bei flotten Fahrten - was ganz ok ist. Wer das Ungetüm viel in der Stadt bewegt und oft bremst und nicht lange beschleunigt, kann den Verbrauch sogar auf unter sieben Liter senken.
Um aber überhaupt erst einmal in den Besitz eines solchen King-Size-Premium-SUV zu kommen, muss man jedoch für die Lang-Version des RX 450 h mindestens 77.100 Euro auslegen. Deas Modell wird auch nur als Hybrid-Benziner angeboten. Spätestens mit der getesteten Präsidenten-Ausstattung, katapultiert man sich ab 94.100 Euro preislich endgültig in die finanzielle Oberliga. Kleiner Trost: Die Kaufsteuer NoVA liegt dafür bei diesem Fahrzeug bei maximal zehn Prozent – in dieser Klasse ein Top-Wert.

Preis und technische Daten Lexus RXL 450h

Basispreis: ab 77.100 Euro
In der getesteten Ausstattungslinie President mit Allradantrieb : ab 94.100 Euro

Länge/Breite/Höhe: 5 Meter /1,89 Meter/ 1.7 Meter
Leergewicht : 2.205 - 2.275 kg,
Motor: Sechszylinder-V-Motor,
Hubraum: 3.456 ccm,
Leistung: 193 kW/262 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 335 Nm, Motor-Generator vorn: 123 kW/167 PS, max. 335 Nm, Motor-Generator hinten: 50 kW/68 PS, max. 139 Nm, Systemleistung: 230 kW/313 PS,
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h,
Beschleunigung: 0 bis 100 km/h: 8,0 Sekunden,
Normverbrauch: 5,9 l/100 km,
CO2-Ausstoß: 136 g/km,
Abgasnorm: Euro 6d-Temp, CVT-Getriebe,
Allradantrieb.

Auto & Mobilität

Diesel: Auch für Euro-6-Autos drohen Fahrverbote

Auto & Mobilität

Gebrauchte E-Auto-Akkus: Recycling für tickende Umweltbomben

Auto & Mobilität

So funktionieren die digitale Vignette und das neue Abo